Als Zeitzeichen wird ein spezieller Rundfunk-Sender zur Verbreitung des internationalen Zeitsystems UTC bezeichnet, bzw. das von ihm ausgesandte Signal. Die Bezeichnung des zugehörigen Funkdienstes lautet Zeitzeichendienst.
Je nach Anforderung kann ein Zeitzeichendienst nur zu bestimmten Zeiten, wie das russische Beta-System oder 24 Stunden täglich, wie der deutsche Zeitzeichendienst DCF77 in Betrieb sein.
Zeitzeichendienste werden wegen der großen Reichweite meist im Längst-, Lang-, Mittel- oder Kurzwellenbereich betrieben. Es gibt aber auch Funkdienste im UKW-Bereich und über Satellit, die Zeitinformationen liefern, wie GPS.
Für einen Zeitzeichendienst muss nicht unbedingt ein eigener Sender betrieben werden. Die entsprechenden Informationen können auch mit Hilfe des AMDS über herkömmliche Rundfunksender im Lang-, Mittel- oder Kurzwellenbereich übertragen werden.Von dieser Möglichkeit macht ein französischer Zeitzeichendienst, der den Langwellensender von France Inter in Allouis (Sendefrequenz: 162 kHz) und ein italienischer Zeitzeichendienst, der den Mittelwellensender Milano (Sendefrequenz: 900 kHz) nutzt, Gebrauch. Auch den Signalen vieler Navigationssysteme, wie LORAN-C können Zeitinformationen entnommen werden.
Diese Signal bestehen meist in einer fortgesetzten Reihe von kodierten "Sekundenpunkten", die bereits akustisch eine Genauigkeit bis in die Millisekunden zulassen (dabei muss die Laufzeit des Funksignals vom Sender bis zum Anwender berücksichtigt werden - d.h. rund 1 ms pro 300 km Distanz).
Auf elektronischem Wege sind Genauigkeiten bis zu Nanosekunden keine Ausnahme; bei den heute weitverbreiteten GPS-Empfängern sind bereits Systeme zur Zeitanalyse auf mindestens 0,1 ns ( Sekunden oder 3 cm)eingebaut.
Die klassischen Zeitzeichensender sind i.a. mit einer genauen Atomuhr gekoppelt, die mit speziellen Verfahren laufend mit jenen der anderen Zeitdienste verglichen werden. Dazu können z.B. die internen Schaltcodes von Fernsehsignalen dienen, oder die LORAN-Funkfeuer der Langstrecken-Navigation, bzw. Standleitungen oder ein Zeitvergleich via Satelliten.
Bis etwa 1950 wurden die Sender durch astrometrische Messungen von Sterndurchgängen gesteuert, und bis ca. 1975 mit dieser Technik kontrolliert. Seither wurden derart genaue Atomuhren entwickelt, dass die Astrometrie (mit etwa 0,001 Sekunden) "zu ungenau" ist und durch Satellitenmethoden ersetzt wurde. Damit ist das internationale Zeitsystem - die "Atomzeit" TA (Temps Atomique) ununterbrochen auf mindestens Nanosekunden (Milliardstel Sekunden) definiert.
Die nächstgelegenen Sender stehen:
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