Die Zukunft ist die Zeit, die nach der Gegenwart liegt.
Morgen ist ein zeitlich bestimmender Begriff, der die Zukunft beschreibt. Der Begriff wird insbesondere verwendet, wenn es sich um die nähere Zukunft handelt.
Die Wissenschaft von der Zukunft ist die Futurologie.
Grammatik
Zukunft in sprachwissenschaftlichem Kontext bezeichnet:
- die sprachliche Umsetzung – dem Tempus – von Zukünftigem
- die grammatische Zukunftsform
Die
deutsche Grammatik kennt 2
Zeitformen der Zukunft für ein
Verb:
- Futur I, (einfache Zukunft): ich werde lieben
- Futur II, (vollendete Zukunft): ich werde geliebt haben
Eine weitere Form der Darstellung der Zukunft besteht in der Angabe des aktuellen oder relativen Zeitpunktes:
- 2020 gehe ich in Rente.
- Übermorgen gehe ich ins Kino.
- Ich mache das gleich.
Für die Zukunft in der englischen Grammatik siehe Future (Zeit)
Physik
Klassische Physik
Minkowski-Diagramm - Kausalität.png
Der Zeitpfeil bestimmt die Richtung der Zeit von der Vergangenheit in die Zukunft. Die Zukunft besteht dabei aus allen Ereignissen, die der Gegenwart folgen (werden).
- Siehe auch: Zeitskala, Zeitpunkt
Relativitätstheorie
Im Zusammenhang mit der Veränderung der Vorstellung des Begriffs der
Zeit seit Einführung der
speziellen Relativitätstheorie von
Albert Einstein haben auch die Begriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Umdeutung erfahren. Da zwei Ereignisse, die für einen
Beobachter gleichzeitig stattfinden, für einen relativ dazu bewegten Beobachter nicht mehr gleichzeitig stattfinden, ersetzt der Begriff der „Raumartigkeit“ die „Gleichzeitigkeit“.
War die Zukunft früher ein Punkt auf einem fiktiven Zeitstrahl, so sieht die Physik sie nun als den Bereich in der Raumzeit, von dem der Beobachter in der Gegenwart Kenntnis erlangen kann.
- Nähere Informationen hierzu siehe Minkowski-Diagramm
Eine philosophisch-theologische Perspektive
Ein philosophisch-theologisches Problem stellt die Frage nach der Realität von Zukunft dar. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nämlich sowohl die
Vergangenheit wirklich (in abgeschlossener Weise) wie auch die
Gegenwart (in noch offener, zeitlich in die Zukunft hinein fortdauernder Weise). Dass jedoch Zukunft tatsächlich eintritt, liegt nicht in der Verfügbarkeit des Menschen. Da der Zeitverlauf ein Ausdruck der
Kontingenz – der prinzipiellen Ungewißheit – irdischer Wirklichkeit ist, kann von einem
metaphysischen Standpunkt aus nur ein
Absolutes, in religiöser Perspektive
Gott Zukunft ermöglichen und garantieren.
In welcher Weise sich jedoch Zukunft ereignen wird, bleibt menschlichem Vorauswissen prinzipiell entzogen. Philosophisch-theologisch wird die Vorherbestimmtheit der Zukunft diskutiert. Der Begriff des Schicksals (fatum) spielt hierbei die wesentliche Rolle. Die Extrempositionen stellen sich so dar: Entweder ist die Zukunft durch Gott, den Logos oder mechanistische Ereignisketten vorherbestimmt oder die Zukunft steht jedem Individuum in jeder Weise offen. Probleme treten auf, wenn man die vorherbestimmte Zukunft mit dem freien Willen des Menschen zusammenbringen will.
Die christliche Offenbarung erwartet die Vollendung aller kontingenten Zukunft in der eschatologischen Zukunft des Reiches Gottes. Die Zwischenzeit – bis zum Kommen Christi – ist eine Zeit der Bewährung, wo ein jeder nach seiner Kraft und seinen Talenten die Werke der Liebe üben soll, gemäß denen der wiederkommende Herr sein Gericht halten wird (vgl. Mt 25).
- Siehe auch: Zeit (Philosophie)
Psychologie und Soziologie
Eng verbunden mit der Zukunft ist das Bedürfnis des Menschen nach
Prognose,
Planung und
Vorhersage.
- Siehe auch: Zeitsoziologie, Zeitgefühl
Zukunft und Gesellschaft
Jede Aussage über die Zukunft erfolgt notwendig vom
gegenwärtigen Standpunkt aus, so dass sich prinzipiell zwei Modalitäten ergeben: Im
Modus der "gegenwärtigen Zukunft" wird eine
pragmatische Perspektive eingenommen, der künftige Verlauf wird aufgrund vorliegender Daten
erfahrungswissenschaftlich vorausberechnet bzw. extrapoliert (
Planung). Dabei zeigt sich, dass man bestimmte
Ereignisse sehr genau vorausberechnen kann, wie zum Beispiel die Flugbahnen von Himmelskörpern, das Schwingen von Pendeln und das Entladen einer Batterie, während andere Bereiche ein
chaotisches Verhalten zeigen, wie das Wetter und die Börsenkurse.
Ein völlig anderes Bild ergibt sich bei der Imagination "zukünftiger Gegenwarten". Hier werden gerade nicht die zu jener Zeit gültigen Rationalitätsstandards zur Konstruktion eines "realistischen", gegenwartsangepassten Zukunftsbildes angewendet. Vielmehr wird davon bewusst abgesehen, um zu einem utopischen Gegenentwurf zur jeweils vorherrschenden Realität zu gelangen.
Aus sozialphilosophischer Sicht ergibt sich zudem ein enger Zusammenhang mit dem Begriff der (Handlungs-) Erwartung, worunter allgemein die Antizipation eines künftigen Zustandes verstanden wird. Zwei Stile lassen sich unterscheiden: Erwartet die handelnde Person normativ, so orientiert sie sich an Konventionen und Regeln (Recht). Erwartet sie hingegen kognitiv, so steht die aktive Suche nach Handlungsoptionen und Kombinationsmöglichkeiten im Vordergrund (Wissenschaft).
- Siehe auch: Zeitsoziologie
Fiktion und Utopie
Die Zukunft ist Gegenstand vieler bedeutender literarischer und filmischer Werke. Dies betrifft einen Teil des
Genres der
Science Fiction mit Werken wie
Star Trek,
Raumschiff Orion, aber auch
Die Zeitmaschine und
Utopia, wobei in diesen Werken eher märchenhafte Züge zum Ausdruck kommen, als eine Vorhersage der Zukunft.
Zitat
- Geschichte ist das Grab der Zukunft. - RalfG (unveröffentlicht)
- Robert Jungk, Zukunftsdenker und Erfinder von Zukunftswerkstätten, schrieb 1952: "Das Morgen ist schon im Heute vorhanden, aber es maskiert sich noch als harmlos, es tarnt und entlarvt sich hinter dem Gewohnten. Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie: die Zukunft hat schon begonnen. Aber noch kann sie, wenn rechtzeitig erkannt, verändert werden." Weitere Zitate von Robert Jungk zum Thema Zukunft
Literatur
Siehe auch
Zeitbegriff
Weblinks
Futurologie
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