Wolkenstein ist eine Stadt im Mittleren Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland). Im Ortsteil Warmbad befindet sich die älteste und wärmste Thermalquelle Sachsens.
Geografie
Geografische Lage
Die Stadt Wolkenstein liegt auf einem Felssporn oberhalb des
Zschopautales am Zusammenfluss mit der
Preßnitz. Der südwestlich gelegene Ortsteil Falkenbach ist ein einseitiges
Waldhufendorf. Nordöstlich von Wolkenstein liegen die Waldhufendörfer Gehringswalde und Hilmersdorf. Ganz im Nordosten befindet sich die Heinzbank an der Kreuzung der Bundesstraßen
101 und
174. Nördlich von Wolkenstein liegt der Kurort Warmbad.
Stadtgliederung
- Drei Rosen
- Falkenbach
- Floßplatz
- Gehringswalde
- Heinzebank
- Hilmersdorf
- Huth
- Niederau
- Schönbrunn
- Warmbad
Geschichte
Wolkenstein mit Floßplatz
1262 wird ein Hugen von Motzen aus der Linie der Burggrafen von Leißnig als Besitzer der Herrschaft Wolkenstein genannt.
1293 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung des Ortes.
1312 ist der Ort Sitz eines Erzpriesteramtes und untersteht dem Kloster Chemnitz. Die Kirche ist dem
Heiligen Georg geweiht.
1323 wird der Ort als „oppidum“ (Stadt) und
1385 wird eine Stadtschule erwähnt. Die Burg Wolkenstein untersteht den Wettinern, die die
Waldenburger zuerst als Vögte und später als Eigentümer besitzen. Nach dem Tod des letzten Waldenburgers fällt
1473 der Besitz als erledigtes Lehen an die Wettiner zurück. Zur gleichen Zeit erfolgt in der Gegend um Wolkenstein die Wiederaufnahme des Bergbaues.
1536/
1537 wird durch
Heinrich dem Frommen die Reformation eingeführt. Wolkenstein wird eine eigenständige Parochie.
1573 wird eine überdachte Holzbrücke über die Zschopau errichtet. Durch die Vereinigung mit dem Amt Rauenstein entsteht ab
1596 das größte Amt des Erzgebirges. Um
1622 werden 67 Zechen betrieben.
1689 wird die durch den Stadtbrand von 1687 zerstörte Kirche wieder eingeweiht. Nach den Plänen
Daniel Pöppelmanns wird
1769 anstelle der hölzernen Brücke eine Steinbrücke errichtet.
1835 wird am Floßplatz die Baumwollspinnerei Falkenhorst errichtet.
1880 wurde die Produktion auf Papier und Kartonagen umgestellt und auch heute noch betrieben.
1866 erfolgt der Anschluss der Stadt an die Zschopautalbahn mit dem auf Schönbrunner Flur gelegenen Bahnhof. Die Freiwillige Feuerwehr wird
1876 gegründet. Ein neues Schulgebäude entsteht
1885. Die Kanalisation der Stadt wird
1890 vollendet.
1904 wird der Bergbau im Wolkensteiner Revier eingestellt. Eine Hochdruckwasserleitung wird
1908 fertiggestellt.
1919 wird ein
Kino eingerichtet.
1925 wird Wolkenstein an das Annaberger Ferngaswerk angeschlossen und schließt gleichzeitig das eigene Gaswerk.
1926 kauft die Stadt das Warmbad um es weiter zu betreiben. Ab 1929 beginnen die Bauarbeiten der Umgehungsstraße. So muss dabei im Ortsteil Floßplatz eine Brücke über die
Zschopau und die Zschopautalbahn gebaut werden. Die Fertigstellung ist 1931. Der Neubau des Rathauses wird 1929 eingeweiht. In der Nacht vom 14. auf dem 15. Februar 1945 kommen bei einem Luftangriff 6 Menschen ums Leben, über 200 Gebäude werden zerstört oder beschädigt.
Falkenbach
Falkenbach wird
1386 erstmals urkundlich erwähnt. Mit der
Reformation 1536/
1537 kommt Falkenbach zur
Parochie Schönbrunn. Ein Spritzenhaus wird
1816 errichtet.
1834 wird im Ortsteil
Himmelmühle eine Baumwollspinnerei errichtet. Die bisher in Schönbrunn eingeschulten Kinder besuchen ab
1855 eine eigene Schule in Falkenbach. Auf Falkenbacher Flur werden angrenzend zu
Wiesenbad 1861 und
1865 zwei Güter errichtet, damit entsteht der Ortsteil Hinterfalkenbach. Am
27. April 1884 wird die
Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1913 wird der Ort elektrifiziert. Eine Gemeindeamt wird
1926 gebaut.
