Yagyu Shinkage-ryu ist eine der bekanntesten Traditionen des japanischen Schwertkampfes. Der Name kann grob als "Yagyu Neue Schatten-Schule" übersetzt werden, wobei "Yagyu" den Namen der Familie bezeichnet, die Ende des 16. Jahrhunderts die Leitung dieser Schule übernahm sie maßgeblich geprägt hat.
Geschichte
Die Tradition der Yagyu Shinkage-ryu geht auf Kamiizumi Ise-no-Kami zurück. Dieser lernte Kage-ryu bei dessen Begründer Aisu Ikkosai, und war darüber hinaus sowohl in der Kashima Shinryu als auch der Katori Shinto-ryu bewandert. Aus diesen Erfahrungen heraus erschuf er seine eigene Schule, Shinkage-ryu. Die Yagyu Familie kam mit Kamiizumi in Kontakt, als Yagyu Sekishusai in einem Duell mit einem Schüler Kamiizumis eine herbe Niederlage hinnehmen musste. Daraufhin bat Sekishusai Kamiizumi ein Schüler von ihm zu werden. Er wurde angenommen und brachte es schließlich so weit, dass er im Jahre 1565 von Kamiizumi als sein Nachfolger benannt wurde. Zusammen mit seinem Sohn Yagyu Munenori gelang es Sekishusai seine Schule als offizielle Fechtschule des Tokugawa-Shoguns Ieyasu zu etablieren. Die Yagyu-Familie stellte Fechtlehrer für die Shogune des Tokugawa-Clans über insgesammt drei Generationen hinweg.
Shinkage-ryu gilt als eine der ersten Schwertschulen, die ein fukuro shinai als Übungswaffe benutzten, das es erlaubt mit recht hartem Kontakt zu trainieren ohne den Partner dabei zu verletzen.
Curriculum
Schwerpunkt des Curriculums bilden die Schwerttechniken, welche sowohl
odachi,
kodachi und
nitto beinhalten. Außerdem werden oft die Batto-jutsu Techniken der Yagyu Seigo-ryu gelehrt, sowie eine geringere Anzahl an Techniken mit dem
jo.
Literatur
- Yagyu Munenori, Der Weg des Samurai. Anleitung zum strategischen Handeln, Piper, 2004, ISBN 3492236316