Die
Stadt Witten liegt im südlichen
Ruhrgebiet in
Nordrhein-Westfalen und ist eine
Große kreisangehörige Stadt des
Ennepe-Ruhr-Kreises im
Regierungsbezirk Arnsberg.
Bis 1975 war Witten eine Kreisfreie Stadt. Im Zuge der Neugliederung 1975 wurde sie in den Ennepe-Ruhr-Kreis eingegliedert, dessen größte Stadt sie heute ist. Gleichzeitig überschritt die Einwohnerzahl die 100.000-Grenze und Witten wurde damit eine Großstadt. Sie ist heute eine der kleinsten Großstädte Deutschlands. In der Landesplanung Nordrhein-Westfalens ist Witten als Mittelzentrum eingestuft.
Geografie
Bergerdenkmal_Witten_Aussicht.jpg
Witten liegt am Übergang vom unteren Sauerland zum niederbergischen Hügelland im Westen und dem Emscherland im Norden, zwischen Bochum und Hagen, am nördlichen Ausgang des engen tiefen Ruhrdurchbruchs durch das waldbedeckte Ardey-Sandsteinplateau zu beiden Seiten des Flusses
Ruhr. Das Flusstal mit dem
aufgestauten Kemnader See prägt neben den bewaldeten Hügeln des
Ardeygebirges, das ein Teil des
Rheinischen Schiefergebirges darstellt, das Bild der Stadt. Die Berge bestehen im wesentlichen aus
Sandstein, hinzu kommen
kohleführende Schichten, die mancherorts offen zutage treten und die im Bergbaurundweg
Muttental zu besichtigen sind.
Messpunkt für die geografische Lage der Stadt Witten ist die Turmspitze der Marienkirche. Der höchste Punkt im Stadtgebiet ist der Arenberg und misst 269 m, der niedrigste ist an der Wittener Straße, östlich vom Bahnhof Blankenstein und beträgt 71 m ü.
NN. Die Stadtgrenze ist insgesamt 52 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 13,8 km und in West-Ost-Richtung 10,5 km.
Die
Ortszeit in Witten "hinkt" der Mitteleuropäischen Zeit (
MEZ) um 30 Minuten und 39 Sekunden hinterher.
Nachbargemeinden
Folgende
Städte und
Gemeinden grenzen an die Stadt Witten. Sie werden im
Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten genannt:
Dortmund (
kreisfreie Stadt),
Herdecke,
Wetter (Ruhr),
Sprockhövel und
Hattingen (alle
Ennepe-Ruhr-Kreis) sowie
Bochum (
kreisfreie Stadt)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Wittens ist in acht Stadtteile eingeteilt. Diese sind weiter in mehrere "Stadtteilbezirke" unterteilt. Jeder dieser Stadtteilbezirke hat einen eigenen Namen und wird mit einer zweistelligen Nummer gekennzeichnet.
RathausWitten.jpg
Geschichte und Eingemeindungen
Witten_Panorama.jpg
Die älteste Erwähnung des Stadtteils Herbede (seit 1975 eingemeindet) geht auf das Jahr
851 zurück. Witten selbst wurde erstmals
1214 erwähnt. Die früheste Erwähnung des Wittener Bergbaus datiert aus dem Jahr
1578.
Am
22. April/
2. Mai 1675 erhält Witten in
Kleve das
Marktrecht durch den
Kurfürsten Friedrich Wilhelm von
Brandenburg. Gemäß der durch den Regierungs-, Justiz- und Hofgerichtsrat
Mordio von der Reck überbrachten Urkunde wurde der Donnerstag als Markttag festgelegt. Zudem wurde der Ausbau der zerstörten Ruhrbrücke nach Bommern zur Auflage gemacht.
Bis 1806 gehört Witten zur preußischen
Grafschaft Mark, von 1807 bis 1813 zum Ruhrdepartement des
Großherzogtums Berg, dann vorübergehend zum preußischen Gouvernement zwischen Weser und Rhein und ab 1815 endgültig zu Preußen (Provinz Westfalen). Der Ort wird dem
Kreis Bochum zugeordnet. Die Bürgermeisterei Witten umfasst neben Witten die Gemeinden Langendreer, Stockum, Düren, Somborn und Werne.
