Der Zweibund war ein geheimer Defensivvertrag, der am 7. Oktober 1879 zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn abgeschlossen wurde.
Der Zweibund war Teil von Bismarcks Neuaufbau seines Bündnissystems nach dem Berliner Kongress von 1878. Dieser Neuaufbau war nötig geworden als Russland den Dreikaiservertrag von 1873 aufkündigte. Es war enttäuscht, dass das Deutsche Reich auf dem Berliner Kongress nicht Partei für die russischen Forderungen ergriffen hatte und der Frieden von San Stefano (vor allem zugunsten Österreichs) weitgehend revidiert worden war.
Ursprünglich hatte Bismarck eine umfangreiche politische und wirtschaftliche Allianz der beiden Reiche vorgeschlagen; dies wurde aber von Österreich abgelehnt, da es in einer solchen Verbindung lediglich „Juniorpartner“ gewesen wäre. Alternativ wurde anschließend der Zweibund gebildet.
Er verpflichtete die Vertragspartner, sich bei einem russischen Angriff gegenseitig mit der gesamten Kriegsmacht beizustehen. Der Bündnisfall trat vertragsgemäß auch dann ein, wenn eine andere angreifende Macht russische Unterstützung erhielte. In allen anderen Fällen versicherten sich die Vertragspartner gegenseitig wohlwollende Neutralität. Das Bündnis war auf fünf Jahre geschlossen und sollte sich automatischer um drei Jahre verlängern, wenn kein Einspruch von einer der Parteien vorläge.
Mit dem Abschluss des Zweibundes beabsichtigte Bismarck, Russland seine drohende Isolation im Mächtesystem vor Augen zu führen und es so zurück zu einer Annäherung an das Deutsche Reich führen. Die Tatsache, dass Bismarck akzeptierte, im Falle eines französischen Angriffs auf Deutschland nur auf die Neutralität Österreichs zählen zu können, zeigt, wie wichtig es ihm war, möglichst schnell wieder ein Bündnissystem zu Deutschlands Gunsten zu etablieren.
Der Zweibund erreichte bereits 1881 sein Ziel und Russland schloss mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn den Dreikaiserbund. 1882 wurde der Zweibund durch den Beitritt Italiens zum Dreibund erweitert.
Nach dem Zusammenbruch des Bismarck'schen Bündnissystems ab 1890 war der Zweibund das einzige Bündnis, das für Deutschland tatsächlich Bestand hatte. Dies hatte den negativen Effekt, dass Deutschland sich umso fester an seinen einzig verbliebenen Partner Österreich zu binden glauben musste, und daher in seinen außenpolitischen Möglichkeiten in der Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wesentlich eingeschränkt war. Am Ende des Zweibundes stand die Niederlage der Vertragspartner im Ersten Weltkrieg und die vollständige Zerschlagung der preußisch-deutschen und österreichisch-ungarischen Monarchie.
Militärbündnis | Deutsche Militärgeschichte | Österreichisch-Ungarische Militärgeschichte
Dual Alliance, 1879 | Duplice | Duplice Alleanza | Tweebond | Dvozveza (1879) | 德奧同盟
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