Eine Zitation bezeichnet vor allem in der Bibliothekswissenschaft den direkten Verweis von einer Publikation auf eine andere. Für die Form des Verweises gibt es eine Vielzahl von Systemen und Regeln für Literaturangaben, die in der Regel mindestens Autor, Titel und Jahr einer Publikation enthalten. Während beim Zitat der zitierte Wortlaut oder Sachverhalt im Mittelpunkt steht, bezieht sich die Zitation auf die konkrete Quelle. Der verwandte Ausdruck »Zitierung« bezeichnet in der Regel eher den Vorgang oder die Art und Weise des Zitierens.
Zitationen sind insbesondere in der wissenschaftlichen Literatur von Bedeutung, da an wissenschaftliche Publikationen besondere Ansprüche im Hinblick auf die Methode und Nachvollziehbarkeit des Erkenntnisgewinns und den Umgang mit Informationsquellen gestellt werden. Das Phänoment des Nicht-Zitieren von anderen Werken wird als Uncitedness bezeichnet.
Das Äquivalent zur Zitation in der Webometrie wird Sitation genannt.
Da davon ausgegangen wird, dass gute Arbeiten häufiger zitiert werden, wird die Anzahl der Zitationen, die ein wissenschaftlicher Beitrag erfährt, oft als Maß für seine Qualität verwendet. Diese gängige Praxis ist jedoch nicht unproblematisch, da manchmal die inhaltliche Bewertung vernachlässigt zu werden droht und rein statistische Kriterien den Ausschlag geben. Die Tatsache, dass ein bestimmter Autor oft zitiert wird, kann aber unterschiedlichste Gründe haben kann und erlaubt nicht in jedem Fall eine Aussage über die Güte seines Beitrags. Auch kann es zur Bildung so genannter Zitierzirkel kommen (Zitierst du mich, zitier’ ich dich), die das Ergebnis verfälschen (boshafterer Name: Zitierkartell, siehe »Matthäuseffekt«).
Konkrete Kritikpunkte von Zitationsanalysen
Trotz der sicherlich berechtigten Kritik an einzelnen Zitationen, hat sich der Science Impact Index (SII) als Maß für die Forschungsqualität eines Wissenschaftlers als wertvolle objektive Orientierungshilfe erwiesen. Der SII ist eine Zitationsrate. Sie entspricht der Anzahl der Wissenschaftler, welche die Arbeiten eines Autors innerhalb eines Jahres in einer Zeitschrift mit Impact-Faktor (IF) zitieren. Dabei werden auch Bücher, Buchbeiträge und Veröffentlichungen in Zeitschriften ohne IF erfasst, dann nämlich, wenn Sie in IF-Zeitschriften zitiert werden. Zumindest in naturwissenschaftlichen und medizinischen Fachgebieten lässt der SII bei Wissenschaftlern, die schon wenigstens sieben Jahr lang Möglichkeiten zum Forschen hatten, eine so verlässliche Positionsbestimmung unter Fachkollegen und eine so stabile Vorhersage über die folgenden Jahre zu, wie sie durch andere Maße und Gutachter bisher nicht erreicht werden.
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