1823 erhält Witten die
Stadtrechte, scheidet dann
1899 aus dem Kreis Bochum aus und wird eine
kreisfreie Stadt.
Am 28. November 1906 treffen ein Brand und zwei Explosionen die Roburit-Fabrik nahe der Stadtgrenze zu Annen. Es gibt zahlreiche Tote und Schäden im Umfeld.
Am 1. Juli 1921 wird die Gemeinde Heven und am 1. August 1929 werden die Gemeinden Annen (mit dem am 1. April 1922 eingemeindeten Rüdinghausen), Stockum, Düren, Teile von Bommern sowie Teile von Langendreer (Krone) eingegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wird Witten wegen der industriellen Bedeutung Ziel von fast 100 sehr zerstörerischen Luftangriffen. Gegen Kriegsende hatte Walter Model, Oberkommandierender der deutschen Truppen im Westen, kurzzeitig sein Hauptquartier in der Dorfschule in Heven. Das gesamte Stadtgebiet, vor allem der Bereich um die Ruhrbrücken, wurde zum Schauplatz eines erbitterten Abwehrkampfes zwischen US- Truppen und Wehrmachtsverbänden, die den Ort jedoch bald nach und nach räumen mussten.
Im Rahmen der jüngsten nordrhein-westfälischen Gebietsreform muss Witten 1975 seine Kreisfreiheit aufgeben und wird dem Ennepe-Ruhr-Kreis eingegliedert. Gleichzeitig wird sie durch Eingemeindung der Stadt Herbede vergrößert. Damit erreicht das Stadtgebiet Wittens seine heutige Ausdehnung.
Religionen
Witten Standesamt.jpg
Witten gehörte seit der Gründung zum
Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat des Kölner St.-Georgs-Stifts unterstellt.
1582 wandte sich die Bevölkerung der
Reformation zu. Danach war die Stadt über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das evangelisch-
lutherische Bekenntnis. Mit dem Übergang an
Preußen gehörte auch die evangelische Gemeinde in Witten zur Evangelischen Kirche in Preußen bzw. dessen westfälischen Provinzialkirche. Sie wurde der Superintendentur Hattingen zugeordnet. Heute heißt diese Verwaltungseinheit Kirchenkreis Hattingen-Witten und umfasst die evangelischen Kirchengemeinden der Städte Hattingen, Sprockhövel,
Velbert, Wetter und Witten.
Die 10 evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Witten sind Annen, Bommern, Christuskirche, Herbede, Heven, Johanniskirche, Martin-Luther-Kirche, Rüdinghausen, Stockum und die Anstaltsgemeinde des Diakoniewerks Ruhr.
Witten Marienkirche.jpg
Die wenigen
Katholiken in Witten nach der
Reformation gehörten bis
1821 noch zum Erzbistum Köln, dann zum Bistum bzw.
Erzbistum Paderborn.
1834 konnten die Katholiken wieder eine eigene Gemeinde gründen, die zunächst zum Dekanat Hattingen gehörte.
1921 wurde Witten Sitz eines eigenen Dekanats, die heute zur Region Ruhr-Mark des Erzbistums Paderborn gehört. Als
1975 die Stadt Herbede eingemeindet wurde, behielt diese ihre Zugehörigkeit zum
Bistum Essen bei und gehört damit als einziger Stadtteil von Witten noch heute zum Erzbistum Köln. Pfarrgemeinden im Stadtgebiet Wittens sind u.a. Bommern, St. Peter und Paul Herbede, St. Josef Annen, St. Marien, St. Maximilian Kolbe Stockum, St. Pius Rüdinghausen und St. Vinzenz.
Daneben gibt es noch verschiedene
Freikirchen, darunter
Freie Evangelische Gemeinden (hier befindet sich der Sitz des
Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland) sowie eine Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (
Baptisten). Auch die
Neuapostolische Kirche ist in Witten mit 4 Gemeinden (Mitte, Annen, Herbede und Stockum) vertreten.
