Ein Wohnmobil ist ein Straßenfahrzeug mit einem bewohnbaren Aufbau, der häufig einem Wohnwagen ähnelt. Basis ist in der Regel ein Kleinbus oder Transporter. Üblicherweise werden Wohnmobile zum Camping genutzt, in selteneren Fällen verwenden Geschäftsreisende wie Handelsvertreter oder Schausteller Wohnmobile zum Übernachten oder als mobiles Büro.
Wohnmobil_in_den_Bergen.JPG besitzt das Wohnmobil einen speziellen Aufbau.]]
Die Vollintegrierten, auch Königsklasse genannt, werden auf Fahrgestellen ohne Fahrerhaus aufgebaut. Vom Wohnmobilhersteller muss dadurch in Kleinserie ein komplettes Fahrzeugcockpit mit Armaturen, Windschutzscheibe, Scheibengebläse, Scheibenwischer etc. hergestellt werden. Dafür bieten die Vollintegrierten einen vollwertigen Wohnraum „aus einem Guss“. Lediglich die Frontscheiben müssen durch Rollos oder Matten zusätzlich isoliert werden, da diese aus sicherheitstechnischen Gründen nicht aus den leicht verkratzenden Isolier-Kunststoffgläsern wie die restlichen Wohnmobilfenster gefertigt werden können.
Vorteil von Vollintegrierten ist somit der maximale Wohnwert mit dem Nachteil der deutlich höheren Kosten, die auch daraus resultieren, dass die Wartung des Motors wegen schlechterer Zugänglichkeit teurer ist als bei den konventionellen Fahrzeugen.
Ist das Fahrgestell eines Serien-Kastenwagen, ohne Dach und Seitenwände ab der B-Säule. Das Fahrgestell besteht aus Längs- und Querträgern und den tiefgezogenen profilierten Bodenblechen. Aufgrund des fehlenden Aufbauträgers wie beim konventionellen Fahrgestell (z. B. für Pritschenwagen) müssen die Seitenwände des Wohnmobilaufbaus wie beim Serien (Blech-) Kastenwagen eine stabilisierende Rolle übernehmen. Daher ist die Dimensionierung und die Anbindung des Wohnmobilaufbaus an das Fahrerhaus besonders sorgfältig auszuführen. Eine weitere Stabilisierung kann durch die vollflächige Verklebung des Aufbaubodens (in der Regel 40mm Sandwichboden) mit dem Blechboden des Flachbodenchassis erreicht werden. Dadurch ergibt sich eine niedrigerere Einstiegshöhe und geringere Bodenfreiheit. Bei teilintegrierten Fahrzeugen (also ohne Alkoven) ist ein niedrigerer Luftwiderstand durch die niedrigere Gesamtbauhöhe realisierbar. Bei Alkovenfahrzeugen kommt dieser Vorteil nicht zum Tragen da hier die größte Fahrzeughöhe durch das Fahrerhaus vorgegeben ist (Höhe Führerhaus + Alkoven). Diese Bauweise empfiehlt sich für leichte Mobile ohne langen Hecküberhang im unteren Preissegment.
An die Triebköpfe mit Führerhaus der Basisfahrzeughersteller wird ein Rahmen aus verzinkten profilierten und verschraubten Blechpressteilen möglichst tief liegend angeflanscht. Die serienmäßige Hinterachse wird durch eine Einzelradaufhängung an Längslenkern mit innenliegender Federung ersetzt. Einziger deutscher Hersteller ist die Firma AL-KO (Alois Kober). Bei Aufbau des Fahrzeugs entsteht ein hoher Montageaufwand beim Wohnmobilhersteller (Verschraubung am Triebkopf, anzuschließende Bremsleitungen, elektrische Leitungen etc.), was durch die Kleinserienfertigung zu deutlich höheren Kosten führt. Andererseits haben Tiefrahmen auch deutliche Vorteile: Durch die Bad-verzinkten und verschraubten Blechteile sind diese Rahmen in Bezug auf Korrosion nahezu unbegrenzt haltbar. Durch die sehr niedrige Einstiegshöhe lassen sich auch Reisemobile mit Doppelboden (Wintertauglichkeit!) bei insgesamt akzeptabler Gesamthöhe darstellen (was wiederum nicht für Alkovenfahrzeuge gilt). Durch das gegenüber dem Serienrahmen andere Hinterachskonzept kann allerdings auch ein anderes Komfort- und Fahrverhalten auftreten.
