Die Zäsur ist allgemein ein (gedanklicher) Einschnitt.
Die Zäsur in der Kunst
Zäsuren sind z.B. in der römischen, griechischen und germanischen Dichtung, Einschnitte, die nach bestimmten Quantitäten im
Vers erfolgen. Eine Zäsur markiert eine minimale Pause beim Lesen, wie zum Beispiel am
Hexameter. Ein Hexameter setzt sich aus
Daktylus und
Spondeen zusammen. Ein Daktylus besteht aus einer langen und zwei kurzen Einheiten. Ein Spondeus besteht aus zwei langen Einheiten. Bei der Platzierung von Zäsuren wird eine lange Einheit als eins gezählt und zwei kurze Einheiten ebenfalls als eins. Es gibt folgende Zäsuren:
- Trithemimeres (nach drei Einheiten)
- Penthemimeres (nach fünf Einheiten)
- Hephthemimeres (nach sieben Einheiten).
Der Begriff Zäsur existiert auch in der Literatur, besonders der Lyrik, in der Architektur und der Musik. In letzterer handelt es sich um einen kurzen senkrechten Strich in der Notenschrift, der Sängern oder Spielern von Blasinstrumenten anzeigt, wo geatmet werden soll. In diesem Sinne wird diese Notation auch bei anderen Intrumenten angewandt, um eine gedankliche Pause im Stück anzuzeigen.
In den verschiedenen Kunstformen hat die Zäsur verschiedene Wirkungen, die von entspanntem Innehalten bis zur spannungsgeladenen Stille/Pause, einem Einschnitt, reichen.
Insofern ist sie ursprünglich dem Handwerkszeug der Rhetorik zuzuordnen.
Beispiel
Alexandriner aus
Es ist alles eitel. (1663) von
Andreas Gryphius:
- Du siehst, wohin du siehst, | nur Eitelkeit auf Erden.
- Was dieser heute baut, | reißt jener morgen ein,
- Wo jetzt noch Städte stehn, | wird eine Wiese sein,
- Auf der ein Schäferskind | wird spielen mit den Herden.
Die Zäsur in der Geschichtsforschung
Die Zäsur in der Geschichtsforschung beschreibt den Einschnitt, die Grenze zwischen zwei markanten Zeitepochen.
Weblinks
Verslehre
Caesura | Césure | Cesura | Cesuur (dichtkunst) | Cesur