Die Zentralprojektion (auch Zentral-Perspektive) ist ein mathematisch definiertes Verfahren zur Abbildung dreidimensionaler Objekte auf eine zweidimensionale Bildebene.
Das abzubildende Objekt, im Beispiel rechts die verschachtelten Dreiecke, wird von einem in endlicher Entfernung liegenden Projektionszentrum, wie der Irisblende des menschlichen Auges oder der Lochblende der Kamera durch die Projektionsstrahlen (Lichtstrahlen) auf eine Bildebene wie die Netzhaut oder einen fotografischen Film projiziert.
In der Prinzipskizze liegt die Bildebene zwischen Objekt und Projektionszentrum. Beim Auge und der Kamera liegt sie dahinter: Die Projektionsstrahlen werden dazu über das Projektionszentrum hinaus verlängert.
Wenn die Bildebene vom Projektionszentrum weg verschoben wird, vergrößert sich die Abbildung maßstabsgerecht.Wird der Abstand zwischen Bildebene und Projektionszentrum verkleinert, so wird auch die Abbildung verkleinert.
Lochkamera_prinzip.jpgBei Objekten, die auf dem gleichen Projektionsstrahl liegen, wird nur das dem Projektionszentrum am nächsten gelegene gesehen. Alle anderen sind hinter diesem versteckt. Die Gerade, die senkrecht auf der Bildebene steht und gleichzeitig durch das Projektionszentrum geht ist die Bildachse. Auf der Bildachse ist das Bild unverzerrt. Je weiter sich ein Bildpunkt vom Durchstoßpunkt dieser Geraden durch die Bildebene entfernt, desto größer wird die Verzerrung. Wird die Bildebene gegenüber der Senkrechten gekippt, so ist die Verzerrung auch richtungsabhängig verschieden. Bei normalen fotografischen Anwendungen ist das unerwünscht. Deshalb ist der Film senkrecht zur optischen Achse des Objektives.
Typische Anwendungen finden wir auch
ParallelprojektionDPrinzip.jpgWenn das Projektionszentrum unendlich weit entfernt ist, dann verlaufen die Projekionsstrahlen parallel. Diese Sonderform der Zentralprojektion wird Parallelprojektion genannt. Wenn wir Schattenspiele mit der (angenähert) unendlich weit entfernten Sonne machen, so sind die Schatten Parallelprojektionen. Auch hier gibt es Verzerrungen, wenn die Projektionsfläche nicht senkrecht zur Verbindungslinie Sonne (=Projektionszentrum) und Objekt steht. Parallelprojektionen finden wir in Zeichnungen der Darstellenden Geometrie und z. B. bei Lichtpausverfahren.
Mathematisch gesehen sind Zentralprojektionen so genannte projektive Abbildungen.
In der Abbildung ist erkennbar wie die perspektivische Darstellung aus Grundriss und Aufriss entwickelt werden kann. Aus der Projektion eines Objektpunktes im Aufriss auf die Bildebene B und im Grundriss auf die Bildebene B' ergeben sich horizontale und vertikale Schnittgeraden, in deren Schnittpunkt das perspektivische Bild des Objektpunktes liegt.
Bei diesem Beispiel sind alle vertikalen Geraden auch in der Projektion parallel: ihr Fluchtpunkt liegt im Unendlichen. Wird der Fluchtpunkt für diese Geraden ins Endliche verlegt, so erhält man stürzende Linien wie bei der Vogelperspektive oder der Froschperspektive.
Grundriss, Aufriss und Seitenriss sind Parallelprojektionen.
Weitere Anwendungen:
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Zentralprojektion".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world