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Publikum ist die aus dem Lateinischen stammende Bezeichnung für die Öffentlichkeit und Allgemeinheit, sowie der Sammelbegriff für „Zuschauer/-hörerschaft“ bzw. Rezipienten. Gebräuchlich z.B. im Theater, Zirkus,((Kino)) (verehrtes ...), bei Festivals etc. Kennzeichnende Aspekte sind:

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Publikum im Theater


Publikum des Kinos


Eine Betrachtung des Kinos kann vom Publikum und seinen Bedürfnissen nicht absehen. Siegfried Kracauer hat seinen Essay Film und Gesellschaft (1927) daher später Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino genannt. Dabei ist vor der Frage nach der Rezeption einzelner Filme, zunächst zu untersuchen, welche Menschen und warum überhaupt ins Kino gehen. Guy Debord hat in seinem Film In girum imus nocte et consumimur igni wandern des Nachts im Kreise umher und werden vom Feuer verzehrt scharfe Kritik am heutigen Kinopublikum geübt. Diese Kritik, die wohl anhand des französischen Publikums entwickelt wurde, kann auch auf das Publikum der deutschen Programmkinos übertragen werden.

"Dieses Publikum, dem man so vollkommen die Freiheit entzogen hat und das dies alles geduldet hat, verdient weniger als jedes andere, dass man es schont. Mit dem traditionellen Zynismus derer, die die menschliche Neigung, ungerächte Kränkungen noch zu rechtfertigen, kennen, verkünden die Manipulatoren der Werbung heute in aller Ruhe, daß 'man ins Kino geht, wenn man das Leben liebt'. Aber dieses Leben und dieses Kino gelten gleich wenig; insofern sind sie tatsächlich beliebig austauschbar.

Das Kinopublikum, das nie sehr bürgerlich war und auch kaum mehr aus dem gewöhnlichen Volk kommt, setzt sich inzwischen fast nur noch aus einer einzigen sozialen Schicht zusammen, die im übrigen sehr breit geworden ist; nämlich der kleinen Fachgehilfen aus den diversen Zweigen jener 'Dienstleistungen', die das heutige Produktionssystem so dringend braucht: Verwaltung, Kontrolle, Wartung, Forschung, Lehre, Meinungsbildung, Unterhaltung und Pseudokritik. Damit ist wohl ausreichend beschrieben, was sie sind. Gewiss muss man bei diesem Publikum, das noch ins Kino geht, auch die rechnen, die, weil sie eben jünger sind, sich erst im Stadium einer oberflächlichen Lehre in diesen diversen organisatorischen Arbeiten finden.

Am Realismus und an den Konkretisierungen dieses berühmten Systems kann man schon die persönlichen Fähigkeiten der ausführenden Organe erkennen, die es ausgebildet hat. Und tatsächlich täuschen sich diese hier in allem und können nur noch über Lügen faseln. Es sind arme Lohnabhängige, die sich für Eigentümer halten; betrogene Ignoranten, die sich gebildet glauben, und Tote, die meinen, sie hätten Sitz und Stimme."

Debord zeigt im folgenden ausführlich die Tiefe und das Ausmaß des Selbstbetrugs der Kinogänger auf und wie ihnen der Besuch des Kinos hilft, in diesem Selbstbetrug zu verharren.

Die feministische Filmtheorie hat aufgezeigt, dass die Wünsche und Erwartungen männlicher und weiblicher Zuschauer durchaus nicht einfach identisch sind.

Literatur:

  • Guy Debord, In girum imus nocte et consumimur igni, Berlin, Edition Tiamat 1985
  • Annette Kuhn, WOMEN'S PICTURES. Feminism and Cinema, London, Sydney, Wellington: Pandora 1990
  • Siegfried Kracauer, "Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino" in: ders., Das Ornament der Masse, suhrkamp taschenbuch 371, Frankfurt am Main 1977

Siehe auch


Zaungast | Betrachter

Weblinks


Veranstaltung

Publikum | Audience | Spettatore | 관객 | Tilskodar | Publikum

 

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