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Marschall Zhang Zuolin (, * 1873 in Haicheng, Provinz Liaoning; † 1928) war ein aus den in der Mandschurei stationierten Truppen der nordchinesischen Peking-Armee hervorgegangener Kriegsherr während der ersten Phase des Bürgerkrieges in China (1917-1937) und 1927-28 Präsident in Peking.

Biographie


Seine Eltern waren arme Bauern, deshalb wurde ihm keine schulische Ausbildung zuteil, und er schloss sich daher schon früh der Armee an. In diesem Rahmen war Zhang Zuolin schon 1895 am Krieg gegen Japan beteiligt, in dem China Korea verlor. Dadurch gewann Japan auch Einfluss auf die Mandschurei, die bis dahin eigentlich unter russischer Regie stand. Infolgedessen kam es 1904 zum Russisch-Japanischen Krieg, den Zhang Zuolin in den Reihen der Japaner miterlebte.

Aufgrund seiner Verdienste in dieser Zeit wurde er bei der Reorganisation der Truppen in der Mandschurei mit dem Kommando über eine Kolonne bedacht. Erneute Umstrukturierungen, die mit der Gründung der Republik China 1912 verbunden waren, verhalfen ihm zu weiterem Aufstieg. Die nächste Sprosse der militärischen Karriereleiter erklomm er, indem er nach anfänglicher Unterstützung des Vorhabens Yuan Shikais, sich als Kaiser Chinas einzusetzen, zwischenzeitlich Partei für dem entgegen gesinnte Gruppierungen ergriff, aber darauf von Yuan Shikai überzeugt wurde, sich doch wieder ihm anzuschließen. Das brachte ihm 1916 die Bestellung in das Amt des Militärgouverneurs von Fengtian ein, einem Gebiet, das der Provinz Liaoning entsprechen dürfte. Allerdings starb Yuan Shikai nur kurze Zeit darauf. Seit 1917 kommandierte Zhang die gesamte Fengtian-Fraktion der "Nördlichen Militaristen" und unterstützte den kaiserlichen Restaurationsversuch Pu Yis in Peking.

Zwei Jahre später übernahm es der Ministerpräsident Duan Qirui, ihn in das Amt des Generalinspekteurs der mandschurischen Truppen einzusetzen. In diesem Rahmen unterlag ihm ein quasi eigenständiger Herrschaftsbereich aller drei Nordostprovinzen. Als ein anderer Militärführer Zhang Zuolin 1919 Teile dieses Gebietes streitig zu machen versuchte, begaben sich Teile seiner Truppen auf seine Anweisung erstmals außerhalb dieses Territoriums in Gegenden südlich der Großen Mauer, bis hin nach Peking, und nach weiteren militärischen Auseinandersetzungen (Chili-Anhwei-Krieg) trat Ministerpräsident Duan Qirui von seinem Amt zurück.

Auch als 1921 der weißrussische General Robert von Ungern-Sternberg die Unabhängigkeit eines Teiles der Gebiete nördlich der Großen Mauer (die Äußere Mongolei war 1918-20 von den Nördlichen Militaristen besetzt), als Provisorische Mongolische Volksrepublik proklamierte, wurde Zhang Zuolin als Hochkommissar für das daran angrenzende Gebiet mit der Wahrung der chinesischen Interessen beauftragt und seine Machtstellung damit ausgeweitet. Dschang Dzo-lin stand 1920-21 aber bald im Einvernehmen mit dem weißgardistischen General bezüglich einer Restauration des Kaisertums sowohl in China und der Mongolei als auch in Russland. Beide Ziele gleichzeitig zu erreichen überstieg aber seine Möglichkeiten, so konnte er Ungern-Sternbergs Niederlage und Tod nicht verhindern. Monate später noch im gleichen Jahr waren es Verbände der Roten Armee der Sowjetunion, die diese Gebiete an sich rissen und in Revolutionäre Mongolische Volksrepublik umbenannten. Zhang Zuolin seinerseits weigerte sich, seinen Herrschaftsbereich noch weiter auszudehnen und gegen diese vorzugehen.

1922 zwangen ihn Kämpfe mit rivalisierenden Kriegsherren (Erster Chili-Fengtian-Krieg), sich wieder in die Mandschurei zurückzuziehen. Zwar wurde er vom Staatspräsidenten aus seinen Ämtern entlassen, aber mit Unterstützung der Japaner gelang es ihm, unter den ausländischen Mächten als Herrscher über die Gebiete anerkannt zu werden. In dieser Funktion schloss er nicht nur eigenständige Verträge mit diesen ab, sondern auch weiterhin im Namen der chinesischen Regierung, darunter ein Vertrag mit der Sowjetunion über die Eisenbahnen in der Mandschurei im Jahre 1924.

Bei einem Zusammentreffen mit Sun Yat-sen im gleichen Jahr gelang es diesem nicht, Zhang von seinen Vorhaben zu überzeugen. Im folgenden Jahr entschloss er sich zu einem militärischen Vorstoß in Richtung Shanghai und Zentralchina (Zweiter Chili-Fengtian-Krieg seit 1924), es gelang ihm aber nicht seine Stellung vor Ort zu sichern. Als Gegenbewegung kam es 1926 zu einem Aufbruch der Guomindang-Truppen unter dem Befehl Chiang Kai-sheks in Richtung Norden, dem Nord-Feldzug. Dem stellten sich die Kriegsherren entgegen, indem sie unter dem Befehl Zhang Zuolins eine Einheit formierten. Nachdem er seinen Machtbereich über ganz Nordchina ausgeweitet hatte, wurde er Generalissimus und Präsident in Peking. Doch Chiang Kai-sheks Armeen siegten 1927 und nahmen 1928 auch Peking ein. Zhang Zuolin seinerseits versuchte, sich in die Mandschurei zurückzuziehen. Seine angestrebte Kaiserkrönung widersprach jedoch den japanischen Vorstellungen einer abhängigen Neuordnung Chinas. Vermutlich steckte der japanische Geheimdienst hinter einer Autobombe, die den Marschall tötete.

Sein Sohn Zhang Xueliang schloss daraufhin ein Bündnis mit den chinesischen Nationalisten Chiang Kai-sheks, setzte sich unter Dschangs Nachfolgern durch und lieferte die Mandschurei der Kuomintang-Regierung aus, was die Japaner 1931 zum Mukden-Zwischenfall, der Mandschurei-Krise und schließlich zur direkten Invasion provozierte.

Dschang Dzolins früherer Stellvertreter Dschang Dsching-huei wurde 1935 Premierminister des von den Japanern in der eroberten Mandschurei errichteten Marionettenstaates Mandschukuo.

Mann | Militärperson (China) | Geboren 1873 | Gestorben 1928

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