Wolfgang Tiefensee (* 4. Januar 1955 in Gera) ist deutscher Politiker (SPD).
Er ist seit 2005 Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und war von 1998 bis 2005 Oberbürgermeister von Leipzig.
Auf Grund seiner christlichen Erziehung war er nicht Mitglied der Jungen Pioniere und der FDJ, nahm nicht an der Jugendweihe teil und verweigerte den Dienst an der Waffe in der NVA, was seine Studienmöglichkeiten einschränkte.
Ein Bruder, der Priester Eberhard Tiefensee, ist Professor für Philosophie und früherer Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt. Ein weiterer Bruder, Volker Tiefensee, ist Bürgermeister (CDU) der Gemeinde Schönwölkau.
Tiefensee ist seit 1976 verheiratet und hat vier Kinder. Im Sommer 2005 wurde vom Ehepaar Tiefensee in der Presse bekanntgegeben, dass sie sich trennen.
1986 wechselte er an den Fachbereich Elektroenergieanlagen der Technischen Hochschule Leipzig. Er erwirbt nach einem weiteren berufsbegleitenden Studium den Abschluss als Diplomingenieur für Elektrotechnik.
1990 wurde er zum Amtsleiter des Schulverwaltungsamtes der Stadt Leipzig gewählt. Ab 1992 war er Stadtrat (Beigeordneter) für Jugend, Schule und Bildung. 1994 wurde er dann Bürgermeister und Beigeordneter für Jugend, Schule und Sport. 1995 trat er in die SPD ein.
Am 26. April 1998 wurde Wolfgang Tiefensee im zweiten Wahlgang mit 48,4 Prozent der Stimmen (Wahl mit einfacher Mehrheit) für 7 Jahre zum Oberbürgermeister von Leipzig gewählt. Für die gelungene Neuansiedlung mehrerer Großunternehmen, darunter BMW und DHL erhielt Tiefensee vielfach hohe Anerkennung.
Nach der Bundestagswahl 2002 lehnte Tiefensee das Angebot Gerhard Schröders ab, als Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in die Bundesregierung nach Berlin zu gehen. Offiziell begründete er dies mit seiner starken Verbundenheit mit Leipzig und der Einbindung in die Olympia-Bewerbung der Messestadt. Im Jahr 2004 ließ er sich nicht als Spitzenkandidat der SPD für die Wahlen zum sächsischen Landtag aufstellen. Im Oktober 2004 war Tiefensee Mitglied der SPD-Delegation bei den Koalitionsverhandlungen zur Bildung der neuen sächsischen Landesregierung.
2003 gehörte Wolfgang Tiefensee der Hartz-Kommission an, die das Hartz-Konzept für die Agenda 2010 ausarbeitete.
Als Oberbürgermeister war er in die Bewerbung Leipzigs um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 ein und war stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Bewerbungsgesellschaft "Leipzig 2012 GmbH". Leipzig wurde vom Nationalen Olympischen Komitee als deutsche Bewerberstadt ausgewählt, konnte sich jedoch im internationalen Auswahlverfahren des Internationalen Olympischen Komitees nicht für die Endausscheidung qualifizieren. Nach dem Ende der Olympia-Bewerbung stand Tiefensee wegen rechtswidriger Provisionszahlungen gegenüber den Gesellschaftern der Bewerbungs-GmbH in der Kritik.
Bei der Oberbürgermeisterwahl am 10. April 2005 wurde Tiefensee im ersten Wahlgang mit 67,1 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
Am 13. Oktober 2005 nominierte ihn das SPD-Präsidium für einen Ministerposten in der zu bildenden Bundesregierung, am 15. November wurde er in den Bundesvorstand der SPD gewählt. Am 22. November 2005 trat Tiefensee das Amt des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung an und ist zugleich Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer.
Mann | SPD-Mitglied | Bürgermeister (Leipzig) | Politiker (Sachsen) | Verkehrsminister (Deutschland) | Bauminister (Deutschland) | Geboren 1955
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