Im Altgriechischen wird der Zirkumflex, der dort Paralipomeni heißt, meist als rundes Dach oder wie eine spanische Tilde (~) geschrieben. Er bezog sich für die Alten Griechen selbst auf Vokallänge und Betonung, das Altgriechische war nämlich eine Tonsprache; er klang jedenfalls anders als der Akut, der genaue Klang des Zirkumflex ist allerdings nicht überliefert. In den beiden heute üblichen Ausspracheformen des Altgriechischen – der neugriechischen Aussprache und der westlichen Schulaussprache, beides keine Tonsprachen mehr – klingt er genauso wie der Akut. Im Neugriechischen wurde er daher 1982 durch den Akut ersetzt, weil er Schülern nur überflüssigen Lernaufwand verursachte, einige konservative oder ältere Menschen in Griechenland verwenden ihn allerdings noch heute.
In der französischen Sprache markiert der Zirkumflex über Vokalbuchstaben in den meisten Fällen den Ausfall eines nachfolgenden altfranzösischen „s“, vgl. altfranz. estre, neufranz. être „sein“. In einigen Fällen wird der französische Zirkumflex aber nur zur Kennzeichnung einer Vokaldehnung verwendet, ohne dass ein „s“ ausgefallen wäre, so z. B. bei théâtre „Theater“ von lateinisch theatrum. Schließlich dient der französische Zirkumflex manchmal auch dazu, um homophone (gleich klingende) Wörter wenigstens in der Schreibweise zu unterscheiden, z. B. sûr „sicher“ und sur „auf“.
Im Chichewa bezeichnet Ŵ, ŵ (W, w mit Zirkumflex) den bilabialen Frikativ /β/, so z. B. im Landesnamen Malaŵi (dt.: Malawi).
Im Esperanto taucht der Zirkumflex über den Konsonanten c, g, h, j und s auf. Aussprache in der gleichen Reihenfolge: tsch („Tschechien“), stimmhaftes dsch („Dschungel“), Ach-Laut („ach“), stimmhaftes sch („Journal“), sch („Schlange“).
In den neuesten ISO-Transliterationsregeln für das Russische bezeichnet der Zirkumflex über dem s den Buchstaben „Schtscha“ (Щ щ, Ŝ ŝ), über dem u den Buchstaben „Ju“ (Ю ю, Û û) und über dem a den Buchstaben „Ja“ (Я я, Â â). Damit kann jedem kyrillischen Buchstaben eineindeutig ein lateinischer Buchstabe zugeordnet werden. Die Rücktransliteration ist somit stets gewährleistet, was mit älteren Transliterationen nicht möglich ist (und noch weniger mit den verschiedenen Transskriptionen).
Als eigenständiges Zeichen wird der Zirkumflex in einigen Programmiersprachen und in TeX verwendet, um Potenzen zu kennzeichnen. Bei der Berechnung von Potenzen, z. B. mit einem Tabellenkalkulationsprogramm oder mit einem Taschenrechner schreibt man statt x² -> x^2. In der Programmiersprache C und davon abgeleiteten Sprachen wie C++ und Java bedeutet der Zirkumflex jedoch keine Potenzierung, sondern steht für die bitweise XOR-Operation. Des Weiteren findet er in der EDV bei regulären Ausdrücken Verwendung, um für auf Zeichenketten angewendete Suchmuster den Zeilenbeginn zu kennzeichnen oder bestimmte Zeichen mittels Negation auszuschließen.
Unicode enthält weitere fertig zusammengesetzte Zeichen mit Zirkumflex und kann beliebige Zeichen mit Zirkumflex durch Nachstellen eines kombinierenden Zirkumflex darstellen.
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