Zschopau ist Große Kreisstadt im Mittleren Erzgebirgskreis im Süden Sachsens. Obwohl noch 1999 der Ort Krumhermersdorf eingemeindet wurde, ist die Einwohnerzahl der Stadt fallend und lag 2005 bei etwa 11.500.
Das Motorradwerk in Zschopau ist die Geburtsstätte der Marke DKW und beherbergt seit 1952 das Motorradwerk Zschopau.
Geografie
Geografische Lage
Die Stadt Zschopau liegt südöstlich der Stadt
Chemnitz im Tal des gleichnamigen
Flusses. Östlich der Stadt liegt das
Waldhufendorf Krumhermersdorf.
Stadtgliederung
Geschichte
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Die Burg wurde Mitte des
12. Jahrhunderts errichtet und diente zum Schutz der Furt der
Salzstraße durch die Zschopau. Kurz darauf entstand wahrscheinlich auch die Stadt.
1286 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als „Schapa“,
1292 die Bezeichnung Zschopaus als „
civitas“. Ab Mitte des
14. Jahrhunderts wurde auch in Zschopau Bergbau (insbesondere Silberbergbau) betrieben.
1456 fiel die Burg und die Stadt Zschopau an den sächsischen Kurfürsten.
1494 wurde die spätgotische Stadtkirche St. Martin errichtet und
1516 erstmals eine Brücke über die Zschopau erwähnt. Mit der Reformation
1539 wurde Zschopau eine eigenständige Parochie, eine Stadtschule wurde
1543 erstmals erwähnt. Ab Mitte des
16. Jahrhunderts wurde die Burg durch die sächsischen Kurfürsten zu einem Jagdschloss umgebaut, das die Bezeichnung „Wildeck“ erhielt.
1741 wurde eine überdachte Holzbrücke über die Zschopau errichtet. Nach einem Stadtbrand
1748 wurde die wiederaufgebaute Stadtkirche
1751 eingeweiht. Durch Johann Jacob Bodemer wurden ab
1802 eine Bleiche sowie weitere Fabrikgebäude am Zschopauufer errichtet. In den Jahren
1812 bis
1815 wurde die steinerne Brücke über die Zschopau erbaut. Ab
1819 stellte Bodemer Spinnmaschinen auf. In der Folgezeit entwickelte sich sein Unternehmen zu einem der größten Baumwollspinnereien Sachsens.
1845 wurde in der Bodemer-Fabrik eine Fabrikschule eingerichtet.
1866 erhielt die Stadt mit dem Bau der
Zschopautalbahn Bahnanschluss. Die Freiwillige Feuerwehr wurde
1869 gegründet. Im selben Jahr erfolgte die Gründung eines Lehrerseminars in der Stadt. Zum Antrieb von Wasserturbinen für die Bodemerfabriken wurde ein großes Wehr in der Zschopau errichtet.
1888 wurde die Bürgerschule, heute Mittelschule „Martin Andersen Nexö“, fertig gestellt. Die erste Telefonleitung wurde
1891 und die städtische Wasserversorgung
1893 in Betrieb genommen. Das Stadtkrankenhaus wurde
1897 eröffnet.
1907 erwarb der Däne
Jørgen Skafte Rasmussen eine stillgelegte Tuchfabrik im Dischautal und gründete eine Armaturenfabrik. In dieser wurde
1916 ein Dampfkraftwagen entwickelt.
1918 erfolgte die Gründung einer „Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft“. Durch diese wurden in der Folgezeit zahlreiche Siedlungshäuser erbaut.
1919 wurde durch den Ingenieur
Hans Ruppe ein kleiner
Zweitaktmotor entwickelt, der den Grundstein für die nachfolgende Motorradproduktion in Zschopau legte.
1928 war
DKW die größte Motorradfabrik der Welt. Im gleichen Jahr begann der Bau der Häuser in der DKW-Siedlung. Das städtische Wasserwerk wurde
1930 in Betrieb genommen. Die Einweihung der Sprungschanze an der Thumer Straße erfolgte
1933.
1941 wurden die ersten Häuser in der „Neuen Heimat“ erbaut sowie
1942 ein Kindergarten eingeweiht. Bei einem Bombenangriff am
19. März 1945 wurden 11 Häuser sowie die Schulturnhalle zerstört und 23 Menschen getötet.
Städtepartnerschaften
Partnerschaften bestehen seit 1972 mit der Stadt
Louny und seit 1990 mit der Stadt
Neckarsulm.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
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Die Museen der Stadt konzentrieren sich auf das fast vollständig restaurierte Schloss Wildeck in der Altstadt. Hier finden sich ein „Museum zur Geschichte und Entwicklung des Motorradbaus in Zschopau“, ein „Museum zur Geschichte des Buchdrucks“ mit Schauwerkstatt sowie ein „Münzprägemuseum“ mit Schauwerkstatt. Des Weiteren ist ein „Museum zur Stadtgeschichte“ sowie eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen im Schloss untergebracht.
