Vertreibung 1.jpg]] Das Zentrum gegen Vertreibungen ist eine Stiftung, die vom Bund der Vertriebenen (BdV) in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Ziel ist die Errichtung eines Dokumentationszentrums über Vertreibungen in Berlin.
Das Zentrum gegen Vertreibungen soll
Geplant sind nach bisheriger Konzeption Ausstellungen zu folgenden Themen:
Vorsitzende der Stiftung sind Erika Steinbach (CDU) und Peter Glotz † (SPD).
Das Projekt wird auch dahingehend kritisiert, dass sich mit ihm der Bund der vertriebenen Deutschen ungefragt und unbevollmächtigt das Gedenkinteresse anderer vertriebener Völker bzw. Volksgruppen aneigne. Zweck dieser Aneignung sei, die Hauptursache für die Vertreibung der Deutschen aus Ostmitteleuropa, den Unterjochungs- und Vernichtungskrieg des Deutschen Reiches in Ost- und Ostmitteleuropa, aus den Inhalten einer deutschen Vertriebenengedenkstätte weitgehend auszuklammern.
Demgegenüber argumentieren Befürworter, dass das Zentrum gegen Vertreibungen Vertriebene aus allen europäischen Völkern einbezieht, um eine einseitige Fokussierung auf die deutschen Vertriebenen zu verhindern. Vertreter anderer vertriebener Volksgruppen würden in die Gestaltung des Zentrums einbezogen. Eine angemessene Aufarbeitung der Thematik sei bisher unterblieben. Vielen Vertreibungen habe ein "völkisches Denken" zugrunde gelegen, weil nicht die persönliche Schuld, sondern allein die ethnische Zugehörigkeit den Ausschlag gegeben habe. Die Vertreibungen des zwanzigsten Jahrhunderts seien nur zum Teil aus Rache bzw. Vergeltung erfolgt. Auch persönliches Macht- bzw. Besitzstreben, (pseudo)historische Ideologien und das Ziel, ethnische Minderheiten zu beseitigen, hätten eine Rolle gespielt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin. Gerhard Schröder (SPD) hatte sich bei seinem Polen-Besuch Anfang August 2004 dagegen ausgesprochen. Viele Historiker und Intellektuelle haben sich jedoch für das Zentrum ausgesprochen.
Alternativvorschläge aus dem In- und Ausland (über die Parteigrenzen hinweg kontrovers diskutiert) sind Breslau, Sarajewo, Schweden oder Priština. Der ehemalige DDR-Politiker und SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Meckel initiierte das Gegenprojekt eines Europäischen Zentrums gegen Vertreibungen. Meckel will die konkrete Gestaltung des Zentrums einer internationalen Kommission übertragen.
Das Recht auf die Heimat ist ein völkerrechtlicher Begriff, der von französischen, belgischen und griechischen Völkerrechtlern bereits vor dem zweiten Weltkrieg vertreten wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Recht auf die Heimat vor allem durch die deutschen Völkerrechtler Kurl Rabl, Rudolf Laun, Otto Kimminich und Dieter Blumenwitz getragen, auch vom österreichischen Völkerrechtler Felix Ermacora und vom amerikanischen Völkerrechtler und Historiker Alfred de Zayas im Zusammenhang mit den "ethnischen Säuberungen" in Jugoslawien erläutert.
Zentrum gegen Vertreibungen | Centre Against Expulsions | Zentrum gegen Vertreibungen | Zentrum gegen Vertreibungen
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