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Wolfgang Frühwald (* 2. August 1935 in Augsburg) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler.

Leben


Seit 1958 ist Frühwald mit Viktoria, geb. Schwarzkopf, verheiratet. Das Paar hat fünf Kinder und lebt in Augsburg.

Frühwald studierte 1954-58 Germanistik, Geschichte, Geographie und Philosophie in München. Nach dem Staatsexamen promovierte er 1961. 1969 folgte die Habilitation im Fach Neuere Deutsche Literatur.

Von 1970-74 war Frühwald Professor in Trier, seither ist er Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

1982-87 war er Mitglied im Wissenschaftsrat, 1989 Prorektor der LMU. Seit 1999 ist er Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Von sich reden machte Frühwald 1992-97 als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Er handelte nicht als Fach-Lobbyist, sondern sieht sich als Anwalt der Wissenschaft gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Industrie. Frühwald engagierte sich für mehr Transparenz in der Forschung, stärkeren interdisplinären Austausch und die Berücksichtigung ethischer Werte. Als Gegner der Humanklonierung appellierte er an die Naturwissenschaftler, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu werden.

1998 gehörte er zu den Unterzeichnern einer Erklärung von Sprach- und Literaturwissenschaftlern gegen die Rechtschreibreform; andere Unterzeichner waren z.B. Walter Jens und Joachim Kaiser.

1999 gehörte Frühwald zu den Gründern der International University Bremen.

Frühwald ist Mitglied im Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

2002 erhielt er für seine Arbeit den Alfried-Krupp-Wissenschaftspreis.

2006 wurde Frühwald von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Im April 2006 setzte sich Frühwald, wie die kna mitteilte vehement gegen den Abbau der Professorenstellen an den Theologischen Fachbereichen der deutschen Universitäten ein.

Werke


Forschungsschwerpunkte Frühwalds sind die deutsche Literatur der Romantik und die Literatur der Gegenwart. Er erwarb sich internationale Reputation durch seine Publikationen und Werkausgaben (Clemens Brentano, Adalbert Stifter), legte aber auch besonderen Wert auf die Förderung der Beziehungen zwischen intellektueller und ästhetischer Kultur, indem er z.B. deutschsprachige Autoren zu Vorträgen und Vorlesungsreihen nach München einlud, darunter Max Frisch oder Sten Nadolny.

  • Clemens Brentano: Briefe an Emilie Lindner (1969)
  • Eichendorff-Chronik (1977)
  • Ruhe und Ordnung. Literatursprache - Sprache der politischen Werbung. 1977
  • Das Spätwerk Clemens Brentanos 1815-1842 (1977)
  • Der Fall Toller (1979)
  • Gedichte der Romantik (1984)
  • Joseph von Eichendorff: Leben und Werk in Texten und Bildern (1988)
  • Geisteswissenschaften heute (1991)
  • Zeit der Wissenschaft (1997)
  • Goethe. Annäherungen (1999)

Weblinks


Literaturwissenschaftler | Germanist | Hochschullehrer | Mann | Deutscher | Geboren 1935 | Träger des Bundesverdienstkreuzes

 

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