Wolfgang Clement (* 7. Juli 1940 in Bochum) ist ein deutscher Politiker (SPD).
Er war von 1998 bis 2002 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und von 2002 bis 2005 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit.
Wolfgang Clement ist verheiratet, hat fünf Töchter und wohnt im Bonner Stadtteil Godesberg-Villenviertel.
Von 1994 bis 2001 gehörte er dem SPD-Landesvorstand in Nordrhein-Westfalen an, ab 1996 als stellvertretender Vorsitzender. Seit 1997 ist er Mitglied im SPD-Bundesvorstand und seit Dezember 1999 stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD.
In seiner Regierungserklärung vom 17. Juni 1998 verkündete Wolfgang Clement die Zusammenlegung von Justiz- und Innenministerium zu einem Ressort.
Diese Entscheidung stieß bei vielen Personen, sowie anderen politischen Parteien, auf erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken, da hierin eine Verletzung der Gewaltenteilung gesehen wurde. Am 9. Februar 1999 entschied der nordrhein-westfälische Verfassungsgerichtshof, dass durch die Zusammenlegung die Rechte des Landtages verletzt wurden. Clement wollte dennoch an der Zusammenlegung, zumindest bis zur Landtagswahl 2000, festhalten, musste sich dann aber dem wachsenden Druck, der nun auch vom Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen ausging, beugen. Die Fusion der Ressorts wurde rückgängig gemacht und Clement selbst nahm vom 10. bis zum 22. März 1999 die Geschäfte des Justizministers wahr. Ab dem 23. März 1999 bis zum Ende der Legislaturperiode (27. Juni 2000) war Jochen Dieckmann Justizminister von NRW.
Bei der Landtagswahl 2000 erreichte die SPD unter Clements Führung 42,8 % der abgegebenen Stimmen (- 3,2 %) und konnte erneut mit den Grünen eine Koalitionsregierung bilden.
Auch nach dieser Wahl kam es zwischen ihm und vor allem der Umweltministerin Bärbel Höhn (Bündnis 90/Die Grünen), die sich gegen die von Clement vertretene Fortsetzung der Steinkohlesubventionen und der Förderung großindustrieller Projekte (z.B.Garzweiler II) wandte, zu heftigen regierungsinternen Debatten.
In seiner Amtszeit als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen wurden vier parlamentarische Untersuchungsausschüsse (PUA) durchgeführt:
Die mit der Zusammenlegung verbundene Erwartung, Clement könne dank dieser erweiterten Kompetenzen einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Abbau der Arbeitslosigkeit herbeiführen, erfüllten sich bis zum Ende seiner Amtszeit jedoch nicht.
Clements Politik war insbesondere zwei Konfliktfeldern ausgesetzt. Zum einen gab es zahlreiche Konflikte mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), so etwa in der Frage des Dosenpfands, des Ausstiegs aus der Atomenergie und des auf der Weltklimakonferenz von Kyoto beschlossenen Handels mit Emissionszertifikaten. Zum anderen wollte Clement, im Gegensatz zu vielen anderen Regierungsmitglieden, den zunehmenden Akzeptanzproblemen, denen sich die Regierung Schröder wegen der im Rahmen der Agenda 2010 beschlossenen Reformen ausgesetzt sah, nicht durch ein Abbremsen sondern durch eine unbeirrte Fortführung der Reformen begegnen.
Angesichts häufiger Rücktrittsdrohungen des Bundeskanzlers Gerhard Schröder vor allem im Jahr 2003 galt Clement vor allem zu dieser Zeit als dessen einzig denkbarer Amtsnachfolger.
Im August 2005 brachte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit die Broschüre Vorrang für die Anständigen - Gegen Missbrauch, „Abzocke“ und Selbstbedienung im Sozialstaat heraus. Für diese Broschüre aus seinem Haus schrieb Clement das Vorwort. In der Broschüre wird unter anderem suggeriert, dass ein Großteil der ALG II Empfänger die staatlichen Unterstützungen nicht rechtmäßig erlangten. Jedoch sind keine Untersuchungen oder Statistiken dazu in der Broschüre enthalten. Sie stützt sich auf Einzelaussagen in denen unter anderem die Begriffe Schmarotzer, Trittbrettfahrer, Abzockern, und Parasiten benutzt wurden. Die oben genannte These der Broschüre und deren Begriffe „Schmarotzer“ und „Parasiten“ wurden in der Boulevardpresse bundesweit verbreitet. Aufgrund der Broschüre erhielt Clement zahlreiche Anklagen wegen übler Nachrede, Beleidigung und Volksverhetzung. Es klagten unter anderem Einzelpersonen, Arbeitsloseninitiativen und die WASG. Es ist nicht bekannt geworden, ob diese Klagen Erfolg hatten.
Nach der Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin schied er am 22. November 2005 aus dem Amt.
Mann | Redakteur | Ministerpräsident (Nordrhein-Westfalen) | Wirtschaftsminister (Deutschland) | Arbeitsminister (Deutschland) | SPD-Mitglied | Journalist | Wirtschaftsminister (Nordrhein-Westfalen) | Geboren 1940
Wolfgang Clement | ولفگانگ کلمنت | Wolfgang Clement | ヴォルフガング・クレメント | Wolfgang Clement | Wolfgang Clement | Wolfgang Clement | Клемент, Вольфганг
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Wolfgang Clement".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world