Seit 1815 sind
Juden in Witten urkundlich belegt. Die jüdische Gemeinde zeigte nach der Niederlassungsfreiheit von 1847 eine stetig zunehmende Tendenz mit einem Maximum von über 500 Personen. Die 1885 erbaute Synagoge in der Kurzen Straße (heute Synagogenstraße) wurde im November 1938 durch vom nationalsozialistischen Staatsterror angeleitete Wittener Bürger geplündert, in Brand gesetzt und vollständig zerstört. Die jüdischen Bürger wurden von Staats wegen ihrer Besitztümer beraubt, zur Emigration gezwungen oder ermordet.
Die vier
islamischen Gemeinden mit
Moscheen in der Innenstadt, in Annen und Herbede wurden Ende des 20 Jh. durch türkische
Einwanderer und bosnische Kriegsvertriebene gegründet.
Einwohnerentwicklung
Population Statistics Witten.png
Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit lebten nur wenige hundert Menschen in Witten. Durch zahlreiche Kriege, Seuchen und Hungersnöte stieg die Einwohnerzahl nur langsam.
Im 19. Jahrhundert setzte mit Beginn der Industrialisierung in Witten ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1808 erst 1.587 Menschen in der Stadt, so waren es im Jahre 1900 bereits über 33.000.
Im Zuge der Eingemeindung von Herbede (15.021 Einwohner 1974) überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Witten am 1. Januar 1975 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Gleichzeitig erreichte die Bevölkerungszahl mit 109.554 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Witten nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 101.019 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 1739 | 566
| -
| 1787 | 690
| -
| 1808 | 1.587
| -
| 1830 | 2.210
| -
| 1. Dezember 1840 ¹ | 2.987
| -
| 1. Dezember 1855 ¹ | 5.112
| -
| 3. Dezember 1858 ¹ | 6.908
| -
| 3. Dezember 1864 ¹ | 10.500
| -
| 3. Dezember 1867 ¹ | 12.200
| -
| 1. Dezember 1871 ¹ | 15.161
| -
| 1. Dezember 1875 ¹ | 18.100
| -
| 1. Dezember 1880 ¹ | 21.600
| -
| 1. Dezember 1885 ¹ | 23.879
| -
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 1. Dezember 1890 ¹ | 26.310
| -
| 2. Dezember 1895 ¹ | 28.769
| -
| 1. Dezember 1900 ¹ | 33.517
| -
| 1. Dezember 1905 ¹ | 35.841
| -
| 1. Dezember 1910 ¹ | 37.450
| -
| 1. Dezember 1916 ¹ | 34.864
| -
| 5. Dezember 1917 ¹ | 35.033
| -
| 8. Oktober 1919 ¹ | 37.441
| -
| 16. Juni 1925 ¹ | 45.519
| -
| 16. Juni 1933 ¹ | 72.580
| -
| 17. Mai 1939 ¹ | 73.365
| -
| 31. Dezember 1945 | 70.276
| -
| 29. Oktober 1946 ¹ | 69.384
| -
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 13. September 1950 ¹ | 76.312
| -
| 25. September 1956 ¹ | 91.706
| -
| 6. Juni 1961 ¹ | 96.462
| -
| 31. Dezember 1965 | 98.506
| -
| 27. Mai 1970 ¹ | 97.379
| -
| 31. Dezember 1975 | 108.771
| -
| 31. Dezember 1980 | 105.876
| -
| 31. Dezember 1985 | 102.259
| -
| 25. Mai 1987 ¹ | 102.902
| -
| 31. Dezember 1990 | 105.403
| -
| 31. Dezember 1995 | 104.754
| -
| 31. Dezember 2000 | 103.196
| -
| 30. Juni 2005 | 101.019
|
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Witten Karl-Marx-Platz.jpg
Die Verwaltung Wittens lag bis Ende des
18. Jahrhunderts in den Händen des Patrimonialgerichtsherrn, des Besitzers des
Hauses Witten. Diese Struktur wurde
1806 aufgehoben und
1809 erhielt Witten während der Besetzung der Region durch französische Truppen eine bürgerliche Verwaltung. An der Spitze der Stadt stand danach der
Bürgermeister. Nachdem Witten
1823 die Stadtrechte erhalten hatte wurde
1841 die revidierte Städteordnung,
1842 jedoch die Landgemeindeordnung eingeführt.
