article

Das Xiang-Wang ist ein chinesischer Kampfkunststil und lässt sich in das 17. und 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Es zeigt Verwandschaft zum Baguazhang. Der Meister Wang lehrte es, und seine Schüler übernahmen das System welches sich, wie auch die anderen Systeme, in der darauf folgenden Zeit weiter entwickelte und verbreitete. Das Xiang-Wang zeichnet sich durch vorwiegend weiche und runde, ineinander übergehende, Bewegungen aus.

Charakteristik

Die Verteidigungsbewegungen (Abwehr) zeichnen sich durch vorwiegend weiche, runde Bewegungsmuster aus. Im Xiang-Wang gibt es zwar eine Reihe Hartblöcke, doch machen die weichen Bewegungstechniken ca. 90% aus.

Bei den Kontertechniken (Angriff) gibt es harte sowie weiche Techniken die meist auf kurze Distanz ausgeführt werden, weshalb der Infight meist provoziert wird. Im Xiang-Wang wird der Infight (die innere Schale) auf eine Distanz von ca. 50-70cm definiert.

Die harten Techniken haben eher einen explosiven Charakter und benutzen meist nur die kurzen Wege. Es wird bei einem Schlag weder ausgeholt noch werden große Rumpfbewegungen ausgeführt. Hierbei spielt die Qi-Atmung, die Stabilisation und korrekte Aufrichtung des Körpers sowie die richtige Führung der Schlaghand eine wesentliche Rolle für die Effektivität der Technik.

Die weichen Techniken im Infight bestehen im Wesentlichen aus diversen Hebelkombinationen, und das System der "klebenden Hände" aus dem Baguazhang.

Innerer und äußerer Weg

Der Xiang-Wang Stil gliedert sich in zwei Wege.

Der äußere Weg

Der äußere Weg, die Techniken der Kampfkunst:

  • Hand-, Faust-, Finger-, Ellenbogen-, Knie- und Fußtechniken
  • Kampf der drei Schalen (Entfernungen)
  • Chinaa-Fangtechniken
  • Dschung-Dit (Technik des Rollens und Fallens)
  • Wurftechniken, Schleudertechniken
  • Beherrschungstechniken
  • „Drachentechniken“ (Sprungtechniken)
  • Wu-Qui-Tao-Fa (die traditionelle Waffenschule)

Der innere Weg

Der innere Weg praktiziert zum großen Teil die buddhistischen Werte nach den Grundsätzen des Mitgefühls gegenüber allen fühlenden Wesen (nicht nur Menschen), der Achtsamkeit und Duldsamkeit. Hierbei wird vermittelt, wie durch Schärfung des Geistes und der Anwendung von Gegenmitteln die drei Grundübel der Menschen, Haß, Gier und Unwissenheit beherrscht und transformiert werden können. Eine gute Möglichkeit, um den Lebensweg zu meistern, ist die Beherrschung von Leidenschaften (hinter die Dinge sehen), auch durch die Meditation. Das Ziel ist die Entwicklung der „heilenden Hinwendung zu den Wesen“. Keinem fühlenden Wesen darf wissentlich Schaden zugefügt werden.

Gern wird im Xiang-Wang folgende Legende erzählt: Einige junge Leute beobachteten einen alten Meister beim Üben mit seinen Schülern. Anschließend baten die „Interessenten“, einige Fragen stellen zu dürfen. Der Meister fand sich dazu gern bereit und ein junger Mann fragte: „Was ist das für ein System?“ Der Lehrer antwortete: “Xiang-Wang“. „Und was wird da gelehrt?“ „Nun“, sagte der Meister, “es bedeutet, den ganzen Tag bewusst zu leben, in Harmonie mit den Dingen und Wesen, keinem fühlenden Wesen Schaden zuzufügen, mehr für andere Wesen zu tun als für sich selbst, abends vor dem Schlafen den Tag nochmals zu überdenken und die Wesen, denen man Schaden zugefügt hat, um Verzeihung zu bitten, sich vorzunehmen, am nächsten Tag achtsamer zu sein und diese Fehler zu vermeiden.“ - „Aber was ist denn dieses Treten und Schlagen?“ „Ach, das“, sagte der Lehrer, „die Kampfkunst, das ist nur der äußere Weg, der ist nicht so wichtig!“

Kampfkunst (China)

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Xiang-Wang".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld