| Zwergwildschwein | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| : | Laurasiatheria |
| : | Paarhufer (Artiodactyla) |
| : | Schweineartige (Suina) |
| : | Echte Schweine (Suidae) |
| : | Sus |
| : | Zwergwildschwein |
Das Zwergwildschwein (Sus salvanius) ist ein Säugetier aus der Familie der Schweineartigen (Suidae).
Das Zwergwildschwein ist das kleinste Wildschwein der Welt. Es wurde erstmals 1848 vom britischen Naturalisten Brian Houghton Hodgson beschrieben.
Die Männchen erreichen eine Kopfrumpflänge von 65 bis 70 cm, die Weibchen kommen auf 55 - 62 cm. Der Schwanz wird 22 - 36 cm lang. Das Gewicht beträgt bei den Männchen 7,7 - 11,8 kg und bei den Weibchen 6,6 bis 7,6 kg. Die Männchen haben außerdem längere Eckzähne als die Weibchen. Das Fell ist graubraun mit schwarzbraunen Borsten. Das Zwergwildschwein erreicht ein Alter von 10 bis 12 Jahren. Es lebt in kleinen Familienverbänden von 4 - 5 Tieren im dichten hochgewachsenen Grasland, wo es sich von Wurzeln, Knollen sowie Insekten und anderen Wirbellosen ernährt.
Nach einer Tragzeit von 100 Tagen kommen gewöhnlich 3 - 4 Junge zur Welt. Die Reproduktion ist saisonal und erreicht bei Beginn des Monsuns Ende April bis Mai ihren Höhenpunkt. Die Jungtiere erreichen bei der Geburt eine Größe von 16 bis 19,5 cm und ein Gewicht von 133 bis 250 g. Die Haut hat zunächst ein gräulich-rosa Färbung. Nach ungefähr 11 Tagen bekommen die Jungen ein braun-gelb gestreiftes Fell. Die Aufzucht geschieht durch mehrere Weibchen.
Das Zwergwildschwein war bisher nur höchst selten in westlichen Zoos zu sehen. Im 19 Jhd. hielten der Berliner und der Londoner Zoo diese Tiere. 1976 erhielt der Zoo von Zürich das Pärchen Cal und Cutta, das sehr bekannt wurde. Cutta wurde 1977 Mutter von 5 Frischlingen, starb allerdings als die Jungen 3 Monate alt waren. Die Aufzucht der Jungen gelang jedoch. 1978 starb das letzte Weibchen Dira an den Folgen einer schweren Geburt.
In den 1960er Jahren befürchtete man schon die Ausrottung dieser Art, bis es 1971 im Manas Wildschutzreservat in Assam wiederenteckt wurde. Außer im Manas Nationalpark gibt es noch eine kleine Population im Barnardi Wildreservat. 1978 wurde der Bestand auf 150 Tiere geschätzt. Veränderung und Zerstörung des Lebensraumes durch Siedelung, Überweidung, landwirtschaftliche Beeinträchtigung, Brandrodung und Hochwasserregulierungsprojekte haben diese Tierart an den Rand des Aussterbens gebracht. Von der IUCN wird es als "kritisch gefährdet" eingestuft.
1991: Schmidt, Annemarie & Christian R. "Das Buch der Tierfamilien: Schweine und Pekaris", Kinderbuchverlag Luzern, ISBN 3-276-00105-5
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