Wohlenschwil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt nahe der Reuss bei Mellingen und ist bekannt als Schauplatz der Entscheidungsschlacht im Schweizer Bauernkrieg von 1653. Die heutige Gemeinde entstand 1906 durch die Fusion von Wohlenschwil und Büblikon.
Das Fläche des Gemeindegebiets beträgt 439 Hektaren, davon sind 155 Hektaren bewaldet und 65 Hektaren überbaut. Die tiefste Stelle liegt auf 346 Metern an der Reuss, die höchste auf 547 Metern auf dem Haneberg, einer Erhebung am Nordrand des Wagenrains.
Nachbargemeinden sind Birrhard und Birmenstorf im Norden, Mellingen im Osten, Tägerig im Südosten, Hägglingen im Westen und Mägenwil im Westen.
Bis zum 13. Jahrhundert stiegen die Kyburger zur dominierenden Macht im Aargau auf. Als sie im Jahr 1264 ausstarben, gingen ihre Besitztümer an die Habsburger über. Ein bedeutender Grundherr war im Hochmittelalter das Kloster Königsfelden in Windisch.
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Wohlenschwil lag fortan zu den Freien Ämtern, einer gemeinen Herrschaft. Die Dörfer Mägenwil, Büblikon und Wohlenschwil sowie der Weiler Eckwil wurden zum Amt Büblikon zusammengefasst und von einem Untervogt verwaltet. 1529 wurde die Reformation eingeführt. Dies wurde jedoch 1531 nach der Niederlage der reformierten Orte im Zweiten Kappelerkrieg wieder rückgängig gemacht.
1653 brach aufgrund einer durch den Dreissigjährigen Krieg verursachten Wirtschaftskrise und gesteigerter Machtansprüche der "gnädigen Herren" der Schweizer Bauernkrieg aus; das Zentrum der Unruhen lag dabei im Entlebuch und im Emmental. Das schlecht ausgerüstete Bauernheer mit 20'000 Mann zog gegen Zürich und schlug sein Lager westlich von Mägenwil auf. Von Osten her rückten die 9'000 Mann starken Truppen der Zürcher Obrigkeit unter General Hans Konrad Werdmüller vor, die das Städtchen Mellingen besetzten. Am 3. Juni 1653 kam es bei Wohlenschwil zu einem Gefecht, wobei die Zürcher gezielt Brände legten. Wohlenschwil brannte bis auf vier Häuser nieder, mitsamt der Kirche. Am Tag darauf gaben die Bauernführer Niklaus Leuenberger und Christian Schibi auf und unterzeichneten den Mellinger Frieden. Die aufrührerischen Bauern wurden hart bestraft, sämtliche zerstörten Gebäude in Wohlenschwil und Büblikon wurden auf Kosten der Krieg führenden Orte wieder aufgebaut.
Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Wohlenschwil und Büblikon wurden Gemeinden im kurzlebigen Kanton Baden; seit 1803 gehören sie zum Kanton Aargau. Bis 1850 stieg die Bevölkerungszahl um mehr als Doppelte an. Viele Einwohner verarmten und wurden von der Gemeinde Wohlenschwil, die mit finanziellen Sorgen zu kämpfen hatte, zur Auswanderung nach Übersee gedrängt. Büblikon hingegen betrieb keine aktive Auswanderungspolitik.
Da kam 1872 die Ankündigung der Nationalbahn, in unmittelbarer Nähe eine Eisenbahnstrecke zu bauen, gerade recht. Wohlenschwil und Büblikon beteiligten sich am Aktienkapital. Die Bahnlinie zwischen Wettingen und Zofingen nahm am 6. September 1877 den Betrieb auf. Doch schon ein Jahr später musste die Gesellschaft Konkurs anmelden.
Zwar hatten die beiden Gemeinden weniger stark unter der Schuldenlast zu leiden als das benachbarte Mägenwil, doch machte sich dieses Fiasko noch während Jahrzehnten in den Gemeindefinanzen bemerkbar. Nicht zuletzt deshalb wurden die beiden Gemeinden nach einem Beschluss des Aargauer Kantonsparlaments am 1. Januar 1906 gegen ihren Willen fusioniert.
Während vielen Jahrzehnten stagnierte die Einwohnerzahl der fusionierten Gemeinde. Trotz der nahen Autobahn, die 1970 eröffnet worden war, setzte erst ab Mitte der 1980er eine verstärkte Bautätigkeit ein. Wohlenschwil und Büblikon wuchsen allmählich zusammen. Im Gegensatz zu Mägenwil und Mellingen liessen sich hier keine grossen Industriebetriebe nieder, dazu fehlte eine flache und ausreichend grosse Industriezone.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1799 | 373 |
| 1850 | 817 |
| 1900 | 614 |
| 1930 | 752 |
| 1950 | 702 |
| 1960 | 679 |
| 1970 | 762 |
| 1980 | 839 |
| 1990 | 1068 |
| 2000 | 1263 |
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Wohlenschwil gehört zum Friedensrichterkreis Mellingen.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau | Schweizer Gemeinde
Wohlenschwil | Wohlenschwil | Wohlenschwil | Wohlenschwil (kommun, CH-AG)
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