Eine Zeitzone ist ein Abschnitt der Erdoberfläche, auf dem eine gemeinsame Uhrzeit gilt. Er verläuft idealerweise zwischen den Längengraden von den Polen aus. Den Polen kann man der Logik nach keine unterschiedlichen Zeitzonen zuordnen. Für sie gilt die Koordinierte Weltzeit (UTC).
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Tatsächlich kann der Begriff Zeitzone je nach Betrachtung eine Mehrfachbedeutung haben:
Länder ordnen Bereichen oft von Frühlingsmitte bis Herbstmitte eine gesonderte Zeitzone (Zeitdifferenzen) zu (Sommerzeit). Z. B. hat Mitteleuropa normalerweise die (benannte) Zeitzone MEZ (UTC+1) ab Oktober. Im März wird auf die MESZ (UTC+2) zurück gewechselt.
Nightfall europe-and-afrika 20050507-184500.jpg über Europa und Afrika]]
Ursprünglich verfügte jeder größere Ort über seine eigene Uhrzeit, die gewissermaßen nach der Sonne synchronisiert wurde. Wenn die Sonne ihren höchsten Punkt über dem Horizont erreichte und im Süden stand, war es 12 Uhr mittags.
Reist man mit dem Finger auf der Landkarte Richtung Osten, dann schreitet man in der Zeit voran, in Richtung Westen dagegen dreht man die Zeit zurück.
Dieser Zeitreise ist jedoch eine Grenze gesetzt, die so genannte Datumsgrenze. Überschreitet man sie Richtung Osten, gewinnt man einen Tag hinzu, in Richtung Westen verliert man einen Tag.
Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen und der Einführung von Fahrplänen erwies sich das alte Zeitsystem als zu kompliziert, da ständige Zeitumstellungen in den Fahrplänen berücksichtigt werden mussten.
Zeitzonen wurden zuerst 1879 vom kanadischen Eisenbahningenieur Sir Sandford Fleming (1827–1915) als Eisenbahnzeit vorgeschlagen. Dies führte nach einigen vorbereitenden internationalen Konferenzen auf der Internationalen Meridiankonferenz im Oktober 1884 in Washington, D.C. dazu, dass die Erde zunächst in 24 Stundenzonen von je 15 Längengraden aufgeteilt wurde. Die Differenz zwischen jeder Zone betrug damit 60 Minuten oder eine Stunde und somit 23 Stunden maximal zu der jeweils rückwärts gesehen ersten Zeitzone. Auf dieser Konferenz einigte man sich auf den 1883 zur Berechnung der Weltzeit festgesetzten Greenwich-Meridian als Nullmeridian.
Rein mathematisch betrachtet überstreicht jede Zeitzone also einen Streifen von 15 Längengraden auf der Erdoberfläche.
Heute sind die Zeiten in den verschiedenen Zeitzonen an die Koordinierte Weltzeit (UTC) angekoppelt, die damit die Funktion der "Greenwich Mean Time" (GMT) übernommen hat. Genau wie Letztere ist auch die UTC nach dem nullten Längengrad ausgerichtet, dieser verläuft durch Greenwich/London. Die Zeiten in den anderen Zeitzonen ergeben sich durch Hinzufügen oder Abziehen einer (meistens) ganzzahligen Anzahl von Stunden, je nach ihrem (mittleren) Abstand vom nullten Längengrad.
Jedem Land wurde eine Zeitzone zugeordnet. Länder mit sehr großer Ost-West-Ausdehnung haben mehrere Zeitzonen. So ist zum Beispiel Russland über elf Zeitzonen verteilt, die USA über sechs, Kanada über fünf, Brasilien über vier und Australien und Mexiko über drei Zeitzonen. China hingegen hat trotz seiner großen Ost-West-Ausdehnung nur eine Zeitzone.
