Die Yaqui sind eine indianische Ethnie Mexikos. Die Yaqui gelten als die indianische Gruppe Mexikos, die sich am militantesten und erfolgreichsten gegen die weißen Eroberer zur Wehr gesetzt und so Symbolcharakter für den indianischen Widerstand gegen koloniale und neokoloniale Domination errungen hat. Die Yaqui leben heute zum Teil im Norden von Mexico in der Umgebung der Stadt Ciudad Obregón.
Zu Beginn der Unabhängigkeitskriege, 1810, hielten sich die Yaqui zunächst am Rande des Konfliktes, hatte doch für sie das Konzept der Unabhängigkeit einen anderen Wert als für die Kreolen oder Mestizen. Unter Führung von Juan Baderas organisierte sich im ganzen Gebiet der heutigen Staaten Sinaloa und Sonora eine indianische Unabhängigkeitsbewegung (Yaqui, Mayo, Pima und Opata) mit messianischem Charakter, die im Namen der Jungfrau von Guadalupe in einer Reihe von Aufständen zwischen 1826 und 1833 die Vertreibung der Weißen, der "yori", aus ihrem indianischen Gebiet forderte. So gelang es der Regierung von Sonora nie, ihr Territorium vollständig zu kolonialisieren.
Unter Führung von Cajeme kam es in den Yaqui-Kriegen zwischen 1867 bis 1887 zum letzten Versuch, die Mexikaner aus Sonora zu vertreiben. Cajeme wurde füsiliert, die Hälfte der überlebenden Yaqui flüchtete nach Arizona, und Tausende von Yaqui und Mayo wurden nach Yucatán auf Sisalplantagen zwangsdeportiert. Dennoch gaben die Yaqui ihren Kampf um das ihnen heilige Land nicht auf; 10 Jahre nach der letzten blutigen Auseinandersetzung, 1927, gab ihnen schließlich Präsident Cardenas 1936 den Rechtstitel über 750 Hektaren Land, einen kleinen Teil dessen, was ihnen einst gehört hatte, und anerkannte ihr Recht auf Selbstbestimmung. Doch durch den Bau von Staudämmen am Yaqui-Fluss wurde ihre wichtigste Ressource, das Wasser, für ihren Bewährungs- und Kanalfeldbau, abgeleitet. Ihre Wasser- und Landrechte versuchen sie heute auf dem Verhandlungswege einzufordern.
Wenn auch der militante Widerstand der indianischen Völker auf die Dauer immer gebrochen wurde, haben sie dennoch häufig auf anderer Ebene Widerstand geleistet: sie konnten sich meist als differenzierte soziale Einheit behaupten, mit einer eigenen Identität, die sich in einer individuellen Kultur manifestiert, an der nur die Mitglieder der eigenen Gruppe partizipieren. Diese individuellen, angepassten Strategien im täglichen Leben charakterisiert Bonfil Batalla als "Kultur des Widerstandes" (cultura de resistencia), die mit dem Ziel der Erhaltung der eigenen Kultur durchaus auch Veränderungen akzeptiert. Diese Dynamik der indianischen Kulturen ist nur vor dem Hintergrund der kolonialen Dominierung verständlich, welche die Kultur an ihrer freien Entwicklung hindert und ständig fremde und den Bedürfnissen der Gruppe entgegengesetzte Elemente durchsetzt.
Für diesen kulturellen Widerstand finden wir in der entwicklungspolitischen Fachliteratur viele Beispiele: An einem Ort werden die verbesserten Saatsorten, die Düngemittel, die Insektizide nicht akzeptiert; man versteckt die Kinder vor der Impfkampagne, ein neuer Haustyp stößt auf Ablehnung oder wird zweckentfremdet (Hühnerstall im Badezimmer). Ein Grund für die Ablehnung ist, dass diese Neuerungen meist eine Einschränkung der Gruppenautonomie bedeuten. Zwar würden Saatsorten, Insektizide und Düngemittel die Ernteerträge steigern, doch steigt mit ihnen auch die Außenabhängigkeit, müssen sie doch verkauft werden und gehören wie die Spritze und der Impfstoff nicht zu den von der Gruppe produzierten oder kontrollierten Ressourcen. Konservatives Verhalten ist, so betrachtet, Teil eines ständigen Kampfes um Selbstbestimmung über die eigenen Kulturelemente.
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