Xt500.JPG Das Motorrad Yamaha XT 500 der japanischen Firma Yamaha war ab 1975 das erste Großserienmodell einer geländegängigen Einzylinder-Viertakt-Maschine mit 500ccm.
Der Beinamen Enduro (für durchhalten und hart), den die ersten Ausführungen noch auf dem Seitendeckel aufwiesen, wurde zum Inbegriff einer neuen Kategorie von Motorräden, die nicht nur wie Moto Cross-Maschinen für kurze Ausflüge ins Gelände geeignet waren, sondern durch ihre Leistungsstärke und Robustheit auch für längere Reisen abseits asphaltierter Strassen. So legte schon 1978 die 16000km lange Fahrt von Dr. Peter Falb durch Nordafrika und insbesondere die Sahara die Grundlage für die Legende von der sprichwörtlich unverwüstlichen Enduro. Die Erfolge der XT500 bei den ersten beiden Ausgaben der Rallye Paris-Dakar verstärkten dies noch.
Im Grunde war die XT die zulassungsfähige Version des eher geländeorientierten Modells TT500, das z. B. noch keine Beleuchtung und kein Tacho besaß und auch sonst in einigen Details anders aufgebaut, aber keineswegs als Wettbewerbsmaschine konzipiert war.
Die XT 500 wurde erstmals 1975 in Las Vegas in den USA vorgestellt und bis 1989 gebaut. Das Fahrwerk basierte auf früheren Zweitaktmaschinen. Dabei wurde jedoch nicht, wie bei einigen DT-Modellen praktiziert, auf die Cantilever-Federung gesetzt, sondern konventionelle Stereo-Federbeine verbaut. Die Gabel hingegen bot für damaligen Verhältnisse einen großen Federweg von 195 mm. Es kam ein luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor mit 495 cm³ zum Einsatz. Dieser wies eine obenliegende Nockenwelle und 2 Ventile auf. Als einzige Besonderheit des relativ einfach konstruierten Motors ist die Trockensumpfschmierung zu erwähnen. Zu starten war der drehmomentstarke Dampfhammer nur mit Kickstarter, was für Eingeweihte kein Problem darstellte, für manch Unbedarften jedoch zu einem unüberwindbaren Hindernis wurde.
Die XT 500 war für US-amerikanische Verhältnisse konzipiert, als Spaßfahrzeug für Off Road-Trips wie der VW-Buggy, oder als Basisfahrzeug für Rallye Raid-Wüstenrallyes wie die Baja 1000 in Mexiko. So war bis 1986 nur ein schwacher 6Volt-Wechselstrom-Schweinwerfer verbaut, dessen Leistung drehzahlabhängig ist. Rücklicht, Blinker und Hupe wurden nachgerüstet und mit Gleichspannung betrieben, um auch per Batterie an der Ampel noch notdürftig zu funktionieren. Schon 1976 wurden die ersten 50 Maschinen in Deutschland per Einzelabnahme zugelassen, die sich u.a. durch einen tiefliegenden Auspuffkrümmer und der vollen Leistung von 24 kW (33 PS) von späteren Versionen unterscheiden.
Ab 1977 wurde die XT 500 offiziell in Deutschland importiert, mit anderer Auspuffanlage und durch einen geänderten Ansaugstutzen auf 20 kW (27 PS) gedrosselt. Als Gründe dafür werden Geräuschentwicklung bzw. mangelnde Stabilität bei hohen Geschwindigkeit aufgrund vom Rahmengeometrie und nicht für Autobahngeschwindigkeiten geeignete Stollenbereifung angegeben.
Schon im Jahr 1977 wurden in Deutschland 2005 Zulassungen registriert, 1981 wurde dann mit 4160 die höchste jährliche Zulassungszahl erreicht. Der bewährte XT500-Motor wurde fast identisch auch in der von der Enduro abgeleiteten Straßenmaschine Yamaha SR 500 verbaut.
Aufgrund des Erfolges der XT 500 kam es bald zu einem Wettrüsten der japanischen Hersteller, mit anderen Hinterradaufhängungen für mehr Federweg als die relativ bescheidenen 16cm der XT 500, sowie mit Vierventil-Motoren mit mehr Hubraum und Leistung (insbesondere die Honda XL500).
Trotz oder gerade wegen dieser Konkurrenz behielt die klassische XT500 aufgrund der simplen und zuverlässigen Technik weiterhin viele Anhänger und wurde bis 1989 weiter gebaut, wobei sie sogar ihr Vierventil-Nachfolge-Modell Yamaha XT 550 und mehrere Generationen der Yamaha XT 600 überlebte.
Dem Vorbild der Paris-Dakar-Rennversionen und der XT600-Ténéré folgend, und vor allem um die serienmäßige Reichweite von nur 170km auf ca. 400km zu erhöhen, haben viele XT500-Besitzer den serienmäßigen 8-Liter-Tank durch größere Tanks aus Alu oder Kunststoff mit ca. 20 Liter Fassungsvermögen ersetzt. Eine weitere übliche Umbaumaßnahme ist der Einbau einer 12-Volt-Anlage samt H4-Halogen-Scheinwerfer.
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