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Xenophon
 

Xenophon.jpg | Raffael 069.jpg. Detail aus der Schule von Athen von Raffael.]] Xenophon (* um 426 v. Chr., † nach 355 v. Chr.) war ein aus Athen stammender Schriftsteller und Politiker.

Leben


Xenophon gehörte in seiner Jugend zum Schülerkreis um den Philosophen Sokrates und stand den oligarchischen Kreisen Athens nahe.

Während des Bürgerkriegs im Perserreich, ausgelöst durch den Aufstand Kyros' des Jüngeren gegen seinen Bruder Artaxerxes II., nahm er an dem Feldzug des Kyros als Begleiter eines griechischen Söldnerheeres teil. Kyros fiel in der Schlacht bei Kunaxa (am Euphrat in Nordmesopotamien) im Jahr 401 v. Chr., damit war der ganze Feldzug hinfällig geworden. Bei den Verhandlungen mit der persischen Seite verloren die nunmehr auftraglosen und auf freien Abzug gesonnenen griechischen Söldner durch Meuchelmord ihr gesamtes Offizierskorps. Xenophon (der eher aus Abenteuerlust einen Freund begleitet hatte) ermutigte jedoch die Truppe zum Abmarsch auf der gefährlichen Nordroute ("Zug der Zehntausend") durch Anatolien (harte Kämpfe mit den dort ansässigen Karduchen) und führte sie als gewählter strategos (~ Feldherr) mit an. Berühmt als literarischer und historischer Topos für eine „Rettung nach langer Mühsal“ wurde, als das ganze Heer auf der letzten Hügelkette vor dem Schwarzen Meer in den Ausruf „Thálassa! Thálassa!“ (griechisch: „Meer! Meer!“) ausbrach und auf ein Mal zu laufen begann.

Nach dem Justizmord an seinem Lehrmeister Sokrates wandte sich Xenophon von seiner Vaterstadt Athen ab und wurde ein Freund des spartanischen Königs Agesilaos, kämpfte auch mit ihm gegen seine Heimat Athen, in die er lange nicht zurückkehren durfte. Große Teile seines weiteren Lebens verbrachte er als Schriftsteller und Gutsherr auf der Peloponnes; daher auch seine vorzüglichen Kenntnisse von Landwirtschaft und Viehzucht.

Werke


  • Anábasis (wörtlich: „Zug ins Landesinnere“), Bericht über den „Zug der 10.000“ in das Perserreich und zurück
  • Helleniká, Geschichte Griechenlands ab 411 v. Chr. (direkter Anschluss an das Werk des Thukydides) bis 362 v. Chr.
  • Agesiláos, Lobschrift auf den spartanischen König
  • Apologie des Sokrates, hypothetische Verteidigungsrede des Philosophen vor seinen Richtern
  • Memorabilien (Apomnemoneumata Sokratus), Erinnerungen an Sokrates
  • Oikonomikós, Lehrbuch der Hauswirtschaft
  • Sympósion, Dialog ähnlich dem gleichnamigen Werk Platons
  • Kyrupädie („Erziehung des Kyros“), Schrift zur politischen Bildung über den als idealen Herrscher dargestellten persischen Großkönig Kyros II.
  • Hieron, Dialog über die Tyrannis
  • Der Staat der Lakedaimonier, Beschreibung der - von ihm geschätzten - spartanischen Verfassung und Lebensweise
  • Kynegetikos, Abhandlung über die Jagd, vor allem mit Hunden
  • Hipparchikós, Abhandlung über die Aufgaben eines Reiteroffiziers
  • Peri hippikés, Abhandlung rund um das Pferd
  • Über die Staatseinkünfte, Vorschläge zur Verbesserung der angeschlagenen Volkswirtschaft Athens

Fortleben


Xenophons Werke, insbesondere die sokratischen Schriften und die Anabasis, waren unter anderem wegen ihrer nüchtern-klaren Sprache lange Zeit eine beliebte Lektüre, insbesondere für den Schulunterricht. Da Xenophon teilweise Augenzeuge der berichteten Ereignisse war, ist er eine wichtige Quelle für die griechische Geschichte des 4. Jahrhunderts v. Chr. Auch für die Philosophiegeschichte ist er von Bedeutung als kritische Ergänzung zur Darstellung des Sokrates in den Werken Platons. Seine Werke Hipparchikos und Über die Reitkunst werden heute vielfach als Grundlage der Hippologie gesehen. Die dort zu findenden Hinweise haben auch heute noch unverändert Gültigkeit.

Literatur


  • Christopher Tuplin (Hrsg.): Xenophon and his World. Papers from a conference held in Liverpool in July 1999. Steiner, Stuttgart 2004 (Historia Einzelschriften 172), ISBN 3-515-08392-8

Weblinks


Mann | Philosoph (Antike) | Grieche (Antike) | Historiker der Antike | Militärperson (griechische Antike) | Autor | Antike (Literatur) | Literatur (Altgriechisch) | Geboren 426 v. Chr. | Gestorben 355 v. Chr.

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