1850 wurde die westfälische Städteordnung eingeführt. Nach Erlangung der Kreisfreiheit trug der Bürgermeister den Titel
Oberbürgermeister.
Während der Zeit der
Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der
NSDAP eingesetzt. Nach dem
Zweiten Weltkrieg setzte die
Militärregierung der
Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und
1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den
Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab
1946 ebenfalls einen hauptamtlichen
Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Mit der Eingliederung in den
Ennepe-Ruhr-Kreis 1975 trugen die Stadtoberhäupter die Titel Bürgermeister bzw. Stadtdirektor.
1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seitdem nimmt der hauptamtlichen
Bürgermeister beide Funktionen in Personalunion wahr.
Regierung
Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister
- 1809 - 1813: Schmieding, Bürgermeister
- 1813 - 1825: Clason, Bürgermeister
- 1825 - 1839: Geißel, Bürgermeister
- 1839 - 1850: Kämper, Bürgermeister
- 1851 - 1856: Wichelhausen, Bürgermeister
- 1856 - 1869: Bauer, Bürgermeister
- 1869 - 1873: Wegener, Bürgermeister
- 1873 - 1877: Geisenheimer, Bürgermeister (entlassen)
- 1877 - 1883: Haarmann, Brickenstein, Grieben, Bürgermeister (vertretungsweise)
- 1883 - 1889: Bürkner, Bürgermeister
- 1890 - 1911: Dr. Gustav Haarmann, Bürgermeister, ab 1911 Oberbürgermeister
- 1911 - 1933: Otto Laue, Oberbürgermeister
- 1933 - 1944: Dr. Erich Zintgraff, Oberbürgermeister
- 1944 - 1945: Dr. Karl-August Wietfeld, Oberbürgermeister
- 1945: Wilhelm Zimmermann, Bürgermeister
- 1945: Johannes Grimm, Bürgermeister
- 1945 - 1946: Alfred Junge, Bürgermeister
- 1946 - 1950: Albert Martmöller, Oberbürgermeister
- 1950 - 1952: Walter Rieckesmann, Oberbürgermeister
- 1952 - 1953: Albert Martmöller, Oberbürgermeister 2. Amtszeit
- 1954 - 1967: Fritz Reincke, Oberbürgermeister
- 1967 - 1978: Friedhelm Ottlinger, Oberbürgermeister
- 1978 - 1983: Klaus Lohmann, Oberbürgermeister
- 1983: Arthur Raillon, Bürgermeister
- 1983 - 1989: Friedhelm Trepper, Bürgermeister
- 1989 - 2004: Klaus Lohmann, Bürgermeister, 2. Amtszeit
- 2004 - heute: Sonja Leidemann, Bürgermeisterin
Oberstadtdirektoren bzw. Stadtdirektoren
Rat der Stadt
Der Rat der Stadt hat derzeit 64 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:
Mandatsträger der Stadt Witten
Landtag NRW, Düsseldorf
Deutscher Bundestag
Lokale politische Gruppierungen
- WBG: Die Wittener Bürgergemeinschaft (WBG) wurde 1999 als kommunal ausgerichtete Wählergruppe gegründet. Ihre Vorläuferorganisation wurde nach einem parteiinternen Führungsstreit von einigen CDU-Mitgliedern gegründet.
- FLW: Die Freie Liste Witten wurde nach einem parteiinternen Führungsstreit um Positionen in stadteigenen Gesellschaften von ehemaligen CDU-Mitgliedern um Michael Hasenkamp 1999 gegründet.