auch Leiterrahmen genannt ist für alle Fahrzeuge, ob Kühlaufbau, Rettungswagen, Pritschenwagen oder eben Wohnmobil geeignet. Wird in Serie als "Fahrgestell" hergestellt und ist für Front- oder Heckantrieb gleichermaßen geeignet. Vorteil ist die hohe universelle Stabilität und der geringe Preis durch Serienfertigung. Nachteil das höhere Gewicht und die höhere Bauform. Letzteres relativiert sich durch die höhere Bodenfreiheit. Der Aufwand in der Wohnmobilfertigung liegt im mittleren Bereich (höher als beim Flachbodenchassis, niedriger als beim Tiefrahmen).
Im Vergleich zu einem Caravan sind Wohnmobile unter 3,5 t in Deutschland nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen gebunden. (Für Wohnmobile zwischen 3,5 t und 7,5 t gilt seit dem 29.März 2005 eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h.)
Wohnmobile sind im Vergleich zum Großteil der Caravans (Wohnwagen) autarker, weil sie für den Wohnbetrieb mindestens eine von der Fahrzeugbatterie unabhängige 12-Volt-Batterie für Wasserpumpen und Beleuchtung haben und über ausreichend dimensionierte Frisch- und Abwassertanks verfügen. Die Wasserbehälter sind oft frostsicher in einem doppelten Boden untergebracht. Die elektrische Anlage zu Wohnzwecken ist häufig der einer Wohnung recht ähnlich (230 V Generator oder Photovoltaik-Anlage zum Nachladen den Batterien). Entscheidend für diesen Unterschied sind die bei Wohnwagen durch das Zugfahrzeug gegebene Gewichtsgrenze. Umgekehrt stellen Wohnmobile im Gegensatz eigenständige große Fahrzeuge mit Führerschein- und Versicherungspflicht dar.
Wer aufgrund der hohen Autarkie gerne wild campt, sollte sich aber nach den Regeln dafür in den einzelnen Ländern erkundigen und dabei auch die Sicherheitslage bedenken. Die Wohnmobile brauchen alle paar Tage den Zugang zu einer Ver- und Entsorgungsstation, um Frischwasser zu tanken, Abwasser zu entsorgen und die Chemie-Toilette zu entleeren. Viele Orte bieten einigermaßen stadtnahe Reisemobil-Stellplätze oder Wohnmobil-Stellplätze (das sind keine Campingplätze) mit Ver- und Entsorgungsstationen an. Für Wohnmobile ist somit der Komfort der meisten Campingplätze nicht unbedingt notwendig. Die gelegentliche Möglichkeit der Ver- und Entsorgung (Müll, Wasser, Abwasser, Fäkalien, Strom) ist ausreichend. Reisemobil- oder Wohnmobil-Stellplätze sind zudem meist günstiger als Campingplätze.
Problematischer als Caravans sind Wohnmobile trotz vorhandener Gasheizung beim Wintercamping, weil die Scheiben der Fahrerkabine nicht doppelt verglast sind und sich daher oft Schwitzwasser oder gar Eis von innen an den Scheiben bilden kann. Bei Alkoven lässt sich das Führerhaus durch eine Isolierung abtrennen und dadurch das Problem vermeiden. Die restlichen Bauformen müssen an der Frontscheibe Thermomatten anbringen oder die Frontscheibe durch ein Isolierrollo abtrennen. Bei größeren Fahrzeugen wird oft auch eine zusätzliche Fahrerhaus-Heizung montiert.
Die Ausstattung ist der einer normalen Wohnung ähnlich. Es gibt üblicherweise eine Küche, je einen Wohn- und einen Schlafbereich, Toilette und Dusche, die Haushaltstechnik ist weitgehend komplett vorhanden. Dies geht über Unterhaltungsmedien wie Satellitenfernsehen, HiFi-Anlage bis zum Videorekorder bzw. DVD-Recorder und darüber hinaus eben auch Navigationssysteme.
Große Wohnmobile enthalten oft eine kleine Garage für mehrere Fahrräder oder einen kleinen Motorroller, ganz große sogar für einen Kleinwagen, z. B. Smart, die dem Bedürfnis nach Mobilität im Nahbereich nachkommen.
Recreational vehicle | Camping-car | Camper | キャンピングカー | Camper | Motor Home | Husbil
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Wohnmobil".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world