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Der Verein Zwanzigeins ist ein eingetragener Verein mit dem Ziel, neben der „verdrehten“ Lesweise von Zahlen im Deutschen auch eine direkte Aussprache zu etablieren. Die Verdrehung der Lesweise besteht darin, dass die Einerstelle vor der Zehnerstelle ausgesprochen wird, verbunden durch die Silbe „und“. Die Zahl 21 wird also „Ein-und-zwanzig“ gesprochen, die Zahl 54.321 wird „Vier-und-fünfzig-tausend-drei-hundert-ein-und-zwanzig“ gelesen, also zunächst die zweite Stelle, dann die erste, die dritte, die fünfte und abschließend die vierte Stelle. Die vom Verein angestrebte Aussprache ist eben „Zwanzig-eins“ bzw. „fünfzig-vier-tausend-drei-hundert-zwanzig-eins“, womit die Zahl wie normale Wörter einfach von links nach rechts gelesen werden würden.

Der Verein wurde am 14. Juni 2004 von Prof. Dr. Lothar Gerritzen gegründet und hat seinen Hauptsitz in Bochum.

Ziel


Es ist nicht das Ziel des Vereins, die herkömmliche Art, Zahlen zu sprechen, abzuschaffen. Vielmehr wird eine Parallele der beiden Möglichkeiten angestrebt, wie dies auch in der Tschechischen Sprache üblich sei.

Als einen Grund aus dem politischen Bereich nennt Gerritzen die Schwierigkeiten ausländischer Schüler beim Erlernen der verdrehten Weise, Zahlen zu sprechen. In den meisten anderen Sprachen ist die unverdrehte Sprechweise üblich, wie zum Beispiel im Englischen „twenty-one“ oder im Französischen „vingt-et-un“. Es sei notwendig, in Blickrichtung auf die EU, Deutschland dem Standard der anderen Länder anzupassen. Nicht nur ausländische, sondern auch deutsche Schüler und Studenten seien benachteiligt den Schülern in anderen Ländern gegenüber, so Gerritzen. Im Mathematikunterricht käme es zu Lernhindernissen und -störungen. Zudem gäbe es in der Wirtschaft ernstzunehmende Schäden bei der Datenweitergabe von Zahlen, die ebenfalls durch das Projekt „Zwanzigeins“ behoben werden könnten. Aufgrund dieser Problemlagen fordert der Verein wissenschaftliche Untersuchungen, die überprüfen sollen, ob durch das Projekt „Zwanzigeins“ tatsächlich Schwierigkeiten reduziert werden oder neue geschaffen werden.

Kritik


Auch wenn im normalen Sprachgebrauch für den Hörer eindeutig ist, welches System gerade verwendet wird, könnten etwa beim Vorlesen langer Zahlenkollonnen wie einer Telefonnummer Zweideutigkeiten entstehen, da die üblicherweise in kleinere Blöcke zerlegt ausgesprochen werden. Ist mit Zwanzig-Sechs nun 26 oder 206 gemeint? Angezweifelt wird außerdem, ob sich diese Sprechweise in Deutschland durchsetzen kann, weil die herkömmliche Version zu etabliert sei. Insbesondere zur Rechtschreibreform werden Parallelen gezogen, die von vielen als chaotisch und misslungen empfunden wird.

Weblinks


Verein | Zahlen

 

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