Als Zündung bezeichnet man beim Verbrennungsmotor die Entzündung des verdichteten Kraftstoff-/Luftgemisches im Brennraum des Zylinders. Die Entzündung erfolgt beim Ottomotor durch einen Hochspannungsfunken an der Zündkerze, beim Dieselmotor durch die Selbstzündung des hochverdichteten Kraftstoff-/Luftgemisches.
Die erste Form der Zündung war die Glührohrzündung, bei der mit einem kleinen Brenner ein Platinröhrchen im Verbrennungsraum des Zylinders zum Glühen gebracht wurde. Dies führte bei der Komprimierung des Gasgemisches zur Entzündung. Diese Vorrichtung war jedoch störanfällig und nicht regulierbar.
Da die Verbrennungszeit des Kraftstoff – Luft Gemisches jedoch unabhängig von der Drehzahl circa 2ms beträgt, muss der Zeitpunkt der Zündung mit zunehmender Motordrehzahl immer weiter vor dem OT liegen.
Falsch gewählter Zündzeitpunkt: Ist der Zündzeitpunkt zu früh eingestellt, entstehen unkontrollierte Verbrennungsvorgänge mit hohen Druck- und Temperaturspitzen. Dabei tritt eine klopfende Verbrennung auf, die die Motorenbauteile zu hoch beansprucht, was bis zur Zerstörung des Motors führen kann. Darüber hinaus: Verschlechterung der Abgaszusammensetzung und Leistungsverluste.
Ist der Zündzeitpunkt zu spät gewählt, hat sich der Kolben schon weit in Richtung unterer Totpunkt bewegt, bevor das Kraftstoff – Luft Gemisch vollständig verbrannt ist. Der Motor hat weniger Leistung. Mehr Kraftstoffverbrauch, Überhitzungsprobleme, evtl. Zerstörung des Motors sind die Folge.
Mit elektronischen Bauteilen kann der Zündzeitpunkt durch ein Zündkennfeld optimal an den Betriebszustand des Motors angepasst werden. Dieses Zündkennfeld wird oft durch sogenanntes Chiptuning zugunsten von noch mehr Leistung verändert, was auf Kosten des Kraftstoffverbrauchs und der Umweltverträglichkeit geht.
Es wird ein in einer elektrischen Spule erzeugter Stromfluss unterbrochen, wobei durch Zusammenbruch des Magnetfeldes eine Selbstinduktion entsteht, die eine Hochspannung erzeugt, die auf die Zündkerze geleitet wird. Dort erzeugt die Hochspannung einen Funkenüberschlag, der das zuvor verdichtete Kraftstoffgemisch entzündet. Die Unterbrechung des Spulenstromes erfolgt durch einen Zwangs-Mechanismus, der mit der Drehbewegung des Motors gekoppelt ist.
Bei der Niederspannungs-Magnetzündung, die 1882/83 Siegfried Marcus zum Patent angemeldet hatte, ragte ein Unterbrechermechanismus in den Verbrennungsraum des Zylinders. Der Spulen-Strom wurde dort bei der Umdrehung des Magnetankers "abgerissen", daher auch der Name Abreißzündung. Die Magnetzündung ist vom Batteriestrom unabhängig, da ein eigener Wechselstrom erzeugt wird. 1887 baute Robert Bosch eine verbesserte Version des Hochspannungs-Magnetzünders und brachte ihn 1902 zur Produktionsreife. Die Erfindung und Verbesserung der Magnetzündung führte zur notwendigen Zuverlässigkeit der Zündanlage.
Standard waren Magnetzündungen bei Motorrädern seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre. Die Verwendung von Magnetzündungen ist heutzutage unüblich geworden, jedoch wurden bis in die 1980er Jahre kleine Motorräder und Mopeds mit Magnetzündanlagen betrieben, um auf eine schwere Batterie verzichten zu können. Jedoch wurden auch große Motorräder mit Magnetzündanlagen betrieben, zuletzt in Deutschland bis 1969 die BMW-Motorräder.
Magnetzündungen an Motorrädern kann man meist an ihren walzenförmigen Gehäusen in unmittelbarer Nähe des oder der Zylinder erkennen. In den Anfangsjahren wurden die Magnetzündungen oftmals vor dem Zylinder angeordnet, was sie aber störanfällig durch Steine und Schmutz machte, in späteren Jahren war oft eine Anordnung hinter den Zylindern üblich.
Magnetzündungen besitzen in der Regel eine drehzahlabhängige Verstelleinrichtung für das Vorverlegen des Zündzeitpunktes mit steigender Drehzahl mittels eines Fliehkraft-Reglers. Dieser Winkelverstellung wurde teils ein hand-beeinflusster Verstellwert vom Lenker über Seilzug aufgeschaltet, zur manuellen Anpassung des Zündzeitpunktes oder zur Erleichterung der Startprozedur. Das letzte Motorrad aus deutscher Produktion mit dieser aufwendig zu bedienenden Verstellung war die BMW R 68-Sportmaschine bis Baujahr 1955. Neben dem normalen rechten Gasdrehgriff war zur Zündverstellung auch der linke Griff als Drehgriff ausgebildet.
Darüberhinaus finden Magnetzündungen im Flugzeugbereich Anwendung. Zum Beispiel verwendet die Cessna 172 eine Magnetzündung in doppelter Ausführung: In Flugzeugmotoren mit Fremdzündung ist aus Gründen der Ausfallsicherheit die Doppelzündung verpflichtend.
Transistorzündanlagen haben gegenüber Spulenzündanlagen folgende Vorteile:
Die Zündzeitpunktverstellung wird noch mechanisch über Fliehgewichte oder pneumatisch über Unterdruckdose am Verteiler realisiert.
siehe auch: Kennfeldzündung
Vorteile:
Die VEZ arbeitet nach zwei Signalen:
Man unterscheidet zwei Arten von Zündspulen, mit denen eine VEZ ausgestattet sein kann:
Einzelfunkenspulen
Jeder Zylinder hat seine eigene Zündspule, die vom Steuergerät bzw. vom ECM (Electronic Control Modul) angesteuert und geregelt wird.
Doppelfunkenspulen
Immer zwei Zylinder, die auf der Kurbelwelle in der gleichen Ebene liegen, werden von einem Spulenpaar mit Zündfunken versorgt. Dabei wird das Kraftstoff-Luftgemisch des im Arbeitstakt befindlichen Zylinders von einem Zündfunken gezündet. Der Zündkreis schließt sich über den parallel laufenden Zylinder, indem dort ein sogenannter Stützfunken erzeugt wird. Es werden also immer zwei Funken gleichzeitig erzeugt (Doppelfunke).
Das ECM arbeitet mit dem sogenannten EPROM (Erasable Programmable Read Only Memory). Hier kann der Datenspeicher falls notwendig unprogrammiert werden. Die Signalverarbeitung im ECM arbeitet mit einem Analog-Digital Wandler der die analogen Signale zum Beispiel vom Kühlflüssigkeitstemperatursensor in digitale Signale umwandelt so dass der Mikroprozessor sie verarbeiten kann. Das Zündkennfeld im Mikroprozessor wird in der Regel nach folgenden Kriterien abgestimmt:
In allen Betriebszuständen, wie Start, Vollast, Teillast, Schubbetrieb können Zündwinkelkorrekturen vorgenommen werden, wenn äußere Einflussgrößen (zum Beispiel Motortemperatur, Ansauglufttemperatur, Batteriespannung) dies erforderlich machen.
Weitere Zusatzfunktionen sind im ECM integriert zum Beispiel:
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"Zündung (Verbrennungsmotor)".
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