- AUF Witten: Die Wählergruppe AUF Witten wurde am 26. September 2003 von Mitglieder der MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) als Personenwahlbündnis gegründet.
- PDS-WAL: Die Wittener alternative Linke wurde 2004 unter Beteiligung einer Minderheit von PDS-Mitgliedern gegründet. Für die kurz darauf stattfindende Kommunalwahl wurde eine offene Liste mit der PDS gebildet.
Wappen
Witten Stadtwappen im Rathaus.jpg
Das
Wappen der Stadt Witten zeigt in von Rot und Silber geteiltem Schild oben zwei abgekehrte, doppelschwänzige, silberne Löwen. Als Vorlage für das Wappen diente das Siegel der Everhards von Witten-Steinhausen aus dem Jahre
1283. Ursprünglich war neben den Löwen, dem Wappentier der Everhards, auch deren Leitspruch
"Sigillum Hermanni de Wittene" abgebildet.
Logo
Das aus den
1960er Jahren stammende Logo der Stadt Witten bestand aus einem Quadratumriss in schwarz, der durch parallele schräge und senkrechte Linien so aufgeteilt ist, dass aus zwei schrägen Parallelogrammen gebildet ein stilisiertes "W" erkennbar wird. Dieses seit Jahrzehnten verwendete Zeichen ist weithin bekannt und besitzt einen hohen Wiedererkennungs- und Zuordnungswert.
Im Jahr 2005 wurde dieses Zeichen durch eine unregelmäßige Wellenlinie mit einem Punkt ersetzt, ähnlich vielen zu dieser Zeit für verschiedene Zwecke eingesetzten Zeichen. Gestaltet wurde das neue Zeichen vom städtischen Grafiker Gerd Kühn.
Ohne dass zwingende Gründe für eine Änderung erkennbar waren, beschloss der Stadtrat im Herbst 2005 die von der Verwaltung eingebrachte Beschlussvorlage. In der Vorlage wurde angeführt, dass das neue Zeichen keine Kosten verursachen würde, was nicht berücksichtigt, dass ein weithin bekanntes Zeichen einen Wert darstellt bzw. für die entsprechende Bekanntmachung des neuen Zeichens eine Werbekampagne für einen sechsstelligen Eurobetrag erforderlich wäre - die freilich nicht vorgesehen ist.
Städtepartnerschaften
Die Stadt Witten unterhält mit mehreren Städten
Städtepartnerschaften, die teilweise durch eigene Vereine und Freundeskreise der Wittener Bürger belebt werden.
Seit 1975 besteht eine Partnerschaft mit dem französischen Beauvais, 1979 kamen weitere Partnerschaften mit dem Londoner Stadtbezirk London Borough of Barking and Dagenham, mit Mallnitz in Kärnten und dem Kreis Lev Hasharon in Israel hinzu. 1990 wurden erneut drei Partnerschaften eingegangen mit Wolfen in Sachsen-Anhalt, der russischen Stadt Kursk und mit
Tczew in Polen. Ebenfalls seit 1990 gibt es eine unverbindlichere Städtefreundschaft mit San Carlos in Nicaragua.
Bildung
Universität_Witten_3.jpg, Neubau Rückseite Ostgebäude]]
- 19 Grundschulen
- 4 Hauptschulen
- 3 Realschulen
- Adolf-Reichwein-Realschule
- Helene-Lohmann-Realschule
- Otto-Schott-Realschule
- 5 berufsbildende Schulen
- 2 Gesamtschulen
- Hardenstein Gesamtschule
- Holzkamp Gesamtschule
- 3 Gymnasien
- 1 Volkshochschule
- 2 Musikschulen
- 2 Waldorfschulen
- Rudolf Steiner Schule Witten
- Blote-Vogel Schule Witten-Annen
- Privatuniversität Witten/Herdecke, erste private deutsche Universität gegründet 1982
- Institut für Waldorf-Pädagogik
Gesundheit
Diakonissenhaus.jpg
Die Stadt Witten beherbergt zwei Krankenhäuser:
- Das katholische Marienhospital
- Das evangelische Diakonissenkrankenhaus
Infrastruktur und Wirtschaft
Verkehr
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erhält die Stadt mit einer durch den
Crengeldanz führende Chaussee ihren ersten Verkehrsknoten. Ab
1803 verkehrt hier eine Postkutschenroute von Essen über Bochum und Hamm nach Unna.