Musik
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Bereits im 18. Jahrhundert existierte in Zschopau eine Stadtpfeiferei die im Jahre 1828 durch die städtischen Musikkapelle ersetzt wurde. Später entstanden neben einem Orchester weitere Musikgruppen aus der städtischen Musikschule heraus (heute Musikschule des Landkreises). Vor allem in den Mauern des Lehrerseminars fanden sich Musiker zu Gruppen und verschiedenen Chören zusammen. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden neben den Schulorchestern in 2 Oberschulen, ein Pionier-Blasorchester sowie 1965 der Jugendchor der Oberschule "Clara Zetkin" (heute Gymnasium Zschopau), der als beachtlicher Klangkörper mit heute über 50 Sängern in seiner Geschichte auch über die Grenzen der Stadt hinaus Bedeutung erlangt hat. Der Jugendchor Zschopau findet vor allem durch sein sehr weit gefächertes Repertoire Beachtung. Das sakrale Musikleben wird heute vor allem von der Kantorei der St. Martins-Gemeinde geprägt, die seit den 70er Jahren, damals unter Kantor Zschokke, durch eine umfangreiche Musikpflege und Aufführung bedeutender Werke das kulturelle Leben der Stadt bereichert. Weiterhin existieren heute ein städtischer Chor, ein Männerchor sowie, vor allem im Stadtteil Krumhermersdorf, Musikgruppen, die sich der Pflege der erzgebirgischen Musikkultur verschrieben haben.
Brauchtum
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Der Erzgebirgsverein der Stadt hält das regionale Brauchtum lebendig. Unter dem Dach des Schnitzerheims treffen sich die Mitglieder regelmäßig, um traditionelle Handwerkstechniken zu erhalten und weiterzugeben. Im Schloß Wildeck besteht ebenfalls ein Klöppelkreis. Gemeinsam werden regelmäßig Ausstellung veranstaltet oder an regionalen Treffen mitgewirkt.
Auch der Betrieb der Großpyramide, die zur Weihnachtszeit auf dem Markt aufgestellt ist, erfolgt durch den Erzgebirgsverein.
Insgesamt ist das erzgebirgische Brauchtum noch lebendig, was sich vor allem in der Advents- und Weihnachtszeit an den zahllosen mit Schwibbögen beleuchteten Fenstern zeigt.
Parks
Neben einem Grüngürtel, der die Altstadt umgibt, befinden sich direkt im Stadtzentrum die sogenannten „Anlagen“. Der neugestaltete Schlosspark wird nach einer Erweiterung im Laufe des Jahres
2006 eröffnet.
Sport
Regelmäßig im Oktober findet die
Enduroveranstaltung
Rund um Zschopau statt. Neben dem jährlich stattfindenden Finallauf zur Deutschen Meisterschaft fanden
1990 und
2004 auch Weltmeisterschaftsläufe in Zschopau statt. Zu den Veranstaltungen kommen regelmäßig über 40.000 Zuschauer.
Auf der Skipiste mit Liftanlagen und einer Schanzenanlage werden auch im Wintersportbereich Wettkämpfe ausgetragen. Ebenfalls bedeutend ist die Sportförderung im Bereich des
Kanusports, beim
Ringen und verschiedenen Ballsportarten.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Anfang April: Mittelalterliches Spektakel im Schloss, Frühlingsfest
- Mai: Blasmusiktreffen im Schloss
- Anfang Juni: Gleichmäßigkeitswettbewerbe mit historischen Motorrädern und Automobilen
- Juni – September: Konzertreihe im Schlosshof
- Juli: Landschafts- Burgenlauf, Bootshausfest
- Ende August: Schloss- und Schützenfest
- September: Wein- und Altstadtfest
- Oktober: Endurolauf, Herbstfest
- Dezember: Weihnachtsmarkt im Schloss
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Zschopau ist über die 4-spurig ausgebaute
Bundesstraße 174 nach
Chemnitz und von dort über den Stadtring an die Bundesautobahnen
A 4 und
A 72 angebunden. Weiter besteht über die B 174 eine Verbindung nach
Nordböhmen und
Prag.
Mit der
Zschopautalbahn bestehen direkte Verbindungen nach
Chemnitz und
Annaberg-Buchholz im Stundentakt sowie nach
Nordböhmen.
Busverkehr: Knotenpunkt von Regional- und Fernlinien
Öffentliche Einrichtungen
In Zschopau ist der Sitz eines Landesvermessungsamtes und eines Finanzamtes.
Bildung
zwei Grundschulen, zwei Mittelschulen, Gymnasium Zschopau (mathematisch-naturwissenschaftliches, sprachliches, musisches Profil), Berufsschulzentrum, private Ausbildungsinstitutionen
Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Weblinks
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