| Strukturformel | |
|---|---|
| Allgemeines | |
| Name | Wolframkarbid |
| Andere Namen | Widia |
| Summenformel | WC |
| CAS-Nummer | 12070-09-9 |
| Kurzbeschreibung | - |
| Eigenschaften | |
| Molmasse | 195,86 g/mol |
| Aggregatzustand | fest |
| Dichte | 15,8 g/cm3 |
| Schmelzpunkt | 2870 °C |
| Siedepunkt | 6000 °C |
| Dampfdruck | ? Pa (x °C) |
| Löslichkeit | - |
| Sicherheitshinweise | |
| R- und S-Sätze | R: -- S: -- |
| MAK | -- |
Wolframkarbid (auch Wolframcarbid geschrieben) ist eine nichtoxidische Keramik und entsteht aus den chemischen Elementen Wolfram und Kohlenstoff. Es handelt sich um Einlagerungsmischkristalle. Dabei lagern sich durch Karburierung Kohlenstoffatome zwischen die Gitterplätze des Wolframs ein. Die Reaktion verläuft über W2C zu WC. Wolframkarbid entsteht auch, wenn man Wolframoxide mit Kohlenstoff reduziert. Aus diesem Grund wird zur Herstellung von Wolfram Wasserstoff als Reduktionsmittel angewandt.
Wolframcarbid (=Widia) wurde erstmals 1914 hergestellt. Es zeichnet sich durch besondere Härte aus, die beinahe so hoch ist wie die Härte von Diamant. Für den Einsatz als so genanntes WC-Hartmetall wird meistens noch Co (Kobalt) zugesetzt.
Das Bearbeiten von WC-Hartmetallen ist nur durch Schleifen möglich. Die Korngröße von WC-Hartmetallen mit 6 bis 10% Co als Bindemittel beträgt ungefähr 0,5 bis 1,2 Mikrometer. WC-Hartmetall wird als Werkzeugschneide benutzt (Wendeschneidplatten) und als Werkstoff für hochbelastete Bauteile (Druckstöcke, Umformwerkzeug). Die Verarbeitung von WC-Hartmetall erfolgt durch Mischen, Mahlen, Grünsintern, Brennen oder HIPen (Heiß isostatisch pressen bei 1600 Bar und 1600°C).
Wolframkarbid ist das Material, aus dem die Kugeln von Kugelschreibern hergestellt werden.
Darüberhinaus kann Wolframkarbid als Neutronenreflektor bei Kernwaffen eingesetzt werden, um die kritische Masse herabzusetzen. Des Weiteren fand das Material im zweiten Weltkrieg sowohl auf Seiten der Alliierten als auch auf Seiten der Achsenmächte Verwendung als Kernmaterial für panzerbrechende Geschosse, wo es gehärteten Stahl verdrängte und in den 1960er Jahren selbst seine Position an abgereichertes Uran abtreten musste.
Eckdaten:
Der Umgang mit Wolframkarbid erfordert besondere Arbeitsschutzmaßnahmen. Wolframkarbidstäube können lungengängig sein und Lungenfibrose verursachen.
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"Wolframkarbid".
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