Der Zellzyklus ist der zyklische Ablauf von Ereignissen in einer eukaryotischen Zelle von einer Zellteilung zur nächsten. Der Zellzyklus besteht im Regelfall aus Interphase und Mitose (Zellteilung).
G1-Phase (für engl. gap Lücke, Abstand), postmitotische Phase oder Präsynthesephase: Im Anschluss an die Mitose beginnt die Zelle wieder zu wachsen, Zellbestandteile (Cytoplasma oder Cytosol, Zellorganelle) werden ergänzt. Die nachfolgende Synthesephase wird durch Produktion von mRNA für Histone und Replikationsenzyme (DNA-Polymerasen, Ligasen) vorbereitet. Die Zentriolen teilen sich. Der Vorrat an Desoxyribonukleosid-Triphosphaten steigt. Diese Phase dauert im Mittel 3, bei in Kultur gehaltenen Säugerzellen zwischen 1 und 12 Stunden. In der G1-Phase liegt ein vollständiger Satz von Ein-Chromatid-Chromosomen vor.
S-Phase, Synthesephase: Reduplikation (Replikation) der DNA, Produktion der Histone. Dadurch entstehen aus den Ein-Chromatid-Chromosomen wieder Zwei-Chromatiden-Chromosome. Diese Phase dauert ca. 14 Stunden.
G2-Phase, prämitotische Phase oder Postsynthesephase: Das Endoplasmatische Retikulum wird eingeschmolzen, die Zelle bereitet sich auf die Mitose vor. In Geweben lösen sich die Zellkontakte zu den Nachbarzellen, die Zelle rundet sich ab und vergrößert sich durch Flüssigkeitsaufnahme. Es werden verstärkt RNA-Moleküle und zellteilungsspezifische Proteine synthetisiert, um die nachfolgende Mitose vorzubereiten. Die mittlere Dauer beträgt 1,5 bis 3 Stunden.
M-Phase (Mitose
G0-Phase, Ruhephase: Ausgereifte (ausdifferenzierte), nicht mehr teilungsfähige Zellen, die eine bestimmte Aufgabe innerhalb des Organismus wahrnehmen, verbleiben in der G1-Phase, die dann als G0-Phase bezeichnet wird. Zu diesen Zellen zählen beispielsweise Nervenzellen, Muskelzellen oder Erythrozyten. Einige Zelltypen verbleiben nach ihrer Ausdifferenzierung für Wochen oder Monate in der G0-Phase, können aber dann wieder in die G1-Phase zurückkehren und sich teilen. Beispiele sind Leberzellen (Hepatocyten) oder Lymphocyten.
| Zelltyp | G1 | S | G2 | M | Gesamtdauer des Zellzyklus (Stunden) |
|---|---|---|---|---|---|
| Schleimpilz (Physarum polycephalum) | sehr kurz | 2 | 4 | 0,7 | ca. 7,7 |
| Bohne (Vicia faba) Meristem der Wurzelspitze | 4 | 9 | 3,5 | 2 | 18,5 |
| Maus (Mus musculus) Tumorzellen in Kultur | 10 | 9 | 4 | 1 | 24 |
| Mensch (Homo sapiens) Tumorzellen in Kultur | 8 | 6 | 4,5 | 1 | 19,5 |
Es existieren spezielle Zellzyklusproteine wie die CDKs (Cycline dependent Kinases) und die sog. Zykline. Zu bestimmten Zeitpunkten im Zyklus werden diese Proteine verstärkt exprimiert, bis die Konzentration ein Maximum erreicht. Von diesem Maximum nimmt man an, dass es den Kontrollpunkt darstellt. Danach werden die Zykline schnell abgebaut. CDKs und die zugehörigen Zykline bilden Komplexe, deren (De-)Aktivierung unter anderem durch Wachstumsfaktoren und Protoonkogene gesteuert wird. Die CDKs phosphorylieren spezifisch eine Reihe anderer Proteine und steuern so den Zellzyklus.
Beispiel für einen Kontrollpunkt (checkpoint) ist der
Die Entdeckung des Zellzyklus ermöglichte einen tieferen Einblick in die Krebsentstehung. Fehlregulationen im Zellzyklus können zu einem unkontrollierten Zell- und damit Gewebewachstum führen. Dabei gehen wichtige Regulationsproteine (z. B. p53) durch Mutation verloren oder werden übermäßig exprimiert.
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