Allerdings gibt es auch Länder oder Regionen, die weiterhin ihre spezifischen Zeiten haben, deren Differenz zu anderen Zeitzonen keine vollen Stunden betragen. So liegen zum Beispiel der Iran dreieinhalb Stunden, Afghanistan viereinhalb Stunden, Indien fünfeinhalb Stunden, und die australischen Bundesstaaten „Northern Territory“ und „South Australia“ neuneinhalb Stunden vor der koordinierten Weltzeit. Die Gründe für diese Sonderfälle sind vor allem politisch-historischer Natur.
Aber auch heutzutage haben die Zeitzonen mehr politische Bedeutung als den Sinn der Angabe der genauen Tageszeit. Innerhalb der Europäischen Union gehören die meisten Länder der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) an, die eine Stunde vor der koordinierten Weltzeit liegt. Portugal, das Vereinigte Königreich und die Republik Irland benutzen UTC, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Griechenland und Zypern benutzen die osteuropäische Zeit (+2h gegenüber UTC). In einigen Ländern gab es dabei immer wieder Versuche, sie an die mitteleuropäische Zeitzone anzuschließen.
Diese Vorliebe für die Mitteleuropäische Zeit führt dazu, dass auf den Ost-Norwegen vorgelagerten Inseln (Vardø) die Sonne bereits um 10:53 Uhr am höchsten Punkt steht, an der nordwestspanischen Küste (Kap Finisterre) dagegen erst um 13:37 Uhr MEZ, während der Sommerzeit eine Stunde später. Portugal hat die MEZ wieder aufgegeben, da die Kinder selbst im Sommer noch bei Dunkelheit zur Schule gehen mussten.
In der Volksrepublik China - deren Territorium etwa fünf Zeitzonen (UTC+5h bis UTC+9h) überschneiden würde - wird nur eine einzige Zeit (UTC+8h) benutzt, die der koordinierten Weltzeit acht Stunden voraus ist. Ausschlaggebend für diese Festlegung war seinerzeit die Zeit in Peking. Im westlichsten Zipfel von China ist somit der astronomische Mittag erst um 15:00 Uhr, im Osten um 11:00 Uhr.
Und in der russischen Exklave Kaliningrad war es nach der Wende einige Jahre lang eine Stunde später als im östlich(!) angrenzenden Litauen und zwei Stunden später als im südlich angrenzenden Polen - denn maßgeblich war für Kaliningrad die westlichste Zeitzone im russischen Mutterland, also +3h gegenüber UTC. Heute hat die Exklave die osteuropäische Zeitzone (UTC+2h) übernommen.
Aus Handelsgründen gilt in Singapur die gleiche Zeit wie Hongkong, damit die Börsen der beiden Städte zur gleichen Zeit eröffnen und schließen. Somit findet der Sonnenauf- und -untergang um 07:00 Uhr und 19:00 Uhr statt, im Gegensatz zur astronomischen Zeit (Singapur liegt nur 1° nördlich des Äquators) von 06:00 Uhr und 18:00 Uhr. Auch Malaysia benutzt die gleiche Zeitzone wie Singapur und Hongkong.
In Nepal beträgt die Zeitverschiebung +5:45h gegenüber der UTC, damit will sich das kleine Land vom großen Nachbarn Indien abgrenzen, der +5:30h hat.
In Kuba wurde 2004 auf Grund einer massiven Energiekrise beschlossen, in der Sommerzeit zu verbleiben. Somit hat Kuba jetzt ganzjährig UTC-4, anstatt der vorher gültigen, und geographisch richtigen UTC-5. Somit ergeben sich die gleichen Phänomene, wie oben für Singapur beschrieben.
Viele Länder wechseln in der Frühlingsmitte in eine andere Zeitzone, im Herbst wieder zurück. So gilt etwa in den mitteleuropäischen EU-Staaten im Winter die MEZ (UTC+1), in den Sommermonaten aber die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ, UTC+2). Wenn Länder auf der Südhalbkugel die Sommerzeit verwenden, muss natürlich darauf geachtet werden, dass deren Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind.
