| Strukturformel | |
|---|---|
| Allgemeines | |
| Name | Zinkoxid |
| Andere Namen | Zinkweiß, Chinesischweiß, C.I. 77947, Pigment Weiß 4 |
| Summenformel | ZnO |
| CAS-Nummer | 1314-13-2 |
| Kurzbeschreibung | weißes Pulver |
| Eigenschaften | |
| Molmasse | 81,83 g/mol |
| Aggregatzustand | fest |
| Dichte | 5600 kg/m³ |
| Schmelzpunkt | 1975 °C (unter Druck) |
| Siedepunkt | - |
| Dampfdruck | - |
| Löslichkeit | unlöslich in Wasser |
| Sicherheitshinweise | |
| R- und S-Sätze | R: 50/53 |
| MAK | 3 mg/m³ |
| WGK | 2 |
Zinkoxid oder Zinkblüte (ZnO) ist eine chemische Verbindung, die einerseits farblose, hexagonale Kristalle bildet oder andererseits als lockeres, weißes Pulver vorliegt.
Die traditionelle Bezeichnung Zinkweiß (Chinesischweiß, Ewigweiß, Schneeweiß) stammt von der Verwendung als weißes Farbmittel in Malerfarbe.
Medizinische Präparate zur Haut- und Wundbehandlung enthalten oft Zinkoxid wegen dessen antiseptischer Wirkung.
Zinkoxid dagegen gewinnt man entweder aus der Durchführung der Herstellung nach dem so genannten amerikanischen Verfahren aus Zinkerzen oder -Schrott durch Röstung, durch Reduktion mit Kohle und direkte anschließende Reoxidation oder nasschemisch durch Fällung als Hydroxid oder Carbonat aus Zinksalzlösungen und anschließende Calcination.
Zinkoxid entsteht durch die Verbrennung von Zink. Dabei kann sich das Oxid in feinfilziger, wollartiger Form (Lana philosophia) bilden.
Es kann aber auch durch Glühen (Pyrolyse) von Zinkhydroxid, Zinkcarbonat oder Zinknitrat gewonnen werden:
Beim Rösten von Zinksulfid entsteht ebenfalls Zinkoxid:
Je nach Anwendungsbereich kann durch variieren der Reaktionsbedingungen Zinkoxid in unterschiedlichen Qualitäten hergestellt werden. Industriell produzierte Zinkoxidpigmente sind häufig bleihaltig und somit zusätzlich mit dem Gefahrensymbol Xn (gesundheitsschädlich) zu kennzeichnen.
Dünne Schichten von Zinkoxid stellt man durch physikalische Abscheideverfahren (PVD) wie Sputtern und Chemische Gasphasenabscheidung (CVD) her. CVD ermöglicht die Entstehung rauer Öberflächen, die sich dadurch auszeichnen, einfallendes Licht zu streuen und z.B. Solarzellen einen höheren Wirkungsgrad zu verleihen.
Die Verbindung absorbiert ultraviolette Strahlung. Nur geringste Verunreinigungen bewirken, dass sie auch im sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums Absorption zeigt und somit farbig erscheint.
Zinkoxid ist ein direkter Halbleiter mit einer Bandlücke von 3,2 - 3,4 Elektronenvolt. N-dotierte, z.B. Aluminium oder Sauerstoff-Defekte enthaltende dünne Schichten dieses Materials sind transparent und elektrisch leitend, sowie piezoelektrisch.
Zinkoxid ist in Wasser unlöslich, während verdünnte Säuren es unter Salzbildung lösen. Mit Alkali wie z.B. Natronlauge frisch gefälltes, hydratisiertes Zinkoxid löst sich bei einem Überschuss an Base wieder auf. Dabei entsteht ein lösliches Zinkat.
Wird die Verbindung mit Cobaltoxid (CoO) zusammen bei Anwesenheit von Sauerstoff erhitzt, so entsteht ein grüner Zink-Cobalt-Spinell (Rinmanns Grün):
Reines Zinkoxid ist ungiftig.
Als Bestandteil pharmazeutischer Zinksalben, -pasten und -pflastern (Leukoplast) sowie Sonnenschutzmitteln und als Zusatz bei der Vulkanisation von Kautschuk und Buna findet Zinkoxid Verwendung. Zudem kommt es als Luminophor in Leuchtstoffröhren zum Einsatz.
Forscher des schweizer Paul-Scherrer-Instituts in Villigen versuchen, die Sonnenkraft in chemische Energie umzusetzen. Sie fokussieren dazu Sonnenstrahlen auf einen Schmelztiegel. Das Licht trifft bei über 1200 °C auf Zinkoxid, das daraufhin verdampft und zu metallischem Zink umgewandelt wird, wenn dafür gesorgt wird, dass das entstehende Zink nicht sofort wieder oxidiert. Da dieses gelagert und transportiert werden kann, lässt sich so die Energie der Sonne speichern und später z.B. in Zink-Luft-Batterien direkt als elektrische Energie oder zur Produktion von Wasserstoff nutzen. Leider ist dies vereinfacht dargestellt, denn aus den Zink-Luft-Batterien wird das entladenen Zn- ZnO zusammen mit KOH entnommen.
Als Halbleiter findet Zinkoxid Verwendung bei der Herstellung blauer Leuchtdioden (LED), Flüssigkristallbildschirme (TFT) und Dünnschicht-Solarzellen.
Zinkoxid wird als DZO (Depleted Zinc Oxide) dem Kühlwasser von Kernreaktoren (Siedewasserreaktoren) beigegeben, um das Korrsionsverhalten der mit dem Kühlwasser in Berührung kommenden Komponenten zu verbessern.
Chemische Verbindung | Katalysator | Pigment | Farbstoff | Pharmazeutischer Hilfsstoff
Цинков оксид | Zinc oxide | Óxido de zinc | 酸化亜鉛 | Cinko baltalas | Zinkoxide | Оксид цинка | 氧化鋅
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