Wunsiedel ist eine deutsche
Kreisstadt in
Oberfranken. Sie liegt im
Fichtelgebirge im Tal der Rösla am Fuß der
Kösseine.
Geschichte
Der Ort wurde erstmals
1163 als Sitz eines Ministerialen Adelbertus oder Albrecht urkundlich erwähnt. Der Name rührt wahrscheinlich von
wunne = Waldwiesenland und
sedel =
Edelsitz her. Im Jahre
1285 erhielt
Burggraf Friedrich III. von
Nürnberg die
Lehnsherrschaft durch
Kaiser Rudolf I. von Habsburg.
1326 wurden die
Stadtrechte durch Burggraf Friedrich IV. verliehen und
1328 durch
Kaiser Ludwig dem Bayern bestätigt. Hans von Kotzau besiegte
1430 die
Hussiten in der
Schlacht am Katharinenberg,
1462 siegte Jobst von Schirnding über die
Böhmen ebenfalls am Katharinenberg.
Wunsiedel war im Mittelalter Mittelpunkt des
Zinnbergbaus und erlangte große wirtschaftliche Bedeutung durch die Herstellung von
Weißblech. Ab
1613 war Wunsiedel Hauptort des
Sechsämterlandes. Dem Amtshauptmann in Wunsiedel waren die Amtmänner in
Hohenberg,
Weißenstadt,
Kirchenlamitz,
Selb und
Thierstein unterstellt.
Bis
1791/
1792 gehörte die Stadt zum
hohenzollernschen Fürstentum Bayreuth, stand nach der Abdankung des letzten Markgrafen
Karl Alexander von
1792 bis
1806 unter
preußischer Verwaltung, war vier Jahre von
napoleonischen Truppen besetzt und kam
1810 zum
Königreich Bayern.
Brände in den Jahren
1476,
1547,
1607,
1636,
1644,
1646,
1657 und
1731 vernichteten jeweils Teile der Stadt. Nach dem letzten Großbrand im Jahre
1834, der zwei Drittel Wunsiedels zerstörte, erhielt die Stadt ein
klassizistisches Stadtbild.
Überregional bekannt wurde Wunsiedel durch die jährlichen Neonaziaufmärsche, die seit den 90ern im August am Grab von Rudolf Heß stattfanden. Nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht die "Gedenkmärsche" für zulässig erklärt hatten, kamen im Jahr 2004 rund 4.500 Demonstranten. Um zu zeigen, dass sie sich nicht mit diesen Aufmärschen identifizieren, organisierten Bürger Wunsiedels Gegendemonstrationen und gründeten Bürgerinitiativen, die sich für Toleranz, Engagement und Zivilcourage einsetzen. 2005 wurde der Aufmarsch verboten, diese Entscheidung wurde vom Verwaltungsgericht Bayreuth, dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und dem Bundesverfassungsgericht bestätigt.
Öffentliche Einrichtungen
Staatliche Einrichtungen
An staatlichen Einrichtungen sind in Wunsiedel ein
Landratsamt, ein
Finanzamt, das Vermessungsamt, ein Amtsgericht sowie eine Polizeiinspektion vorhanden.
Bildungseinrichtungen
- Städtische Sing- und Musikschule
- Jean-Paul-Schule (Grund- und Hauptschule)
- Luisenburg-Gymnasium
- Sigmund-Wann-Realschule
- Staatliche Wirtschaftsschule
- Staatliche Fachschule für Steinbearbeitung
- Europäisches Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
- BJV-Landesjagdschule
- Stadtarchiv
- Stadtbibliothek
- Haus des Fichtelgebirgsvereins
Freizeit- und Sportanlagen
Die über die Region hinaus bekannte Fichtelgebirgshalle und das Fichtelgebirgsstadion werden durch das städtische Freibad als Sportanlage ergänzt. Zudem existieren eine Jugendherberge, sowie ein unter städtischer Regie geführtes Jugendzentrum.
Vereine
- Turnverein Wunsiedel 1861 e.V.
- Spielvereinigung 1928 Wunsiedel e.V.
Organisationen
- Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Kreisverband Wunsiedel e. V.
Städtepartnerschaften
Wunsiedel unterhält Städtepartnerschaften mit
Entwicklung des Stadtgebietes
Eingemeindungen
Im Jahr 1975 wurde
Schönbrunn und 1978 die Ortschaften Hildenbach,
Holenbrunn und Bernstein eingemeindet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Fichtelgebirgsmuseum
- Deutsches Natursteinarchiv, größte einschlägige Sammlung der Welt mit 5500 Musterplatten von Naturwerksteinen aus aller Welt
Bauwerke
- Stadtpfarrkirche St. Veit
- Spitalkirche St. Maria
- Stadtpfarrkirche zu den zwölf Aposteln
- Friedhofskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit
- Kirchenruine St. Katharina auf dem Katharinenberg, ältestes Baudenkmal der Stadt
- Rathaus von 1835/1837
- Koppetentor, einzig erhaltenes Tor der ehemaligen Stadtbefestigung
- Jean-Paul-Geburtshaus (ehemaliges Schulhaus) mit Jean-Paul-Büste von Ludwig Schwanthaler
Regelmäßige Veranstaltungen
Persönlichkeiten
- Prof. Ludwig Hacker - Verfasser des Volksschauspiels "Die Losburg"
Ehrenbürger
- Dr. August Tuppert, Arzt (1883)
- Friedrich Meinel (1894)
- Dr. Heinrich Hohenner, Professor der Geodäsie (1946)
Söhne und Töchter der Stadt
- um 1400, Sigmund Wann, Handelsherr, Stifter des Spitals, heute Fichtelgebirgsmuseum
- 1742, 2. Juni, Eugen Johann Christoph Esper, Entomologe, Botaniker un Pathologe, † 27. Juli 1810
- 1763, 21. März, Jean Paul, deutscher Schriftsteller, † 14. November 1825
Jean-Paul-Denkmal_Wunsiedel.jpg
- 1795, 5. Oktober, Karl Ludwig Sand, Burschanschafter, Mörder v. Kotzebues, † 20. Mai 1820
- 1803, 7. Februar, Johann Christian Ziegler, † 1833, Maler
- 1881, 22. Juli, Ludwig Heinrich Jungnickel, Illustrator, † 14. Februar 1965
- 1909, 28. März, Hannsheinz Bauer, † 18. Juli 2005, deutscher Politiker, MdB
- 1913, 20. Mai, Heiner Grimm, Kunstmaler, † 3. September 1985
- 1929, 4. Februar, Walther Tröger, Präsident des NOK
- 1957, 2. November, Michael Joe Küspert, (Drehbuch-)Autor, Regisseur, Journalist, Fotograf, Gründer der Internationalen Grenzlandfilmtage
- 1965, 7. Dezember, Wolfgang Haffner, Jazz-Schlagzeuger
- 1913, 20. Mai, Heiner Grimm, † 3. September 1985, Kunstmaler
Weblinks
- http://www.bayern-fichtelgebirge.de/hochebene/2.htm?2
-
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