Der ZSKA Sofia (offiziell: PFK (Profesionalen futbolen klub) Zentralen Sporten Klub na Armijata Sofia (ПФК ЦСКА София), englische Transkription: CSKA Sofia) ist ein professioneller Fußballverein aus Sofia, Bulgarien.
Vorläufervereine und Zeit vor der offiziellen Gründung
Am 28. Oktober
1923 vereinigte sich der Fußballklub „Atletik“, der im Jahr
1910 gegründet worden war und bis
1919 den Namen „Futbol Klub“ getragen hatte, mit dem
1916 als Offiziersklub gegründeten Verein „Slawa“ zum neuen Offiziersverein „Atletik-Slawa-1923“ (kurz „AS-23“). Die Mannschaft wurde vom
Verteidigungsministerium gefördert, das auch die Sportausrüstung zur Verfügung stellte. Im Jahre
1931 gewann „AS-23“ die bulgarische Meisterschaft und
1941 den nationalen Pokal. Das
Stadion von „AS-23“ wurde
1938 fertig gebaut und stellt das Fundament des heutigen neueren Stadions
Bulgarska Armija.
Im Jahre 1944 schlossen sich drei kleinere Sofioter Fußballklubs „Schipka“, „Pobeda“ und „Zar Boris III“ dem „AS-23“ an. Unter dem Druck der neuen linksorientierten bulgarischen Nachkriegsregierung in Bulgarien musste der „AS-23“ seinen Namen anfangs in „Tschawdar“ und später in „ZDV“ (Zentrales Armeehaus) ändern.
Gründungsphase
Die wahre Geburtsstunde des Vereins fand am
5. Mai 1948 statt, als Fußballer der Vereine „Septemwri“ und „Tschawdar“ den „FD Septemwrisko“ Sofia gründeten. Nur wenige Monate später, am
9. September 1948, konnte diese neue Mannschaft, nach einem 1:2 im Hinspiel, mit 3:1 gegen den amtierenden Meister
Lewski Sofia die bulgarische Meisterschaft gewinnen.
Im direkten Anschluss wurde der Verein umbenannt in „ZDNV Sofia“, was sich in den Folgejahren 1949 in „NV Sofia“, 1950 in „NA Sofia“ und 1951 in „ZDNA Sofia“ wiederholte. Im ersten Jahr als „ZDNA Sofia“ spielte die Mannschaft eine herausragende Saison, gewann 18 von 21 Spielen und errang sowohl die zweite Meisterschaft als auch den Sowjetarmee-Pokal. Darüberhinaus konnte sich der Verein mehrfach auf internationalen Schauplätzen präsentieren.
Ära der 50er-Jahre
Es begann eine äußerst erfolgreiche Ära, in der ZDNA Sofia bis zum Jahr
1962 neun weitere bulgarische Meisterschaften und dreimalig den Sowjetarmee-Pokal gewinnen konnte. In diese Zeit fiel
1953 eine kurzfristige Umbenennung in „Sofijski Garnison“ hinein, die aber noch im gleichen Jahr rückgängig gemacht wurde. Im Jahr
1954 wurde eine Fußballschule errichtet, die dem Vorbild großer europäischer Vereine folgte. Diese höheren Ziele wurden dann
1956 unterstrichen, als man als erster bulgarischer Verein überhaupt in dem
Europapokal der Landesmeister teilnahm. Dort beeindruckte der Verein bei seinem Debüt durch ein deutliches 8:1 über den rumänischen Vertreter
Dinamo Bukarest. Als im Jahr
1958 die Professionalisierung der bulgarischen Liga fortschritt und als aufgrund der internationalen Konkurrenzfähigkeit auf einen Spielzeit-Modus zwischen Herbst und Frühling des Folgejahres wechselte, folgte der Verein mit einer deutlichen Kaderaufstockung. Diese Spieler waren vornehmlich Soldaten, die direkt der eigenen Armeeschule entsprangen. Darüberhinaus folgte ein Generationenwechsel, da viele in die Jahre gekommene Schlüsselspieler aus der erfolgreichen Mannschaft der 50er-Jahre dem kräfteraubenden Stil Tribut zollen mussten.
Neuaufbau in den 60er-Jahren
Nach einigen weniger erfolgreichen Jahren und einer Fusion im Jahr
1964 mit dem Verein „DSO Tscherweno zname Sofia“ zu „ZSKA Tscherweno zname Sofia“ konnte der so neu bezeichnete Verein nach dem Sowjetarmee-Pokal
1965 die nächste Meisterschaft in der Saison
1965/
66 verbuchen. In der darauffolgenden Saison erreichte der Verein im Europapokal der Landesmeister das Halbfinale, wo man
Inter Mailand knapp in einem dritten Entscheidungsspiel in
Bologna unterlag. Im Jahr
1968 fusionierte der Verein erneut, nun mit „FD Septemwri ZDW Sofia“ zu „ZSKA Septemwrijsko zname Sofija“. Wieder gewann man in der darauffolgenden Saison
1968/
1969 den Sowjetarmee-Pokal und die vierzehnte bulgarische Meisterschaft.