Gehringswalde mit Huth
Gehringswalde wird
1427 erstmals urkundlich erwähnt. Mit der
Reformation 1536/
1537 kommt Gehringswalde zur
Parochie Wolkenstein. Ab dieser Zeit ist auch
Bergbau in Gehringswalde nachweisbar. Wichtige Gruben sind der
Felbriche Gangzug und der
Palmbaum Flachen. Die Straße durch den Ort wird
1823 bis
1829 neu errichtet. Eine Schule wird
1824 erstmals erwähnt.
1840 wird das Vorwerk Huth nach Großrückerswalde umgemeindet. Ein neues Schulgebäude wird
1874 errichtet. An das Elektrizitätsnetz erfolgt der Anschluss
1913. Das Rathaus wird
1925 gebaut. Zwei Jahre später erfolgt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. In der Nacht vom
14. Februar zum
15. Februar 1945 kommt es zu einem Luftangriff. Dabei werden 26 Gebäude zerstört.
Hilmersdorf und Heinzebank
Hilmersdorf wird vermutlich in der zweiten Hälfte des
12. Jahrhundert gegründet. Mit der
Reformation 1536/
1537 kommt der Ort zur
Parochie Wolkenstein. Erstmals urkundlich erwähnt wird er
1539.
1551 wird an der
Heintzebank eine Schenke mit Ausspanne errichtet. Später entsteht an dieser Stelle noch das Lehngut sowie ein Forstamt. Ab
1554 sind Bergbauaktivitäten auf Hilmersdorfer Flur nachweisbar.
1632 wird erstmals eine Schule erwähnt.
1886 wird das Schulgebäude errichtet. Das Lehngut Heinzebank wird
1887 an den Staatsfiskus verkauft und wird Sitz des Forstmeisters des Forstreviers Heinzebank. Im Zusammenhang mit dem Bau der
Neunzehnhainer Talsperre wird die Buschmühle im Heinzewald
1905 abgerissen.
1910 erhält Hilmersdorf einen eigenen Friedhof. Nach dem ersten Weltkrieg werden im Ort mehrere Strumpffabriken errichtet. Das Rathaus wird
1929 erbaut. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgt
1940. Durch einen Luftangriff am
15. Februar 1945 werden 17 Gebäude zerstört und eine Person getötet.
Schönbrunn
1353 wird in Schönbrunn eine Wallfahrtskirche erwähnt, die erste urkundliche Erwähnung erfolgt
1386 als „Schonbron“ Mit der Reformation
1536/
1537 wird der Ort eine eigenständige Parochie. Eine erste Schule wird
1699 erbaut.
1716 wird die Brücke über die Zschopau nach Wolkenstein erbaut. Das Kalkwerk im Heidelbachtal wird
1746 erstmalig erwähnt. Es ist bis 1901 in Betrieb.
1866 wird mit dem Bau der
Zschopautalbahn der Bahnhof Wolkenstein auf Schönbrunner Flur errichtet.
1873/
1874 wird ein neues Schulgebäude errichtet. Eine Pflichtfeuerwehr wird
1877 gegründet.
1904 wird die Kirche erweitert und umgebaut.
1913 erfolgt der Anschluß ans Elektriziätsnetz. Mit dem Bau der Gasleitung nach Schönfeld erhalten 1925 einige Häuser Gasanschluss.
1930 wird als Notstandsarbeit die Straße von der Wolkensteiner Brücke bis zur Einmündung Heidelbachtal erbaut.
Warmbad
Um
1385 wird bei Bergbauaktivitäten eine warme Quelle entdeckt.
1485 erfolgt die erste urkundliche Erwähnung als
am warmen Bade zu Wulkenstein. Ab
1493 erfolgt durch die sächsischen Kurfürsten der Ausbau des Bades.
1520 wird das
Fürstenhaus errichtet, das Thermalwasser wird über
Kunstgezeug in die Badestuben geleitet. Mit einem Dekret des Kurfürsten
Johann Georg II. wird die Quelle
1660 unter Schutz gestellt. Unter dem Namen
Medicinal-Trunk wird von
1661 bis
1872 mit dem Quellwasser Bier gebraut.
1791 wird das
Fürstenbad für die Frau des Kurfürsten errichtet und 1810 kauft der Erblehngerichtsbesitzer von Großrückerswalde, Johann Christoph Uhlig, das Bad. Ab
1831 betreuen Ärzte die Kur- und Badegäste. In der Folgezeit werden weitere Gästehäuser in Warmbad errichtet, ab
1880 ist eine
Kurtaxe zu zahlen. Mit dem Bau der
Zschopautalbahn erhält Warmbad am Haltepunkt Floßplatz Bahnanschluss.
1903 wird ein eigenes Elektrizitätswerk errichtet, welches bis
1920 in Betrieb ist. Eine zentrale Abwasserkanalisation wird
1914 errichtet.
1926 kauft die Stadt Wolkenstein das Bad, um es für die Öffentlichkeit zu erhalten.
1924 wird ein Freibad eröffnet, dass mit Thermalwasser gespeist wird.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Im Ortsteil Heinzebank kreuzen sich die Bundesstraßen
101 und
174.
Weblinks
Ort in Sachsen | Erzgebirge