Die Zeche Minister Achenbach war ein Steinkohlen-Bergwerk in Lünen, Westfalen.
Benannt wurde die Zeche nach dem preußischen Handelsminister Heinrich von Achenbach. Zu der im Ortsteil Brambauer gelegenen Zeche gehörten ursprünglich insgesamt sieben Schächte:
1973 übernahm "Minister Achenbach" das Baufeld "Ickern" von der geschlossenen Zeche Victor-Ickern in Castrop-Rauxel und damit die Schächte Ickern 3 und Ickern 4. 1978 kam Schacht 3 der Zeche Waltrop, in den Waltroper Rieselfeldern gelegen, dazu. Somit wuchs die Schachtanlage auf insgesamt zehn Schächte.
Auf der Schachtanlage 1/2 wurde von 1902 bis 1971 eine Kokerei betrieben. Im Geschäftsjahr 1900/1901 wurden von 781 Beschäftigten 30.557 Tonnen Kohle gefördert. Die höchste Förderung auf "Minister Achenbach" wurde mit 2.745.029 Tonnen im Jahre 1982 durch 4.772 Beschäftigte erzielt. 1950 waren über 5.000 Bergleute auf "Minister Achenbach" beschäftigt. 1912 betrug der Anteil der Förderung von "Minister Achenbach" im Ruhrbergbau 7.99 % der zu dieser Zeit über 100 fördernden Zechen, oder in Tonnen 916.619, aufgrund des hohen technischen Stands der Zeche. Die Mannleistung betrug 1152 kg/MS (kg/Mann und Schicht) während im Ruhrdurchschnitt die Mannleistung pro Schicht bei 943 kg lag. Ab 1925 wurde die Anlage 3/4 in "Karl-Haarmann-Schächte" umbenannt, nach einem Direktor der Zeche.
Auf "Minister Achenbach" kam es im Laufe der Geschichte zu zahlreichen Grubenunglücken. Am 18. Dezember 1912 starben bei einer Schlagwetterexplosion 49 Bergleute. Am 30. Januar 1914 kam es erneut zu einem Unglück, bei dem 28 Menschen ihr Leben ließen. Am 15. Oktober 1917 kostete eine weitere Schlagwetterexplosion 17 Bergleute das Leben. Auch am 4. Oktober 1968 kam es zu einer Schlagwetterexplosion mit 17 Todesopfern. Bei zwei Grubenbränden kamen 1923 fünf Männer ums Leben, 1947 starben elf Kumpels. 1982 starben drei Bergleute bei einem Bruch im Bereich Streb-Streckenübergang des Flözes "Röttgersbank" auf "Ickern 3". Auf der gleichen Anlage wurden ein Jahr später drei Schachthauer getötet, als sie mit dem Förderkorb in einem Blindschacht abstürzten.
Die letzte Schicht fuhr am 30. Juni 1992 auf "Minister Achenbach" ein. Die verbliebenen 1.900 Bergleute gingen entweder in den Ruhestand oder wechselten auf verschiedene Zechen im Ruhrgebiet (Bergwerke "Haard", "General Blumenthal","Fürst Leopold" , "Hugo", "Ewald", "Haus Aden" usw.). Einige wenige blieben noch für ein paar Monate, um hochwertige Anlagen und Maschinen zu bergen.
Auf dem Gelände der Schachtanlage 4 wurde unter Einbeziehung der ehemaligen Verwaltungs- und Kauengebäude von 1922 das Technologiezentrum Lüntec errichtet. Wahrzeichen der Anlage ist das nach einer Ideenskizze von Luigi Colani gebaute Colani-Ei auf dem ehemaligen Fördergerüst.
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