| Wissenschaftlicher Name
|
| Zootoca vivipara
|
| Jacquin, 1787
|
Die
Waldeidechse (
Zootoca vivipara; vormals
Lacerta vivipara), auch
Bergeidechse oder
Mooreidechse, gehört zur
Klasse der
Reptilien (Reptilia) und in der Unterordnung
Echsen (Lacertilia = Sauria) zur
Familie der
Echten Eidechsen (Lacertidae).
Merkmale
Die Waldeidechse hat eine Gesamtlänge von maximal 18 Zentimetern; davon entfallen bis zu sechs, bei den Weibchen bis zu sieben Zentimeter auf Kopf und Rumpf. Der kräftige Schwanz erreicht das 1,25- bis zweifache der Kopf-Rumpf-Länge (Maximalwert bei Männchen). Die Art ist schlank, kurzbeinig und weist einen, im Vergleich beispielsweise zur
Zauneidechse, kleinen, ziemlich abgeflachten Kopf auf - bei den Weibchen noch mehr als bei den Männchen. Das sogenannte Halsband ist stark gezähnt und die im Querverlauf nur 25-37 Rückenschuppen sind sehr rau und gewöhnlich gekielt. Die Grundfärbung ist braun, manchmal auch grau. Dazu zeigen viele Tiere einen dunklen, in Einzelflecke aufgelösten "Aalstrich" auf dem Rücken, dunkle Seiten sowie helle, strichförmige Flecken auf der Oberseite (sehr variabel). Die Kehle ist weißlich oder bläulich, der Bauch hell- oder dunkelgelb; bei Männchen zur Paarungszeit orange oder seltener rötlich und dann oft mit dunklen Flecken übersät. Die Jungen sind sehr dunkel - nahezu schwärzlich - und bronzefarben. Sie messen nach der Geburt etwa 30 bis 40 Millimeter. Manchmal kommen auch komplett schwarz gefärbte Alttiere vor, sogenannte Schwärzlinge.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Waldeidechse ist eurasisch und reicht von NW-Spanien und Irland im Westen bis nach Ostsibirien und zur Insel
Sachalin im Osten sowie von der
Barentssee und dem Eismeer im Norden bis zur
Po-Ebene, Südserbien, Bulgarien und Nordkasachstan im Süden. Sie ist die am weitesten nach Norden vordringende Reptilienart und erreicht am Varanger-Fjord den 70. Breitengrad. Die Höhenverbreitung geht in den Alpen bis 2200 (3000) m NN.
Lebensraum, Lebensweise
Als Lebensraum werden Moore, Heiden, Grasfluren, aufgelassene Steinbrüche und Sandgruben, Dünen sowie Waldflächen und -ränder im Flach-, Hügel- und Bergland besiedelt; dabei werden vegetationsreiche Saumstrukturen, Böschungen und Lichtungen bevorzugt. Die Art ist feuchtigkeitsbedürftiger als andere Eidechsenarten; bei Gefahr flieht sie auch ins Wasser und durchschwimmt dieses. Die Waldeidechse ist tagaktiv und meist standorttreu. Gelegentlich kommt es aber vor, dass sogenannte "Pioniere" zum Abwandern entschließen; sie sind dafür verantwortlich, dass auch neuer Lebensraum besiedelt wird. Die Weibchen sind in der Regel lebendgebärend (
ovovivipar; siehe auch wissenschaftl. Artname!) und setzen 2-12 Junge ab (abhängig von Größe und Alter des Weibchens) - in den Pyrenäen und im Zentralmassiv sollen sie aber manchmal auch Eier legen. Die Anpassung der Ovoviviparie ermöglicht der Waldeidechse das Vordringen in kältere Lebensräume als ausschließlich eierlegende Arten wie die
Zauneidechse. Die Geburt erfolgt nach etwa zwei Monaten Tragzeit. Die Jungen sind vom ersten Tag an auf sich allein gestellt und lernen durch Probieren, ungeeignete von genießbarer Beute zu unterscheiden. Geschlechtsreif werden die Tiere mit etwa zwei Jahren.
Gefährdung
- Zerstörung von Magerbiotopen (Heide, Waldränder)
- Beseitigung von Totholz, Steinhaufen, Natursteinmauern
- Aufforsten von Flächen (wichtige Sonnenplätze gehen verloren)
- Pestizideinsatz auf Feldern und in Wäldern (indirekte Vergiftung durch Aufnahme von belasteten Futtertieren; Mangel an Beuteinsekten)
Gesetzlicher Schutzstatus
Rote Liste-Einstufung
- Rote Liste Bundesrepublik Deutschland - n (nicht aufgeführt)
Sonstiges
Im Jahr 2006 wurde die Waldeidechse von der Deutschen Gesellschaft für
Herpetologie und Terrarienkunde e.V.
zum ersten "Reptil des Jahres" gekürt. Damit soll die "erfolgreichste" Reptilienart der Welt in das öffentliche Bewusstsein gerufen werden.
Weblinks
Echsen
Живороден гущер | Ještěrka živorodá | Skovfirben (Zootoca vivipara) | Viviparous lizard | Sisilisko | Lézard vivipare | Gyvavedis driežas | Levendbarende hagedis | Firfisle | Jaszczurka żyworodna | Skogsödla