Yggdrasil (= „Ross des Schrecklichen“ o. ä.; auch: Mímameiðr, Læraðr) ist in der germanischen Mythologie die riesenhafte immergrüne Weltesche (Weltenesche), unter deren Bild man sich das ganze Weltgebäude vorstellte.
Yggdrasil hat drei große Wurzeln, von denen eine nach Jötunheim, dem Land der Riesen, wächst, wo sich auch Mimirs Brunnen befindet. Die andere Wurzel führt in das nebelige Niflheim nahe der Quelle Hvergelmir, wo der Neid-Drache Nidhogg (Nidhöggr) an ihr nagt. Die dritte Wurzel findet sich in der Nähe von Asgard. Das Eichhörnchen Ratatöskr klettert immer an der dritten Wurzel hin und her und verbreitet dabei üble Nachrede vom Adler bis zum Neiddrachen. Vier Hirsche namens Dain, Dwalin, Dunneir und Durathor fressen die Knospen der Weltenesche ab. Die zwei Schlangen Goin und Moin, die von Grafwitnir (Grabeswolf) abstammen, nagen an den Wurzeln von Yggdrasil.
Unter den Zweigen Yggdrasils halten die Götter Gericht. Am Fuße Yggdrasils findet sich die Quelle der Urd, an der die drei Nornen ihren Sitz haben, die drei Schicksalsgöttinnen Urd, Werdandi und Skuld, die das Schicksal der Menschen und Götter weben, wobei Urd für die Vergangenheit, Werdandi für die Gegenwart und Skuld für die Zukunft steht. Wenn Yggdrasil zu beben (oder zu welken) beginnt, naht das Weltenende Ragnarök.
Die Vorstellung dieser und ähnlicher Himmelsbäume hängt mit den in der Frühgeschichte vielfach auffindbaren Baumkulten zusammen, vergleiche auch die Eiche im alten Griechenland und die Linde im deutschen Mittelalter. Auch Richard Wagner hat in seiner Operntetralogie „Der Ring des Nibelungen“ das Bild von der Weltesche verwendet. Beim Untergang der Götterwelt in der „Götterdämmerung“ bricht mit dem Untergang Walhalls auch die Weltesche.
1. Himmel
2. Erde
3. Unterwelt
In einer modernen Parodie läßt Walter Moers die Weltenesche in seinem Roman Rumo & Die Wunder im Dunkeln zur verschrobenen, uralten, weisen Eiche Yggdra Sil, einer wichtigen Helferin des Titelhelden, werden.
In dem Videospiel Tales of Symphonia von Nintendo, das November 2004 in Europa erschien, diente die Weltenesche als Vorlage für den Bösewicht „Lord Yggdrasill“ und die Geschichte gleichermaßen.
Siehe auch:
Germanische Mythologie | Mythologischer Ort
Yggdrasil | Yggdrasil | Yggdrasil | Υγκντράσιλ | Yggdrasil | Yggdrasil | Maailmanpuu | Yggdrasil | Askur Yggdrasils | Yggdrasill | ユグドラシル | Yggdrasil | Igdrasilas | Igdrasils | Yggdrasil | Yggdrasil | Yggdrasil | Yggdrasil | Yggdrasil | Yggdrasil | Иггдрасиль | Yggdrasil | Yggdrasil | Іґґдрасиль
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