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Xylitol
 

Xylitol (C5H12O5), oder auch Xylit - Trivialnamen für Pentanpentaol (E 967) - ist ein Zuckeraustauschstoff, der in zahlreichen Früchten und Gemüsesorten natürlicherweise vorkommt. Auch im menschlichen Körper kann Xylitol in geringen Mengen vom Stoffwechsel gebildet werden. Als Intermediärprodukt werden während des Kohlenhydratabbaus täglich 5-15 Gramm in der Leber hergestellt.

Xylitol hat den selben Geschmack und annähernd die selbe Süßkraft wie Zucker, d. h. Saccharose. Löst sich Xylitol im Mund im Speichel, entzieht es der Umgebung Wärme. Der Kaloriengehalt ist etwa 50 % geringer als bei Haushaltszucker. Xylitol beeinflusst zudem den Blutzucker- und Insulinspiegel nur geringfügig und ist somit für Diabetiker geeignet. Xylitol ist hitzestabil und lässt sich beim Backen verwenden. Xylitol ist ein recht großes Molekül, das viel Wasser an sich zu binden vermag. Es wird im Dünndarm nur passiv, also langsam und unvollständig resorbiert. Bei regelmäßiger Einnahme kann die Resorptionsrate im Dünndarm durch Enzyminduktion erhöht werden. Bei Einnahme von mehr als 0,5 g Xylitol pro KG Körpergewicht kann eine abführende Wirkung auftreten, welche nach Adaptation des Organismus verschwinden kann. Es wurden in Studien Einnahmen von 200 g Xylitol täglich problemlos vertragen. Bei Sorbitol besteht diese Anpassung nicht, daher wirkt Sorbitol immer abführend.

Im Dickdarm wird das restliche Xylitol (etwa 2/3 der eingenommenen Menge) durch Bakterien zerlegt und zu kleinen Fettsäurebestandteilen abgebaut und resorbiert. Diese werden zu CO2 und H2O verstoffwechselt. Dieser Stoffwechselweg läuft insulinunabhängig ab.

Xylitol kommt als natürlicher Zuckeralkohol in vielen Gemüsesorten und Früchten (z. B. Mirabellen, Erdbeeren, Himbeeren und Blumenkohl (Karfiol)) und in der Rinde bestimmter Holzarten (z. B. Birke) vor. Industriell wird Xylitol durch chemische Modifikation des Xylans (Holzgummi) über den Holzzucker Xylose gewonnen. Heute erfolgt die Gewinnung häufig aus Überbleibseln der Maiskolben nach dem Abernten der Körner. Xylitol erzeugt auf der Zunge einen Kühleffekt ähnlich wie der erfrischende Geschmack von Menthol. Da Xylitol von den Bakterien im Mundraum nicht verwertet werden kann, besitzt es keine Karies erzeugende Wirkung und findet daher auch in Kaugummis zur Zahnreinigung Verwendung. So wird

Diese Mechanismen können zu einer Reduktion der Karies-Inzidenz um 40 bis 100 % führen. Für einen wirksamen Kariesschutz sollten allerdings 5 bis 10 g Xylitol pro Tag zu sich genommen werden.

Xylitol kann in der Mundhöhle Komplexe mit Calcium und Speicheleiweißen bilden, was zu einer Remineralisation von Zahnhartsubstanz führt. Bei ausreichender, nach Studien mindestens 5 Gramm pro Tag in mehreren Portionen, Xylitolzufuhr bildet sich keine Plaque auf den Zähnen und somit wird die Kariesentstehung verhindert. Auf noch unbekannte Weise wird bereits vorhandener Zahnbelag gelöst und entfernt. Xylitol wird von verschiedenen Mikroorganismen aufgenommen. Dies führt jedoch mangels Verstoffwechselungsmöglichkeit zum Absterben und „Wegzüchten“ dieser Mikroorganismen. An erster Stelle ist Streptokokkus mutans zu nennen, welcher für die Bildung des Zahnbelags und nachfolgend für die Zahnkaries verantwortlich zeichnet. Somit ist die 100%ige Kariesreduktion allein durch Xylitol möglich.

Falls es Schwangeren gelingt, diese Mikroorganismen durch regelmäßige Xylitolzufuhr aus ihrer Mundhöhle zu entfernen, sind die geborenen Kinder ohne weitere Maßnahmen über viele Jahre vor Kariesbefall nahezu vollständig geschützt. Säuglinge werden mit sterilen Mundhöhlen geboren und die Beimpfung mit kariesfördernden Bakterien erfolgt nur durch nahe Angehörige. Dieses geschieht durch Ablecken von Löffeln, Schnullern und geben von Küssen. Hier dürfte die Ursache für familiär gehäuft auftretende Karies über mehrere Generationen liegen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die direkte Anwendung von Xylitol in Pulverform der indirekten Anwendung als Zugabe zu Kaugummi oder Lutschpastillen weit überlegen ist.

Die Zufuhr von Xylitol in den Nasen-Rachen-Raum (z. B. über Nasenspray) verringerte bei Kindern in wissenschaftlichen Studien die Anfälligkeit für Infekte, besonders Mittelohrentzündungen, ganz erheblich.

Im Darm bildet Xylitol Komplexe mit Calcium und erleichtert dessen Resorption. Dies könnte ein noch wenig erforschter Weg zur Vorbeugung von Osteoporose sein.

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