Zarathustra (in der griechischen Namensform Zoroaster, altpersisch Zardosht), war ein altiranischer Priester und Prophet des Zoroastrismus. Sein möglicher Geburtsort und seine Wirkungsstätte wird mittlerweile auf drei mögliche Gebiete beschränkt: Einmal die Gegend um Baktra (Baktrien), zum Zweiten die Gegend um Sistan und zum Dritten in der Gegend des Urmia-Sees (Urmia) (Medien). Über seine Lebenszeit herrscht bis heute keine Einigkeit in der Forschung. Sanzio 01 Zoroaster Ptolmey.jpg, um 1510. Im Vordergrund Ptolemäus, im Hintergrund Zarathustra (Phantasieporträt).]]
Die Anhänger des Zoroastrismus werden Zoroastrier oder Zarathustrier genannt, die Anhängerschaft im heutigen Indien bezeichnet sich auch als Parsen.
Neben unterschiedlichen wissenschaftlichen Methoden und Argumenten spielen auch ideologische Motive eine Rolle in dieser Auseinandersetzung.
Zarathustra schuf das neue Weltbild des Zoroastrismus (auch Mazdaismus oder Parsismus genannt). Es gibt heute weltweit etwa 120.000 Mitglieder dieser Religion, die meisten in Indien. Die heutigen Anhänger nennt man nur noch Parsen.
Ahura Mazda, der weise Gott, erschuf die Welt nach einem dualistischen Prinzip. Alles beinhaltet einen guten und einen bösen Aspekt. Der Gute Geist (Spenta Mainyu) und der Böse Geist (Angro Mainyu) sind sinnbildlich gesprochen Zwillinge, durch deren Zusammenwirken die Welt besteht. Damit Gutes existieren kann, braucht es das Böse und umgekehrt. Inmitten dieses Zusammenspiels ist es jedem Menschen frei überlassen, sich für das Gute zu entscheiden und somit den Kampf Ahura Mazdas gegen das Böse zu unterstützen bzw. zur Verwirklichung des Planes Gottes beizutragen. Wichtig ist hierbei, dass der Zarathustrismus bzw. Ahura Mazda den Menschen zu nichts zwingt – der Mensch wird als vernünftiges Wesen frei geboren und kann allein durch freie Entscheidung und persönliche Einsicht zu Gott gelangen.
Es bestehen sechs Aspekte Gottes (Amesha Spentas), oder auch sieben - siehe auch Haft Sin Dekorationsschalen, Sieben Speisen, Haft Mewa und Samanak [Keimlinge aus sieben Sorten Getreide im Nouruz, die die sieben Tugenden des Zoroastrismus symbolisieren. Diese Aspekte werden teils in der Avesta, dem heiligen Buch des Zarathustrismus, als engelhafte Wesen personifiziert:
Zarathustras Gottesdienst bestand in jeglicher Ablehnung von Opferhandlungen. Die Andachtshandlungen wurden im Freien abgehalten, bei denen der Priester um einen Feuer-Altar mit erhobenen Händen die Lobpreisungen sang.
Der Mensch hat im diesseitigen Leben die Wahl zwischen Gut und Böse. Sofern das Gute im Menschen überwiegt, gelangt der Mensch nach seinem Tode über die Činvat-Brücke (vergl. Mt 7,14 sowie Eschatologie im Islam) ins Paradies. Für den rechtschaffenen Menschen ist die Brücke breit wie ein Pfad, für den anderen schmal wie eine Messerschneide.
Das religiöse Buch der Zoroastrier bestand ursprünglich aus 21 Büchern. Als Yasna bezeichnet man die überlieferten 72 Kapitel des Avesta (die heute noch bei den Parsen im Gottesdienst verwendet werden), wobei sich 16 Kapitel, die Gathas (Gesänge), direkt auf Zarathustra zurückverfolgen lassen. Niederschriften des Avesta lassen sich ab 1278 nachweisen.
Der von Ahura Mazdā geschaffene Himmel (durch den langherrschenden Windhauch) hat die Gestalt eines Eies. Das Leben entstand danach in der Reihenfolge: Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere und dann der Mensch.
Zarathustras Lehren sind in zum Teil bedeutender Weise über das Judentum (babylonische Gefangenschaft) auch in das Christentum eingeflossen. Speziell die Begriffe Himmel und Hölle sind vorher im Judentum nicht bekannt. Die Ausbreitung des Engel-Wesens geht sicher auch auf Zarathustra zurück (Engelgestalten und der Glaube an sie finden sich bereits in den archaischen Hochkulturen, zum Beispiel in Babylonien und Assyrien). Siehe auch: Auferstehung.
Bekannt wurde der Name Zarathustra in der westlichen Welt durch Friedrich Nietzsches philosophisch-dichterisches Werk "Also sprach Zarathustra", welches inhaltlich jedoch nicht von jenem hier genannten Zarathustra handelt; weiterhin durch die gleichnamige symphonische Dichtung von Richard Strauss, die ebenfalls kaum Bezug zum historischen Zarathustra hat. Vielmehr wird Zarathustra für diese Rolle ausgewählt, weil er - so Nietzsche - der Erste sei, welcher die Begriffe Gut und Böse in die Welt bringt.
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