Ära der frühen 70er-Jahre
Zwischen den Spielzeiten
1970/
71 und
1975/
76 gewann der Verein fünf bulgarische Meisterschaften (und drei Pokale der Sowjetarmee). Unter anderem stellte der Verein
1972 den heute noch gültigen Torrekord in einer bulgarischen Meisterschaft auf. Darüberhinaus schlug man in der Saison
1973/
74 den amtierenden europäischen Landesmeister
Ajax Amsterdam.
Nach dem Gewinn der letzten Meisterschaft 1976 wurde erneut ein deutlicher Umbruch mit jüngeren Spielern durchgeführt und in den verbleibenden 70er-Jahren konnte kein weiterer Titel gewonnen werden.
Neuanfang in den 80er-Jahren
Der Start in die 80er-Jahre begann mit einem Erfolg, indem die 20. Meisterschaft zum Abschluss der Saison
1979/
1980 eingefahren werden konnte. Es reifte eine Mannschaft unter der Führung von
Asparuch Nikodimow heran, die auch europäisch höchste Beachtung aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten fand. Das Team verteidigte in den nächsten drei Jahren den bulgarischen Meistertitel und gewann zudem in den Jahren
1981 und
1983 den wieder neu eingeführten bulgarischen Pokal. Darüberhinaus wurde
Nottingham Forest als europäischer Titelträger geschlagen und die Mannschaft zog in der Saison
1981/
82 in das Halbfinale des Europapokals der Landesmeister ein, in dem sie
Bayern München unterlagen.
Nachdem in der Saison
1984/
85 wieder der Sowjetarmee-Pokal gewonnen wurde, löste sich der Verein in Folge des Verlaufs des skandalösen bulgarischen Pokalfinals auf und gründete sich unter dem Namen „FK Sredez Sofia“ neu.
Vor Beginn der Saison
1986/
87 wurde ein Trainerwechsel durchgeführt und
Dimitar Penew übernahm die Führung des Teams. Er formte eine neue Mannschaft mit Talenten, unter denen sich
Christo Stoitschkow,
Ljuboslaw Penew und
Emil Kostadinow befanden, die später in europäischen Spitzenvereinen spielten. Das Team gewann erneut die bulgarische Meisterschaft in Kombination mit dem bulgarischen Pokal und der Verein benannte sich in „ZFKA Sredez Sofia“ um.
Es folgte die zweifache Verteidigung des bulgarischen Pokals und die Meisterschaft in der Saison
1988/
89, wo man zusätzlich noch den Supercup gewann und somit erstmalig zu vier Titeln in einer Spielzeit kam. Der Vereinsname wurde anschließend abgekürzt in „ZFKA Sofia“.
Entwicklung bis heute
Nach Abschluss der darauffolgenden Saison
1989/
1990 nahm der Verein den heute noch gültigen Namen „FK ZSKA Sofia“ an und schloss die Spielzeit erneut als Meister und Sieger des Sowjetpokals ab. Nach den politischen Veränderungen in dieser Zeit und der ausbleibenden Unterstützung durch das Verteidigungsministerium, folgte eine schwierige Zeit für den Verein. Die Jugendarbeit, aus der unter anderem
Jordan Letschkow, später beim
Hamburger SV aktiv, hervorging, leistete weiterhin gute Arbeit, konnte aber den Abgang wichtiger Leistungsträger zu dieser Zeit, nicht kompensieren. Obwohl in den Jahren
1992,
1997,
2003 und aktuell im Jahr
2005 die bulgarische Meisterschaft und
1993,
1997 sowie
1999 der bulgarische Pokal gewonnen werden konnte, wurde die absolute nationale Vormachtstellung verloren.
Negativ in die Schlagzeilen geriet der Verein durch Tendenzen seiner Anhängerschaft zu Hooliganismus und Rassismus. Insbesondere die rechtsextreme Hooligan-Gruppe „CSKA SS Front“ ist berüchtigt für ihre Gewalteskapaden. Beim Stadtderby zwischen ZSKA und dem Rivalen
Lewski kam es in der Vergangenheit häufig zu gewalttätigen Ausschreitungen.
Aktueller Kader der Saison 2005/06
Stand: 30. Januar 2006
Torhüter
Abwehrspieler
Mittelfeldspieler
Stürmer
Sportliche Erfolge
- Bulgarischer Meister: 1948, 1951, 1952, 1954, 1955, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1966, 1969, 1971, 1972, 1973, 1975, 1976, 1980, 1981, 1982, 1983, 1987, 1989, 1990, 1992, 1997, 2003, 2005 (29 Titel)
- Bulgarischer Pokalsieger: 1981, 1983, 1985, 1987, 1988, 1989, 1993, 1997, 1999, 2006 (10 Titel)
- Sowjetarmee-Pokalsieger: 1951, 1954, 1955, 1961, 1965, 1969, 1972, 1973, 1974, 1985, 1986, 1989, 1990 (13 Titel)
Weblinks
Offizielle Homepage
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