Der Zweite Schlesische Krieg (1744 – 1745) war einerseits Teil des Österreichischen Erbfolgekrieges, andererseits ein zwischen Preußen und Österreich geführter Krieg um die Vorherrschaft in Schlesien. Preußenkönig Friedrich II. hatte sich zur damaligen Zeit mit Frankreich verbündet. Österreich bildete zusammen mit Sachsen, Großbritannien und den Niederlanden eine Allianz.
Maria Theresia nutzte den Friedensschluß, um sich der Hauptbedrohung ihres Thronanspruchs durch den bayerischen Kurfürsten Karl VII. Albrecht zu erwehren. Dieser war nach dem Aussterben der männlichen Linie des Hauses Habsburg bereits im Januar des Jahres zum Kaiser des Heilig-Römischen Reiches gewählt worden, was Maria Theresias Plan vereitelte, mit Franz Stephan von Lothringen ihren Gatten auf den Thron zu heben, um dadurch den Einfluss Habsburgs im Reich zu wahren. Maria Theresia überfiel deshalb Bayern und stellte es am 27. Juni 1742 unter österreichische Verwaltung. Am 23. September 1743 erweiterte sie ihr Bündnissystem um Großbritannien und Piemont-Sardinien.
Durch diese neue außenpolitische Konstellation musste sich Friedrich II. zunehmend bedroht fühlen: Nachdem der Kaiser mit Bayern auch seine territoriale Machtbasis im Reich verloren hatte, stand zu befürchten, dass Maria Theresia ihren gestiegenen Einfluss nutzen werde, um Schlesien von Preußen zurückzufordern. Friedrich II. bemühte sich daraufhin um Bündnispartner und fand letztlich am 5. Juni 1744 Anschluss an die durch den Nymphenburger Vertrag von 1741 verbündeten Staaten Bayern, Frankreich und Spanien, denen sich in der Zwischenzeit auch Sachsen, Schweden, das bourbonische Königreich Neapel, die Kurpfalz und Köln angeschlossen hatten. Russland konnte er entgegen seinen Planungen allerdings nicht für seine Ziele gewinnen, was sich in den kommenden Jahren als beinahe verhängnisvoll für Preußen erweisen sollte.
Nachdem sich Friedrich derart abgesichert hatte, überfiel er im August 1744 Böhmen und eröffnete dadurch den Zweiten Schlesischen Krieg.
Im Juni 1745 marschierten österreichische Verbände in Schlesien ein. Daraufhin kam es am 4. Juni zur Schlacht bei Hohenfriedberg, in der preußische Verbände durch einen Nachtangriff das gegnerische Heer bezwingen konnten. Weitere Offensivbemühungen der Österreicher wurden daraufhin im Keim erstickt. Die Preußen errangen am 30. September einen weiteren wichtigen Sieg in der Schlacht bei Soor, und sämtliche Vorstöße des Gegners in Richtung Berlin konnten ebenfalls abgewehrt werden. Im Dezember marschierte schließlich Fürst Leopold von Anhalt-Dessau in Sachsen ein, das auf der Seite Österreichs kämpfte. In der Schlacht bei Kesseldorf (15. Dezember) wurden die Streitkräfte der Allianz vernichtend geschlagen.
Am 25. Dezember kam es zum Friedenschluss in Dresden. Darin wurde vereinbart, dass Schlesien für immer im preußischen Besitz bleiben soll. Friedrich II. erkannte den Gatten von Maria Theresia, Franz I. Stephan als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs an.
Siehe auch: Liste von Kriegen, Liste von Schlachten
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Zweiter Schlesischer Krieg".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world