Zevenaar ist eine Gemeinde der Provinz Gelderland im Osten der Niederlande. Die Gemeinde hat etwa 31.000 Einwohner (Stand: Januar 2005). Ihre Oberfläche beträgt jetzt etwa 58 km².
Mit der Gemeindereform vom 1. Januar 2005 wurde die nördlich gelegene Gemeinde Angerlo am südlichen Ufer der IJssel mit Angerlo und den Kirchdörfern Giesbeek und Lathum sowie den Bauernschaften Bahr und Bingerden (insgesamt etwa 5.000 Einwohner) aufgelöst und Teil der Gemeinde Zevenaar.
Ortsteile
(Einwohnerzahlen: ungefähre Angaben, Stand 2005)
- Angerlo (1.400 Einwohner)
- Babberich (2.000 Einwohner)
- Giesbeek und Lathum (2.850 bzw. 750 Einwohner)
- Oud-Zevenaar und Ooy (insgesamt etwa 750 Einw.)
- Zevenaar (Stadt mit 22.500 Einwohnern)
Lage und Wirtschaft
Zevenaar liegt, nicht weit der Mündung der
IJssel in den
Rhein, 10 km östlich von
Arnheim an den Auto- und Eisenbahnen Arnheim -
Doetinchem und Arnheim -
Oberhausen. Schnellzüge halten nicht in Zevenaar.
Diese grenznahe Lage hat dazu geführt, dass viele Transportunternehmen und Logistikfirmen in Zevenaar ihren Sitz haben. Auch werden u.a. Tinte und Möbel hergestellt, und es gibt auffällig viele Autobetriebe.
Geschichte
Im Jahr
1382 entriss das
Herzogtum Kleve das strategisch gelegene Dorf Sevenaer dem
Grafen von Geldern. Die Klever verliehen dem Ort, der nie mehr als 1000 Einwohner hatte,
1487 das Klever
Stadtrecht. Sevenaer hatte eine Burg, und war von Stadtmauern mit vier Toren umgeben. Im
18. Jahrhundert kam es an
Preußen. Dadurch, dass in Preussen größere Religionsfreiheit bestand, konnten die Katholiken, die in den benachbarten Niederlanden ihre Kirchen den Protestanten hatten abtreten müssen, weiterhin die Gotteshäuser benutzen und
Prozessionen halten, was in den Niederlanden damals verboten war.
Im Jahr
1816 kam Zevenaar, zusammen mit Wehl (jetzt Gemeinde
Doetinchem) und noch einigen anderen Orten in der Umgebung, an das Königreich der
Niederlande. Es wurde
1856 an das Eisenbahnnetz angeschlossen und entwickelte sich zu einem typischen Grenzstädtchen mit Transportunternehmen usw. Der
Tintenfabrikant Max von
Gimborn gründete dort
1907 eine Tintenfabrik, die in den
1950er Jahren für große Bodenverschmutzung sorgte. Zevenaar wurde im
Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Nach etwa
1950 entwickelte sich die Stadt stark und günstig.
Sehenswürdigkeiten
- die romanische Kirche (um 900 erbaut) im Dorf Oud-Zevenaar
- die Jachthäfen und Wassersportgebiete an der IJssel bei Lathum
- die jährlichen Schützenfeste und Prozessionen in mehreren Orten der Gemeinde
- die Museumssteinfabrik bei Ooy
- das Herrenhaus Bingerden in Angerlo
- das Dorf Babberich, an der deutschen Grenze, mit Campingplätzen und dem Herrenhaus Halsaf
Weblinks
Ort in den Niederlanden
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