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Als Zwerge werden diverse menschenähnliche, kleinwüchsige Fantasiewesen bezeichnet, die ihren Ursprung in der indoeuropäischen Mythologie haben und auch in vielen Sagen, Märchen und moderner Fantasy-Literatur vorkommen.

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Üblicherweise sind Zwerge kleiner als Menschen, dafür kräftiger, vierschrötig und bärtig. Sie werden meist mit unterirdischer Lebensweise in Verbindung gebracht und betreiben Bergbau.

Zwerge werden oft mit Gnomen verwechselt, wobei der Gnom eine andere Kreatur ist als der Zwerg, meist noch kleiner und nicht annähernd so stark wie ein Zwerg.

In der germanischen Mythologie findet sich in vielen Erzählungen die Rede vom Zwergenvolk, auch Dunkelalben genannt. Sie sollen demnach aus dem Leib des toten Urzeitriesen Ymir gekrochen sein, nachdem dieser von Odin und seinen Brüdern erschlagen wurde. Die Asen schufen aus Ymirs Körper die Erde. Somit stammen die Zwerge aus den Eingeweiden der Erde bzw. Ymirs. Das Zwergenvolk soll für die Asen zahlreiche Artefakte geschaffen haben, darunter Mjölnir, Thors Hammer, und das Geschmeide Brisingamen. Es wird beherrscht vom Zwergenkönig Alberich, der den Schatz der Nibelungen bewacht. Ursprünglich lebte das Volk als Unterirdische in/unter Jütland. Auch z.B. in der griechischen Mythologie, etwa in den Herakles-Sagen, erscheinen Zwerge ("Pygmäen").

Der historische Hintergrund des Zwergenmythos ist vermutlich in der Bronzezeit zu suchen: Während dieser Epoche wanderten vor allem Menschen aus dem Mittelmeerraum in den unterentwickelteren Norden Europas, um Zinn, welches für die Herstellung von Bronze notwendig war und ist, abzubauen und schließlich mitzunehmen. Diese Bergleute waren kleiner gebaut als die Nordeuropäer, waren "Zwerge". Daraus ließen sich auch zwei Tatsachen erklären: Zum einen die, dass Zwerge zu den wenigen mythologischen Figuren zählen, die einer Arbeit im herkömmlichen Sinne nachgehen, zum anderen die Tatsache, dass meist nur männliche Zwerge in Erscheinung treten, da weibliche Bergleute äußerst selten waren. Zudem wurden häufig auch Kinder zu dieser Arbeit herangezogen, da sie leichter in die engen Stollen kamen und Kinderarbeit im Bergbau üblich war (wie heute noch in den sog. Entwicklungsländern). Durch die schwere körperliche Arbeit kam es regelmäßig zu Verkrüppelungen und Wachstumsschädigungen sowie einem Buckel. Dies belegen auch Knochenfunde der Zeit.

In Sagen oder Märchen wirken Zwerge oft hilfreich in Not und vermögen zum Beispiel magische Waffen, Ringe, Schwerter oder Rüstungen herzustellen. Zwerge können sowohl böse als auch gut sein, so dass auf dem von ihnen Bewirkten ein besonderer Segen oder auch ein Fluch oder Verhängnis lastet. Zwerge wohnen meist in Erd- oder Felshöhlen, wo sie die von ihnen hergestellten oder erworbenen Schätze hüten. Besonders prominent wurden die Zwerge in dem klassischen Märchen Schneewittchen.

Fantasy


Zwerge sind ebenfalls ein häufiger Typus der Fantasy-Literatur, sie gehören etwa zu den "Freien Völkern" in Tolkiens Der Herr der Ringe sowie den handelnden Figuren in vielen anderen Büchern und den Rollenspielsystemen Das Schwarze Auge (DSA) oder Dungeons and Dragons. Besonders in letzteren werden Zwerge häufig als Bergarbeiter dargestellt, die tief unter der Erde nach Metallen und Edelsteinen graben, außerdem sind sie oft sehr trinkfest und -freudig. In jüngerer Zeit werden sie oft auch als technologisch fortgeschritten dargestellt, besitzen z.B. musketenähnliche Gewehre, Kanonen oder Dampfmaschinen, was sie deutlich von den anderen, mittelalterlich lebenden Völkern abhebt.

In den Chroniken von Narnia werden Zwerge in zwei Gruppen eingeteilt: Rotzwerge und Schwarzzwerge. Während Rotzwerge treu, verlässlich und hilfsbereit sind, sind Schwarzzwerge rau, furchtlos und schrecken nicht zurück jemanden zu töten. Deshalb gehören Rotzwerge eher zu den guten und die Schwarzzwerge verschlagen sich eher zu den bösen.

In Strategie-Spielen wie z. B. dem Brettspiel Warhammer werden vor allem die Widerstandsfähigkeit und Stärke der Zwerge hervorgehoben: eine Zwergenarmee reibt ihren Gegner langsam, aber unaufhaltsam auf.

Ebenso werden die "bösen Brüder" der normalen Zwerge in der Fantasy abgehandelt. Bei Markus Heitz heißen sie "die Dritten" (Zwerge vom Stamm des Dritten, Lorimbur dem Zwergentöter), bei Dungeons and Dragons gibt es Duergar, bei Drachenlanze Daergar und Theiwar, bei Warhammer gibt es Zwerge und Chaoszwerge (Zwerge mit arabischem/ babylonischem Touch, Produktion eingestellt).

Zwerge sind außerdem für ihre Kunst im Bierbrauen bekannt.

Literatur


  • Markus Heitz; "Die Zwerge", "Der Krieg der Zwerge", "Die Rache der Zwerge" Piper Verlag
  • Dennis L. McKiernan; "Zwergenkrieger", "Zwergenzorn", "Zwergenmacht" Wilhelm Keyne Verlag

Sekundärliteratur

  • Evgen Tarantul; Elfen, Zwerge und Riesen. Untersuchung zur Vorstellungswelt germanischer Völker im Mittelalter; Frankfurt a.M. (Peter Lang) 2001

Siehe auch


Bergmännchen, Brownie, Gartenzwerg, Heinzelmännchen, Killewittchen, Mainzelmännchen, Die Schlümpfe, Wichtel, Wurzelwicht, Barstukken, Grottenbahn, Querx

Literarische Figur | Fabelwesen | Märchen

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