Die Wupper ist ein Fluss in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, der als Wipper bei der Marienheider Ortschaft Börlinghausen an der Grenze zu Meinerzhagen im Bergischen Land entspringt und in der Stadt Leverkusen zwischen den Stadtteilen Wiesdorf und Rheindorf nach 112,8 Kilometer Fluss-Strecke und fast genau 400 Höhenmetern in den Rhein mündet. Der mittlere Abfluss beträgt 15,4 m³/s am Pegel Opladen.
Das wassertechnische Einzugsgebiet umfasst 827 km². In diesem Einzugsgebiet leben ca. 900.000 Einwohner.
Als Wipper gab der Fluss der Stadt Wipperfürth ihren Namen (wo sich an der Gemarkung "Leiersmühle" in einer Zeit, als es hier noch keine Brücken gab, eine Furt zum Durchqueren des Flusses befand) wie auch den Wipperfürther Ortsteilen Wipperfeld und Wipperhof. Ebenso namengebend fungierte die Wipper noch bei den flussaufwärts situierten Ortschaften Nieder-, Bös-, Klas- und Schmitzwipper, sowie den flussabwärts liegenden Orten Wippe, Wipperaue und Wipperkotten (alle Solingen). Trotzdem wird der Fluss (heute) bereits ab der Einmündung der Kerspe Wupper genannt. Als solche verlieh das Gewässer außer Wuppertal lediglich einer einzigen weiteren Ansiedlung ihren Namen, nämlich dem Leichlinger Ortsteil Wupperhof.
Der Name Wipper/Wupper leitet sich vermutlich vom Wippen des Wassers über die Steine im Bach bzw. Flussbett her, bedeutet also sich schnell bewegendes Wasser. Eine weitere mögliche Deutung wäre wogendes, reißendes Wasser, was auch dem vorherrschenden Charakter als Gebirgsfluss entsprechen würde.
Der Fluss wird an drei Stellen aufgestaut: Die 1987 eröffnete und 1989 vollendete großflächige Wuppertalsperre befindet sich genau im Städtedreieck Remscheid/Hückeswagen/Radevormwald und dient dem Hochwasserschutz und der Niedrigwassererhöhung.
Die gleiche Funktion erfüllt der kleinere Beyenburger Stausee, ein Aufstau der Wupper in Wuppertal-Beyenburg. Zur Stromgewinnung dient die Staustufe Radevormwald-Dahlhausen, die kleinste der drei Wupper-Talsperren. Ein historisches Modell einer alten Stauklappe wird an zentraler Stelle des Ortes mit einer Informationstafel erläutert.
Im Einzugsgebiet der Wupper befinden sich 14 weitere Talsperren, die direkt oder indirekt den Fluss speisen. Diese Dichte an Talsperren ist für einen Fluss dieser Länge beeindruckend.
Für die wirtschaftliche Entwicklung des Bergischen Landes ist die Wupper seit der Neuzeit grundlegend gewesen, da entweder ihr Wasser zum Bleichen von Garnen und Tuchen (Elberfeld und Barmen) oder ihre Antriebskraft über Turbinen und unterschlächtige Wasserräder z.B. in Schleifkotten zur Metallbearbeitung in Solingen genutzt wurde. Seit dem 19. Jahrhundert wurde sie zudem als Kühlwasserreservoir für die sich entfaltende chemische Industrie eingesetzt (Bayer-Werke in Elberfeld).
Der gesamte Flusslauf wird in großen Teilen von Balsaminen, wie Drüsiges Springkraut, gesäumt, wegen Form und Farbe im Volksmund "Wupperorchideen" genannt.
Gewässergüte: II-III (kritisch belastet; zuständige Behörde: Staatliches Umweltamt Düsseldorf, Stand: 2003; Quelle: http://www.uvo.nrw.de
Das Sprichwort Er geht über die Wupper - es bedeutet: jemand verschwindet - hat folgenden Hintergrund: In einem Wuppertaler Gefängnis gab es früher einen Todestrakt. Dieser lag auf der anderen Seite der Wupper als das Gefängnis selbst. Um ihn zu erreichen musste man über eine Brücke gehen. Wenn ein Schwerverbrecher hingerichtet werden sollte, musste er daher über die Wupper gehen.
Eine weitere Bedeutung des Sprichworts ist der Bankrott: Das Wuppertaler Amtsgericht befand sich früher auf einer Insel inmitten der Wupper. Wer also pleite war und Insolvenz anmelden mußte, hatte - auf welcher Wupperseite er auch immer wohnte - über die Wupper zu gehen, um zum Gericht zu kommen.
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