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Die Zündtemperatur (auch Zündpunkt oder Entzündungspunkt) ist diejenige Temperatur, auf die man einen Stoff oder eine Kontaktoberfläche erhitzen muss, damit sich eine brennbare Substanz (Feststoff, Flüssigkeit bzw. deren Dämpfe oder Gas) in Gegenwart von Luftsauerstoff ohne Zündfunken selbstätig entzünden kann.

Beim deutlich niedrigeren Flammpunkt kann ein Gas/Luftgemisch der gleichen Substanz nur mittels Zündquelle entflammt werden. Bei Flammpunkttemperatur erreicht eine Flüssigkeit einen Dampfdruck bzw. eine korrespondierende Sättigungsdampfkonzentration, die so hoch ist, dass sich das entsprechende Gas/Luft-Gemisch entzünden lässt.

Die Zündfähigkeit eines Gasgemisches hängt untergeordnet auch vom Sauerstoffgehalt der umgebenden Atmosphäre ab. Normalbedingungen beziehen sich auf 21% Sauerstoff in Luft. Da sich Großanlagen (Tanks, Behälter) nicht mit Stickstoff bis zu einem Restsauerstoffgehalt von 0% inertisieren lassen, wird in besonderen Messungen der minimal nötige Grenzsauerstoffgehalt für eine Zündung ermittelt (z.B. 2-4%).

Die Zündtemperatur korreliert nicht mit Siedepunkt- oder Flammpunkttemperatur eines brennbaren Stoffs. Sie ist vielmehr ein Maß für die Oxydationsempfindlichkeit der Substanz.

Lösemittel mit besonders niedrigen Zündtemperaturen (ca. 120-180°C) sind:

  • Acetaldehyd
  • Schwefelkohlenstoff
  • Diethylether
  • Ethylenglycol-dimethyl-ether
  • Propylenglycol-dimethyl-ether
  • Diethylenglycol-dimethyl-ether
  • Dipropylenglycol-dimethyl-ether

Ursachen für die Selbstentzündung


.... in arbeit ...

Flüssigkeiten

Besonderheiten

  • Diethylenglycol- und Dipropylenglycolether - können sich bei der Destillation an heißen Apparaturteilen selbst entzünden (bei Dipropylenglycoldimethylether liegt die Zündtemperatur 10°C unter dem Siedepunkt)

Feststoffe

Stäube
http://de.wikipedia.org/wiki/Staubexplosion#Bedingungen Kohlestaub Mehlstaub

Besonderheiten
  • weißer Phosphor - entzündet sich an Luft schnell selbstätig (Prinzip der Stabbrandbomben im Zweiten Weltkrieg )
  • ölverschmierte Lumpen - können sich bei längerem Liegen in Abfallbehältern selbst entzünden.
  • pyrophores Eisen - ist ultrafeine Eisenspäne, unter Inertgas in Ampullen abgeschmolzen. Beim Ausschütten bildet sich an Luft ein wahrer Funkenregen, ähnlich wie Metallspäne beim Flexen.
  • elektrostatisch geladene Pulver (z.B. einige Kunstharzpulver und Polymergranulate, methylsubstituierte Cellulosederivate) bilden sich beim Schütten aus Transportverpackungen. Potentielle Funkenquelle einerseits und explosionsfähiger Staub andererseits liegen gleichzeitig vor.

Tabellen


Zündtemperatur einiger Feststoffe:

Feststoff Zündtemperatur in °C
Fichtenholz 280
Holz 280-340
Kork 300-320
Stroh 250-300
Torf 230
Heu 260-310
Zeitungspapier 175
Schreibpapier 360
Zucker 410
Baumwolle 450
Getreide 250-320
Roggenmehl 500
Weizenstaub 270
Holzkohle 300
Kohle 240-280
Kunststoffe 200-300
Phosphor weiß 60
Schwefel 250
Phosphor rot 300
Zündholzkopf 80

Zündtemperaturen und Flammpunkte einiger flüssiger Brennstoffe:

Flüssigkeit Flammpunkt in °C Zündtemperatur in °C
Asphalt 205 ca. 400
Teer 90 600
Essigsäure 40 460
Motoröl 80
Schmieröl 125 500
Petroleum 60 355 http://www-wnt.gsi.de/kernchemie/Deutsch/Arbeitssicherheit/SDB_d_pdf/Petroleum_d.pdf
Terpentinöl 36 255 http://www.sax.ch/sax/www/prodinfo/sicherheit/lh/terpentinoel-rein.html

Siehe auch


Weblinks


  • http://www.feuerwehr-buchen.de/ausbildung/brandlehre.htm

Schwellenwert (Temperatur) | Brandlehre

 

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