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Der Jangtse (}}) oder Chang Jiang ( |b=Langer Fluss}}) ist der längste Fluss Asiens und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Strom der Welt.
Allgemeines
Er fließt auf seiner ganzen Länge von 6.380 km, von denen 2.800 km schiffbar sind, durch die
Volksrepublik China. In seinem riesigen Einzugsgebiet, das 1.808.000
km² umfasst, leben rund 350 Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte der Landwirtschafts- und mehr als 40% der Industrieproduktion werden in dieser Region erwirtschaftet. An seiner Mündung führt er im Jahresdurchschnitt rund 35.000 m³ Wasser pro Sekunde ab.
Flussname
- Vom chinesischen 扬子江 (Pinyin: Yángzǐjiāng), die nur für das Mündungsgebiet gilt und nicht sehr geläufig ist, leitet sich die deutsche Benennung Jangtsekiang ab.
- Die offizielle Bezeichnung ist Changjiang (Kurzzeichen: 长江; Langzeichen: 長江; Pinyin: Cháng Jiāng) und bedeutet nichts weiter als "langer Fluss".
- Etwas weiter stromab heißt er Tongtian-Fluss. Letzteres bedeutet "Fluss, der den Himmel durchquert".
- Die Quelle des Dri Chu (=Jangtse-Oberlauf) wurde im August 1989 von dem deutschen Geologen und Glaziologen Prof.Dr. D.Ortlam (Bremen) an einem zurückschmelzenden Gletschertor des Gangjajubu-Gletschers in 5.405 m ü.NN Höhe südöstlich des Geladandong-Peaks (6.621 m ü.NN) im westl. Tangula Shan entdeckt (Qell-Literatur: ORTLAM, D. (1991): Hammerschlag-seismische Untersuchungen in Hochgebirgen Nord-Tibets.- Z. Geomorphologie, N.F. 35,4: 385-399, 12 Abb., 1 Tab., Berlin/Stuttgart.
- Vor dem Eintritt ins Rote Becken von Sichuan heißt der Jangtse Jinshajiang (金沙江 Jīnshājiāng), "Goldsandfluss", ein Hinweis auf Goldvorkommen in dieser Region.
- Der tibetische Name ist Dri Chu (Kuh-Fluss; Dri ist der weibl. Grunz-Ochse bzw. Yak).
Flusslauf
Der Jangtse, der auch Yangtsekiang genannt wird, entspringt in etwa 5.405 m Höhe im
tibetischen Tangula Shan und bildet in seinem Ober- und Mittellauf bis
Yichang viele Schluchten. Die bekanntesten sind die
Drei Schluchten zwischen Chongqing und Yichang, die inzwischen durch den umstrittenen Bau eines
Großkraftwerkes, des so genannten
Drei-Schluchten-Staudamms, geflutet werden, so dass ein 600 km langer und bis 180 m tiefer
Stausee entsteht. Durch die gewaltige Entwaldung der Berghänge am Yangtse-Mittellauf in Ost-Tibet erfolgen durch Hangrutschungen (Muren) gewaltige Sedimenteinträge in den Fluss (ca. 2 Mrd. m³/Jahr), so dass er ebenfalls zu einem gelben Fluss (=Huang He in Nord-China) wurde. Dadurch besteht eine erhebliche Gefahr der Verschlammung des Drei-Schluchten-Stausees. Danach fließt der Fluss langsamer und breiter durch die Ebenen Mittelchinas. Das erste große der natürlichen Rückhaltebecken, die eine wichtige Funktion als Schutz vor Überschwemmungen ausüben, ist der
Dongting-See. In Abhängigkeit von der im Laufe des Jahres unterschiedlichen Wasserführung ändert er wie auch der größte
See Chinas, der
Poyang-See, seine Ausdehnung. Über den
Kaiserkanal, der den Jangtse bei
Yangzhou kreuzt, besteht eine Verbindung zum
Gelben Fluss. Bei
Shanghai mündet er in einem
Delta in das
Ostchinesische Meer. Wichtige Städte am Jangtsekiang sind
Chongqing,
Wuhan,
Nanking und
Shanghai.
Bedeutung
Oekologischer Zustand
Die extreme Verschmutzung des Jangtse bedroht die
Trinkwasserversorgung vieler großer Städte entlang des Flusses. Es wird befürchtet, dass der Fluss innerhalb der nächsten fünf Jahre vollständig kippen könnte. Das verschmutzte Wasser wurde von chinesischen Forschern sogar als Krebs erregend eingeschätzt.
Schuld an diesem Zustand sind Experten zufolge Industrieabfälle und Abwasser sowie die Verschmutzung durch Landwirtschaft und Schiffstreibstoff.
Schifffahrt
Der Jangtse ist erst ab Jbin ( 305 m ) an schiffbar. Flussabwärts sind
Chongqing und
Wanxian. Unterhalb des Staudammes Yichang, Wuhan-Hankou, Jiujiang, Wuhu und Nanking wichtige
Binnenhäfen. Der Bau des Schiffshebewerks neben der grossen fünfstufigen
Schleuse wurde wegen finanzieller und technischer Probleme immer wieder verschoben. Bis 2008 soll aber ein 120 Meter langes
Schiffshebewerk gebaut sein, das Schiffe von bis zu 3000 Tonnen befördern kann, um den Höhenunterschied deutlich schneller als durch die fünfstufige Schleuse für Schiffe von bis zu 10000 Tonnen zu bewältigen.
Stauseen
Neben dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms gibt es ein zweites Großprojekt: "Süßwasser nach Norden", ein
Wasserumleitungssystem, durch das der unter
Wassermangel leidende Norden Chinas mit Wasser aus dem Jangtse versorgt werden soll. Die erste Trasse entlang des
Kaiserkanals wird bereits benutzt, soll aber noch ausgebaut werden; zwei weitere Trassen im Oberlauf des Yangtse befinden sich im Planungsstadium.
Nebenflüsse
YangtzeInThreeGorges.jpg
Siehe auch
Weblinks
Fluss in China
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