Regionen mit einem Stern (*) verwenden die Sommerzeit. Hinweis: Die Liste ist noch unvollständig. Für die Abkürzungen gibt es keine weltweit verbindliche Definition, abgesehen von UTC+/-hh:mm. So findet man z. B. für die Abkürzung "ECT" European Central Time (UTC+1), Ecuador Time (UTC-5) und Eastern Caribbean Time (UTC-4).
| UTC-12 | UTC-11 | UTC-10 | UTC-9:30 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | IDLW - International Date Line West | AHST - Alaska-Hawaii Standard Time | ||
| Sommerzeit: | HDT - Hawaii Daylight Time, UTC-9 | |||
| Länder: |
| UTC-9 | UTC-8 | UTC-7 | UTC-6 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | AKST - Alaska Standard Time YST - Yukon Standard Time | PST - Pacific Standard Time | MST - Mountain Standard Time | CST - Central Standard Time |
| Sommerzeit: | AKDT - Alaska Daylight Time YDT - Yukon Daylight Time, UTC-8 | PDT - Pacific Daylight Time, UTC-7 | MDT - Mountain Daylight Time, UTC-6 | CDT - Central Daylight Time, UTC-5 |
| Länder: |
| UTC-5 | UTC-4 | |||
|---|---|---|---|---|
| Name: | EST - Eastern Standard Time | AST - Atlantic Standard Time | ||
| Sommerzeit: | EDT - Eastern Daylight Time, UTC-4 | ADT - Atlantic Daylight Time, UTC-3 | ||
| Länder: | ||||
| UTC-3:30 | UTC-3 | UTC-2 | UTC-1 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | NST - Newfoundland Standard Time |
|||
| Sommerzeit: | NDT - Newfoundland Daylight Time, UTC-2:30 | |||
| Länder: |
| UTC+3:30 | UTC+4 | UTC+4:30 | UTC+5 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | IRT - Iran Time | |||
| Sommerzeit: | IRST - Iran Summer Time, UTC+4:30 | |||
| Länder: |
| UTC+5:30 | UTC+5:45 | UTC+6 | UTC+6:30 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | IST - Indian Standard Time | |||
| Sommerzeit: | ||||
| Länder: |
| UTC+7 | UTC+8 | UTC+8:45 | UTC+9 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | ICT - Indochina Time | CST - China Standard Time | JST - Japan/Korea Standard Time | |
| Sommerzeit: | ||||
| Länder: |
| UTC+9:30 | UTC+10 | UTC+10:30 | UTC+11 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | ACST - Australian Central Standard Time | AEST - Australian Eastern Standard Time | ||
| Sommerzeit: | ACDT - Australian Central Daylight Time, UTC+10:30 | AEDT - Australian Eastern Daylight Time, UTC+11 | ||
| Länder: |
| UTC+11:30 | UTC+12 | UTC+12:45 | UTC+13 / UTC+14 | |
|---|---|---|---|---|
| Name: | NFT - Norfolk (Island) Time | IDLE - International Date Line East, NZST - New Zealand Standard Time | ||
| Sommerzeit: | NZDT - New Zealand Daylight Time, UTC+13 | |||
| Länder: |
Tydsone | Zona oraria | منطقة زمنية | Fusu horariu | Часова зона | Vremenska zona | Zona horària | Časové pásmo | Tidszone | Ζώνη ώρας | Time zone | Horzono | Huso horario | Ajavöönd | Aikavyöhyke | Fuseau horaire | Tiidsône | Fuso horario | אזור זמן | Vremenska zona | Időzóna | Fuso horari | Zona waktu | Tímabelti | Fuso orario | 標準時 | დროის ზონა | 시간대 | Tiedzaone | Laiko juosta | Laika zona | Zon masa | Tietrebeet | Tijdzone | Tidssone | Tidssone | Strefa czasowa | Fuso horário | Fus orar | Часовой пояс | Časovna zona | Time zone | Časové pásmo | Časovni pas | Часовна зона | Tidszon | நேர வலயம் | เขตเวลา | Saat Dilimi | Часовий пояс | Múi giờ | 时区 | 時區
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