1808 folgt eine weite Relation von Bochum über Stockum und
Brünninghausen nach
Hörde. Diese Verbindung ruht zwischen
1813 und
1822.
1823 wird am Crengeldanz eine feste Poststelle eingerichtet. Am
22. Juni 1825 folgt das Postwärteramt. Nachdem in der Innenstadt eine weitere Poststelle eingerichtet wurde, verlagerte sich der Verkehr von Crengeldanz weg, so dass
1850 die zwischenzeitlich eingerichtete Post-Expedition schließen musste.
Auf Betreiben der
Glasfabrik Crengeldanz und der
Brauerei Crengeldanz wurde diese
1881 als kaiserliches Postamt wiedereröffnet. Diese erhielt am
1. Juni 1882 eine eigene
Telegrafenanstalt. Das Gebäude, Crengeldanzstraße 92, in welcher diese eingerichtet war, existiert noch heute.
Schienen-, Straßenbahn- und Busverkehr
Der
Bahnhof Witten Hbf. liegt an der
zweigleisigen,
elektrifizierten DB-Kursbuchstrecke 427, auf der im
Schienenpersonennahverkehr neben dem
Schienenpersonenfernverkehr und dem
Güterverkehr
Außerdem wird Witten von der S 5/S 8 von Dortmund über Hagen, Wuppertal, Düsseldorf nach Mönchengladbach erschlossen.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW und der Abellio Rail NRW GmbH.
Darüber hinaus gibt es in Witten noch weitere Stationen
- Witten-Annen Nord (S 5)
- Witten-Bommern (Historische RuhrtalBahn)
- Herbede (Historische RuhrtalBahn)
- Ruine Hardenstein (Historische RuhrtalBahn)
- Zeche Nachtigall (Historische RuhrtalBahn)
- Witten-Universität (S 5) (geplant bis 2015)
- Witten-Rüdinghauser Feld (S 5) (geplant bis 2015).
Hierbei handelt es sich um die Verlegung des heutigen Haltepunktes Dortmund-Kruckel (S 5).
Wegen seiner Randlage und der mangelhaften Anbindung an den restlichen ÖPNV kamen schon Mitte der 1970er Pläne auf, den ehemaligen Bahnhof der Zeche Ver. Wiendahlsbank in die Mitte des Siedlungsgebietes Witten-Rüdinghausen/Dortmund-Persebeck zu verlegen. Aufgrund neuer Richtlinien, die einen Mindestabstand zwischen zwei S-Bahnhöfen verlangen, stehen diese Pläne in einem scharfen Wettbewerb mit dem Standort Rüdinghausen Industriegebiet, der vom größten Wittener Steuerzahler favorisiert wird. Auch die Dortmunder SPD lehnt den geplanten Haltepunkt Menglinghauser Strasse ab, möchte allerdings den jetzigen Standort beibehalten und ausbauen. Vor einigen Jahren wurden die Pläne zum Standort Menglinghauser Strasse auch planungsrechtlich geschwächt. Im Zusammenhang mit einer Änderung des Flächennutzungsplans, der die Ansiedlung eines Lebensmitttelmarktes auf einer, für eine Ortsumgehung vorgesehenen Fläche ermöglichte, wurden die Rahmenbedingungen für die Beseitigung des schienengleichen Übergangs im Bereich des geplanten S-Bahnhofs Rüdinghausen/Persebeck festgeschrieben. In diesen Plänen ist kein Haltepunkt mehr vorgesehen.
Witten Bahnhofstraße.jpg
Im Straßenpersonennahverkehr gibt es ein breit gefächertes Angebot an Straßenbahn- und Busverbindungen. Betrieben werden sie bis auf wenige Ausnahmen von der BOGESTRA.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. Im Übergangstarif gilt außerdem der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe.
