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Xingyiquan oder Xing Yi Quan () ist ein chinesischer Kampfkunst- oder Wushu-Stil und zählt zu den sogenannten inneren Kampfkünsten.

Xing bedeutet Form, Yi bedeutet Geist oder Willen, Quan bedeutet Faust, steht also für den waffenlosen Kampf.

Ursprung und Geschichte


(Das folgende ist eine vereinfachte Darstellung der Geschichte des Xingyiquan. Die Kampfkunst, die heute unter dem Namen Xingyiquan bekannt ist, trug im Lauf der Geschichte verschiedene Namen.)

Es gibt drei Legenden über den Ursprung des Xingyiquan. Die bekannteste erzählt, dass Xingyiquan von General Yue Wu Mu Wang (1103 bis 1141) während der Song-Dynastie entwickelt wurde. Yue Wu Mu, eigentlich Yue Fei, stammte aus der Provinz Honan und war ein nationaler Kriegsheld, der Angriffe der Jin-Herrscher zurückschlug. Er soll Xingyiquan aus dem Speerkampf entwickelt haben. Yue Fei wird eine Schrift über die Kampftechnik Xingyiquan zugeschrieben, obwohl seine Autorenschaft zweifelhaft ist. Die Beschreibung weist jedoch Ähnlichkeiten mit seiner Schrift über die "Adlerklaue" auf.

Eine weitere Legende schreibt die Entwicklung des Xingyiquan dem indischen Mönch Damo zu, der 520 v. Chr. nach China kam.

Die dritte, geschichtlich gesichertere, Legende berichtet von Ji Jike (auch Ji Longfeng), der während der Ming/Qing-Dynastie lange Zeit in einem Shaolin Tempel gelebt haben soll und dort das Xingyiquan entwickelte. Auch Ji Jike wird eine meisterliche Beherrschung des Speeres nachgesagt. Im Lauf der Zeit entwickelten sich im wesentlichen drei Schulen/Stile:

  • die Shanxi-Schule, entstand in Ji Jikes Heimatprovinz Shanxi.
  • die Heibei-Schule geht zurück auf Li Feiyu aus der Provinz Hebei, einem Schülerschüler von Cao Jiwu, der wiederum ein Schüler von Ji Jike war. Dieser Stil ist heute der weitverbreitetste.
  • die Henan-Schule, die von Ma Xueli, einem Schüler von Jike aus der Provinz Henan, gegründet wurde.

Charakter


Obwohl Xingyiquan eine innere Kampfkunst ist, kann sie von Außenstehenden und Anfängern leicht mit den äußeren Kampfkünsten verwechselt werden. Das liegt daran, dass die Bewegungen wesentlich explosiver und kraftvoller als die fließenden Bewegungen der anderen inneren Kampfkünste Taijiquan und Baguazhang aussehen. Außerdem wird beim Xingyiquan, im Gegensatz zum Taijiquan, von Anfang an Wert auf die Stärkung der körperlichen Kondition des Ausübenden gelegt.

Die Schritte werden linear ausgeführt oder in einem Winkel zur Geraden. Füße, Kopf und die führende Hand werden auf einer Linie gehalten, so dass der Kämpfer direkt auf seinen Gegner zugeht bzw. in ihn hinein. Das steht im Gegensatz zu Taijiquan und Baguazhang, bei denen kreisförmige Bewegungen vorwiegen. Das Gewicht wird meist auf dem hinteren Bein gehalten. Die Art sich zu bewegen charakterisiert die Strategie des Xingyi - den direkten Angriff.

Techniken und Übungen


Die Techniken des Xingyiquan basieren auf der Dreifachen Stellung (santishi), den fünf Fausttechniken (wuxing) und den Tierformen.

Santishi ist die Ausgangsstellung aller Xingyi-Techniken und dementsprechend wird in der Ausbildung besonderen Wert auf das Einnehmen und längere Halten dieser Stellung (zhangzhuan) gelegt. Dies soll nicht nur die körperliche Ausdauer des Übenden stärken, sondern auch die Entwicklung der inneren Energie (neigong) fördern. Der Begriff "Dreifache Stellung" bezieht sich auf die drei Abschnitte des Körpers Kopf, Rumpf/Arme und Beine, denen entsprechend der chinesischen Philosophie der Himmel, der Mensch und die Erde zugeordnet sind.

Die fünf Fausttechniken des Xingyiquan sind jeweils einer der fünf Wandlungsphasen der chinesischen Philosophie zugeordnet. Die Idee ist hierbei, dass sich der Charakter der Wandlungsphase in der Ausübung und Anwendung der zugeordneten Fausttechnik widerspiegelt. Die Techniken sind:

  • spaltende Faust (pi quan), Wandlungsphase Metall
  • bohrende Faust (zhuan quan), Wandlungsphase Wasser
  • schmetternde Faust (beng quan), Wandlungsphase Holz
  • hämmernde Faust (pao quan), Wandlungsphase Feuer
  • überkreuzende Faust (heng quan), Wandlungsphase Erde

Den Prinzipien der fünf Wandlungsphasen folgend, können sich die Techniken gegenseitig erzeugen oder neutralisieren.

Die Tierformen sind festgelegte Bewegungsfolgen, die auf den fünf Fausttechniken basieren und jeweils den Charakter eines zugeordneten Tieres zum Ausdruck bringen. Je nach Stil werden zehn oder zwölf Tierformen geübt.

Kampfkunst (China)

Xingyiquan | Xing Yi Quan | Xingyiquan | Xingyi | 形意拳

 

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