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Wolgadeutsche sind Nachkommen deutscher Einwanderer, die im russischen Reich unter der Regierung Katharinas der Großen an der unteren Wolga ansässig wurden. Zusammen mit den Nachkommen deutscher Siedler in anderen Gebieten des ehemaligen Zarenreichs bilden sie den Großteil der Russlanddeutschen. Das Zentrum der Wolgadeutschen war die Stadt Engels.

Geschichte


Hauptartikel: Geschichte der Russlanddeutschen

Die Siedler, die überwiegend aus Bayern, Baden, Hessen, der Pfalz und dem Rheinland kamen, folgten in den Jahren 1763 bis 1767 der Einladung ihrer Landsfrau, der Zarin Katharina II., in ihr neues Siedlungsgebiet, wo sie etwa einhundert Dörfer gründeten. Sie wurden angeworben, um die Steppengebiete an der Wolga zu kultivieren. Die deutschen Siedler fanden im russischen Reich günstige Bedingungen vor, u. a. erhielten sie einen politischen Sonderstatus, der das Recht auf Beibehaltung des Deutschen als Verwaltungssprache sowie auf Selbstverwaltung umfasste. Diese Selbstbestimmungsrechte wurden am Ende des Zarenreiches und nach einer Anfangsphase auch in der Sowjetunion eingeschränkt. 1924 wurde die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (siehe wolgadeutsche Republik) geschaffen, nachdem das Gebiet bereits nach der russischen Revolution ab 1918 Autonomie erlangt hatte. Die wolgadeutsche Republik, die 1941 aufgelöst wurde, hatte etwa 600.000 Einwohner, wovon etwa zwei Drittel deutscher Abstammung waren. Nach dem Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg wurden die etwa 400.000 Wolgadeutschen der kollektiven Kollaboration beschuldigt und nach Sibirien und Zentralasien deportiert. 1964 wurden sie offiziell vom Vorwurf der Kollaboration befreit und die Bundesrepublik Deutschland ermöglichte ihnen seit den 1970er Jahren die Ausreise in die Bundesrepublik.

Siehe auch


Vertriebenenthematik | Volk in Russland | Sprachinsel

Alemanys del Volga | Volga German | Allemands de la Volga | 볼가독일인 | Wolga-Duitsers | Niemcy nadwołżańscy | German de pe Volga | Volgatyskar

 

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