Zhōukǒudiàn () oder Choukoutien oder Chou Kou Tien ist ein kleiner 42 km südwestlich von Peking gelegener Ort in China. Er ist bekannt für das dort befindliche Höhlensystem.
Bedeutung erlangte die Höhle durch mehrere archäologische Entdeckungen von fossilen Tieren und Frühmenschen sowie dazugehörige Brandspuren. Unter anderem wurden hier die Reste von etwa 40 sogenannten Peking-Menschen (Homo erectus) gefunden.
Der Name des Hügels Longgushan über den Höhlen kann mit Drachenknochen-Hügel übersetzt werden. Dies ist eine Bezeichnung für die Verwendung von Fossilien in der Chinesischen Medizin.
1927, in dem Jahr als dann die offiziellen Ausgrabungen begannen, identifizierte Dr. Davidson Black einen Zahn als nicht dem Homo sapiens zugehörig, sondern einer eigenen Gattung, die er Sinanthropus pekinensis oder Peking-Mensch nannte (heute als Homo erectus eingeordnet). 1929 fanden Pei Wenzhong und andere im Team einen ersten kompletten Schädel dieses Menschenvorgängers.
Klüfte im Kalkstein enthielten Ablagerungen des mittleren Pleistozän mit den Resten von etwa 40 Individuen, sowie Hinterlassenschaften von Tieren, frühe Werkzeuge (Chopping Tools) und Abschläge, die bei der Herstellung anfielen. Die ältesten waren etwa 500.000 Jahre alt und gehören damit in die Zeit der Elster- oder Mindel-Eiszeit. Im Jungpaläolithikum wurde das Höhlensystem durch Homo sapiens wieder genutzt, auch von diesem fanden sich Reste.
Im Dezember 1941 wurden während der Kriegswirren alle bisher gefundenen Teile der altsteinzeitlichen Individuen in Kisten verpackt, um in die USA transportiert zu werden. Nur zwei Zähne wurden schon früher nach Schweden geschickt. Zum Abtransport kam es wegen der japanischen Invasion Chinas nicht mehr. Eine Theorie geht davon aus, dass Japaner die Holzkisten nach Japan bringen wollten diese jedoch bei einem Angriff zerstört wurden. Als eine andere Hypothese wird genannt, dass die Fossilien als Drachenknochen auf dem lokalen Markt gelandet sind. Von den damaligen Funden existieren nur noch Gips-Abgüsse und die Aufzeichnungen zu den Funden.
In der Umgebung sind auch heute noch weiterhin wissenschaftliche Teams beschäftigt, wobei neue Höhlen mit derzeit noch nicht identifizierten Funden entdeckt wurden.
Der Krater Choukoutien auf dem Asteroiden (243) Ida wurde nach der Höhle benannt.
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