Wolfgang Schwenke (* 22. März 1921 in Roßlau; † 3. Mai 2006 in Fürstenfeldbruck) war ein deutscher Zoologe, Entomologe und Forstwissenschaftler. Bekannt wurde er vor allem als Herausgeber des fünfbändigen Werkes Die Forstschädlinge Europas.
1958 folgte die Habilitation an der Humboldt-Universität Berlin über die Standort-Bindung der Populationsdynamik von Forstinsekten. Schwenke wechselte dann an die Universität München, wo er ab 1959 freier Mitarbeiter bei Professor Dr. Wilhelm Zwölfer am Institut für Angewandte Zoologie war. Als Nachfolger Zwölfers wurde er von 1964 bis 1966 zunächst kommissarischer Leiter des Institutes, 1966 dann Leiter. Gleichzeitig erhielt er die Berufung auf den Lehrstuhl für Angewandte Zoologie. Beide Funktionen hatte er bis zu seiner Emeritierung 1987 inne. Während dieser Zeit betreute er rund 100 Diplomanden, 40 Doktoranden und drei Habilitanden.
Wolfgang Schwenke starb am 3. Mai 2006 nach kurzer Krankheit in Fürstenfeldbruck. Er liegt auf dem Waldfriedhof in Dachau begraben.
Schwenkes Bibliographie besteht aus mehr als 100 Veröffentlichungen. Besonders bekannt sind das für das Forststudium maßgebliche Lehrbuch Leitfaden der Forstzoologie und des Forstschutzes gegen Tiere (1981) sowie sein Hauptwerk Die Forstschädlinge Europas in fünf Bänden (1972 - 1986), dessen Herausgabe er als sein wissenschaftliches Lebenswerk betrachtete. Daneben war Professor Schwenke auch Herausgeber der beiden Fachzeitschriften Zeitschrift für Angewandte Entomologie (bis 1995) und Anzeiger für Schädlingskunde. Bei einem breiteren Publikum hatte er großen Erfolg als Verfasser solch populärwissenschaftlicher Werke wie dem Ameisen-Buch Der duftgelenkte Staat(erstmals 1972 erschienen). Daneben betätigte er sich auch als Übersetzer.
Für die Fortführung und Erweiterung des literarischen Werkes seines Vorgängers am Lehrstuhl für Angewandte Zoologie, Karl Escherich, seine Untersuchungen zum Massenwechsel von Insekten in Wirtschaftswäldern sowie sein erfolgreiches Wirken bei der Verbreitung von Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der angewandten Entomologie zeichnete ihn die Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und Angewandte Entomologie am 28. März 1995 mit der Karl-Escherich-Medaille aus.
Mann | Deutscher | Hochschullehrer | Forstwissenschaftler | Zoologe | Entomologe | Autor | Sachliteratur | Literatur (Deutsch) | Literatur (20. Jh.) | Geboren 1921 | Gestorben 2006
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