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Wladimir (Wolodimir) I. Swjatoslawitsch (ukrainisch Володимир І Святославич, russisch Владимир Святославич; * 960, † 15. Juli 1015 in Berestowo), genannt Wladimir der Heilige, der Große oder der Apostelgleiche, war 980 bis 1015 Fürst von Kiew. Er war jüngster und unehelicher Sohn von Swjatoslaw I. aus dem Geschlecht der Rurikiden. Seine Mutter war Maluscha, die Schlüsselbewahrerin der Fürstin Olga.
Seine Macht festigte Wladimir durch weitere Feldzüge. 981 kämpfte er gegen die Ljachen (= Polen) um die Handelsmetropole Tschernien in der westlichen Grenzregion der Kiewer Rus. An den südlichen Grenzen seines Landes ließ er "Hilfsvölker" ansiedeln, welche das Reich schützten (so z.B. die turkstämmigen Torki und Berendei). Weitere Feldzüge führte er gegen Wjatitschen, Radimitschen, die baltischen Jatwinger, die Esten, die Wolgabulgaren und die Petschenegen.
Insgesamt vergrößerte er das russische Reich durch Unterwerfung der verschiedenen benachbarten Völker so, dass es bereits unter ihm vom Dnjepr bis zum Ladogasee und bis an die Düna reichte.
Vor seiner eigenen Taufe 987 beschreibt ihn die Heiligenlegende als Wüstling mit sieben Hauptfrauen und 800 Mätressen. Er ließ überall Götzenbilder aufstellen und war ein eifriger Anhänger des Heidentums. Zum christlichen Glauben brachte ihn der Überlieferung zufolge die Vernunft. Angeblich ließ er sich von allen Religionen Gelehrte schicken, und er wählte die beste aus. (Entgegnung an den moslemischen Gesandten: "Der Rus ist das Trinken Freude, wir können ohne das nicht sein.")
Tatsächlich war Wladimirs Taufe aber ein diplomatischer Schachzug: Ziel war die Verbindung mit dem byzantinischen Kaiserhaus. Kaiser Basileios II. benötigte Hilfe gegen die Bulgaren (die gemeinsamen Feinde Wladimirs und Basileus'). Wladimir schickte ein Heer von 6000 Rus nach Konstantinopel. Außerdem übte er durch Angriffe auf das byzantinische Cherson auf der Krim Druck auf den Kaiser aus. Schließlich willigte dieser ein: Wenn sich Wladimir taufen ließe, so würde Basileus II. ihm, für seine militärische Unterstützung, seine Schwester Anna zur Frau geben. So geschah es, und Wladimir I. bekam als erster europäischer Herrscher eine Purpurgeborene zur Frau. Die Taufe des Fürsten wurde in Kiew als großer Akt zelebriert: Nach dem Niederreißen der heidnischen Götterbilder fand eine Massentaufe im Dnjepr statt. Offenen Widerstand gegen die Christianisierung scheint es nicht gegeben zu haben, wenn sich auch das Heidentum vor allem in ländlichen Gebieten lange halten konnte. Die Kirche begann dennoch schnell mit dem Aufbau eines Netzes von Kirchen und Klöstern, das erheblich zur Festigung des Kiewer Reiches beitrug. Darüber hinaus entwickelte sich die Region durch den neuen Glauben auch kulturell weiter. Die Orthodoxie hatte damit endgültig eine dominante Stellung in Russland erreicht. Zugleich war Wladimir durch die Annahme des Christentums und die Eheverbindung mit dem byzantinischen Kaiserhaus zu einer Figur von diplomatischer Bedeutung geworden.
Wladimir zu Ehren wurde der Wladimir-Orden gestiftet und 1853 zu seinem Andenken in Kiew an dem hohen Dnjeprufer ein imposantes Denkmal errichtet.
Mann | Rurikide | Heiliger | Großfürst (Kiew) | Geboren 960 | Gestorben 1015
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