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Austria-Hungary map.svgs; Zentralkroatien und Slawonien werden zusammengefasst dunkelgrün dargestellt]]

Als Zentralkroatien, Kernkroatien, Hoch-Kroatien oder Mittelkroatien (kroat. središnja Hrvatska) wird das sogenannte Herzland Kroatiens bezeichnet, das geschichtlich gesehen das Kernland des Siedlungsgebietes der Kroaten bildet. Kernkroatien bildet seit dem 7. Jahrhundert nach Christus das Heimatland der Kroaten und hatte zu Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie gewisse Eigenverwaltungsrechte.

In der Tourismusbranche umfasst der Begriff "Mittelkroatien" die historische Gegend Zentralkroatiens ohne das Küstenland. Das Küstenland wird hierbei wohl aus klimatischen Gründen zum Kvarner gezählt.

Geographie und Wappen


Croatia, Historic Coat of Arms.svg und Symbol der Kroaten]]

Als Zentralkroatien wird in etwa das Gebiet des heutigen Kroatien ohne Istrien, Dalmatien und Slawonien bezeichnet. Zentralkroatien umfasst in etwa das kroatische Küstenland (das Hrvatsko primorje), die Dinarische Gebirgsregion (Kordun, Lika, Gorski kotar, etc.), die Banovina, das Hrvatsko Zagorje und das Murland (Međimurje) (das aber auch lange Zeit zu Ungarn gerechnet wurde).

Als typisches Wappen dieses Herzlandes der Kroaten gilt das rot-weiße Schachbrettmuster, das einen Großteil der kroatischen Flagge ausmacht und als Symbol für die Kroaten gilt.

Geschichte und Religion


siehe Hauptartikel: Geschichte Kroatiens

Zunächst herrschten über dieses Gebiet die kroatischen Könige. Nachdem der letzte kroatische König Zvonimir I., der mit einer ungarischen Prinzessin verheiratet war, kinderlos starb, bildete Kroatien, zusammen mit Slawonien, eine Personalunion mit Ungarn (Pacta conventa). Kroatien akzeptierte den ungarischen König als weltliches Oberhaupt und zugleich kroatischen König. Kroatien genoss somit eine Sonderstellung innerhalb des ungarischen Königreiches (später Österreich-Ungarn) und bewahrte gewisse Eigenverwaltungsrechte. Über die kroatischen Landesteile herrschte ein Ban.

Das Volk der Kroaten wurde im 9. Jahrhundert nach Christus christianisiert und ist seither fester Bestandteil der römisch-katholischen Kirche. Zentralkroatien als Hauptsiedlungsgebiet der Kroaten wurde daher stets als Teil Mitteleuropas angesehen und dem westeuropäischen Kulturraum (dem Christlichen Abendland) zugeordnet.

Andere Siedlungsgebiete der Kroaten


Östlich von Zentralkroatien in der pannonischen Tiefebene befindet sich Slawonien, das auch hauptsächlich vom Volk der Kroaten besiedelt ist. Slawonien bildete mit Kernkroatien stets eine Einheit, wurde aber als eigenständige Region angesehen und besitzt ein eigenes Wappen. Die Trennlinie zwischen dem kroatischen Herzland und Slawonien verläuft fließend, d.h. es gibt keine genaue Grenze. Beide Gebiete gehörten zu Zeiten der Monarchie zum Staatsgebiet Österreich-Ungarns, hatten innerhalb des ungarischen Reichsteiles aber autonome Rechte (Kroatien-Slawonien). Die Militärgrenze war dem direkten Militärkommando von Wien unterstellt und fiel nicht unter ungarisches oder kroatisches Hoheitsgebiet.

Teile des ursprünglichen Siedlungsgebietes der Kroaten waren im Verlaufe der Geschichte oft anderen Herrschaftseinflüssen unterworfen und wurden von anderen Herrschern verwaltet, als das eigentliche Zentralkroatien. So etwa gehörten Dalmatien und Istrien sehr lange zum venezianischen Reich, später eine Zeit lang sogar zum napoleonischen Frankreich.

Insbesondere die Türkenkriege führten zu einer Verkleinerung der kroatischen Gebiete und zu tiefgründigen geographischen und demographischen Veränderungen. Große Teile Bosnien und Herzegowinas, die heute einen eigenen Staat bilden, gehörten früher zu Kroatien. Durch osmanische Eroberungen und kulturelle Veränderungen veränderte sich das Bild dieser Regionen jedoch zum Teil enorm. Heute bilden die Kroaten eines der drei konstitutiven Völker Bosnien und Herzegowinas. Insbesondere im Süden des Landes, in der Herzegowina leben viele Kroaten.

Siehe auch


  • Kroatien (eigentliche Geschichte Kroatiens, heutige geographische Grenzen, Kultur, etc.)

 

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