Vostok1patch.png Wostok 1 war der erste bemannte Weltraumflug. Mit Juri Gagarin gelangte am 12. April 1961 zum ersten Mal ein Mensch in die Erdumlaufbahn.
- | Wostok-Programm | - | Missionsdaten | - | Mission: | Wostok 1 | - | Rufzeichen: | Кедр (Kedr - „Zeder“) | - | Besatzung: | Juri Gagarin | - | Start am: | 12. April 1961 | - | Landung am: | 12. April 1961 | - | Dauer: | 1 Stunde, 48 Minuten | - | Erdumkreisungen: | 1 | - | vorherige Mission: - | folgende Mission: | Wostok 2
Bevor die sowjetische Raumfahrtbehörde einen bemannten Flug unternahm, gab es mehrere Probeflüge der Wostok-Kapsel, die entweder unbemannt, mit Hunden oder mit Kosmonauten-Attrappen durchgeführt wurden.
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Amerikaner mit ihrem Mercury-Programm noch keinen einzigen Flug in der Erdumlaufbahn vorzuweisen. Ihre Tierversuche beschränkten sich auf drei suborbitale Flüge mit Affen. Ein bemannter suborbitaler Flug mit Mercury-Redstone 3 war für März 1961 vorgesehen, konnte dann aber erst am 5. Mai 1961 durchgeführt werden, drei Wochen nach Wostok 1.
Die sowjetische Raumfahrtbehörde hatte schon seit Anfang 1960 20 Kosmonauten ausgebildet. Sechs davon wurden ab dem 6. Januar 1961 speziell für die Wostokflüge trainiert.
Schließlich wurde Juri Gagarin dazu ausersehen, der erste Mensch im Weltall zu werden. Ersatzkosmonauten für die Mission Wostok 1 wurden German Titow und Grigori Neljubow.
Yurigagarin-1961-04-12.jpg | Wostok 1 Start.jpg Am 12. April 1961 um 9:07 Uhr Moskauer Zeit hob die Wostok-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur ab. Die drei Antriebsstufen arbeiteten ohne Probleme. Einige Minuten später befand sich die Raumkapsel in einer elliptischen Umlaufbahn mit 169 km Perigäum und 315 km Apogäum bei einer Bahnneigung von 65 Grad. Damit war Gagarin der erste Mensch im Weltall.
Gagarin stand in ständiger Sprechfunkverbindung mit der Leitstelle. Die Verbindung wurde über UKW (143,625 MHz) gehalten, aber auch über Kurzwelle, weil die Sowjetunion nicht über ein weltweites Netz an Funkstellen verfügte. Eine Kamera sandte Fernsehbilder an die Bodenstation. Darüberhinaus konnte Gagarin auch noch mit Morsezeichen kommunizieren.
Obwohl Gagarin ausgebildeter Pilot war, wurde der Flug komplett ferngesteuert. Nur im Notfall hätte Gagarin selbst eingreifen können.
Nach einer Erdumkreisung zündeten die Bremsraketen planmäßig. Hätten sie versagt, wäre Wostok 1 durch die atmosphärische Reibung, die in dieser Höhe noch nicht zu vernachlässigen ist, innerhalb von 10 Tagen wieder in die Erdatmosphäre eingetreten. Alle Vorräte an Bord waren für diese Flugdauer bemessen.
Die Wostok-Kapsel war dafür ausgelegt, auf Land niederzugehen. Der Versorgungsteil trennte sich erst viel später als geplant von der Rückkehrkapsel, was heftige Schwingungen hervorrief, während Wostok 1 durch die höheren Schichten der Atmosphäre stieß. Später entfalteten sich die Hauptfallschirme, um die Kapsel weiter abzubremsen. Wie vorgesehen löste Gagarin in 7000 Meter Höhe den Schleudersitz aus und landete mit dem Fallschirm 25 Kilometer südwestlich der Stadt Engels.
Gagarins Flug hatte jedoch nun die Tür zu einer völlig neuen Welt geöffnet: dem Kosmos. Auch wenn Wostok 1 nur ein bescheidener Anfang war, hatte man gezeigt, dass der Mensch prinzipiell das Weltall bereisen kann. Weitere Schritte waren nur noch eine Frage des technischen Fortschritts.
Nach dem Sputnikschock war dies das zweite Mal, dass die Sowjetunion einen deutlichen Vorsprung vor den USA in der Raumfahrt bewies. Über Jahre hinweg würden sie mit Wostok- und Woschod-Flügen verschiedene Erstleistungen und Rekorde aufstellen. Erst mit dem Gemini-Projekt konnten die Amerikaner schließlich gleichziehen und mit der ersten Mondlandung von Apollo 11 ein wichtiges Ziel beim Wettlauf im All erreichen.
Als Erinnerung an diesen Flug wurde der 12. April als Tag der Raumfahrt in der Sowjetunion offizieller Gedenktag.
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