Straßen
Witten ist durch die Bundesautobahnen
A 43,
A 44 und
A 45 an das Fernstraßennetz angebunden, wobei sich an der A 45 keine Wittener Anschlussstellen befinden.
Wirtschaft
Wittens Wirtschaft ist geprägt von der
Stahlindustrie und dem
Maschinenbau. In Witten befindet sich Deutschlands einziger Betrieb zum Bau von
Eisenbahnweichen.
Dank einer ausgedehnten
Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften kann sich
Witten als
Mittelzentrum in der Region behaupten.
Ansässige Unternehmen
EdelWittenKrefeld.jpg
- Ostermann GmbH & Co.KG, Möbeleinzelhandel
- Edelstahl Witten-Krefeld GmbH, EWK, Hersteller von Edelstahl-Langprodukten (gehört zur Swiss Steel AG ein Unternehmen des Schmolz + Bickenbach Konzern, Düsseldorf)
- Stadtwerke Witten GmbH, Handel mit Gas, Wasser, Strom und Fernwärme, Anbieter von Versorgungsnetzen, Betrieb von Schwimmbädern, Reederei
- Weichenwerk Witten der Deutschen Bahn AG
- Ardex GmbH, Hersteller von Spezialwerkstoffen für das Bauhandwerk
- Sasol Werk Witten
- Pilkington Automotive (Fahrzeugglas)
- ISE Industries GmbH - Automobilzulieferer
- Lohmann & Stolterfoht, Getriebebau und Antriebstechnik
- Sparkasse Witten, Geldinstitut
- J.D. Neuhaus, Druckluftbetriebene Hebezeuge, Windentechnik und Krananlagen
- Pleiger GmbH, Maschinenbau, elektronische Maschinensteuerungen und Kunststofftechnik
- HP Pelzer, Automobilzulieferer
- Brill Gartengeräte GmbH, Produktion von Rasenmähern, Vertikutierer, Rasentrimmern, Häckslern und elek. Heckenscheren
- Galladé Umformtechnik GmbH & Co KG
- ehem. Vogt Zweigwerk (bis 1999 Siemensstandort zur Produktion von Telekommunikationsanlagen), Hersteller elektronischer Bauteile und Schaltungen, zur Zeit in Insolvenz. Ein Investor will das Werk weiterführen. Nach Fertigstellung des Finanzierungsrahmens wird nun ermittelt, wieviel staatliche Zuschüsse erzielbar sind.
- Habermann GmbH, Hersteller von Saugbagger- und Hochleistungspumpen
- Kronenbrot
- Düchting Pumpen Maschinenfabrik GmbH & Co KG, Hersteller von Kreiselpumpen
- Ruhrpumpen GmbH, Hersteller von Kreiselpumpen
Medien
- Der WAZ-Konzern ist mit den Tageszeitungen Westdeutschen Allgemeine und Westfälische Rundschau vertreten.
- Ruhrnachrichten Tageszeitung des Medienhaus Lensing Dortmund
- Das Anzeigenblatt witten aktuell erscheint bei ORA, einem Gemeinschaftsunternehmen von WAZ und Ruhrnachrichten.
- Der Sonntagskurier ist ein unabhängig, wöchentlich erscheinendes Anzeigen- und Nachrichtenblatt.
- Das Stadtmagazin ist ein alle zwei Monate erscheindendes anzeigenfinanziertes Magazin.
- Die Wittener Jugend schaffte sich mit dem Jugendmagazin Infakt ein eigenes Magazin. Das aus einer Schülerzeitung hervorgegangene Projekt erscheint regelmäßig seit 2001.
- Lokalradio: Der kreisweite und zu Radio NRW gehörende Sender Radio EN informiert über die Geschehnisse in der Stadt.
- Fernsehen: Witten gehört zum Redaktionsgebiet des Studio Dortmund, dem Lokalsender des WDR
- Das Ruhrstadtstudio ist eine anerkannte Radiowerkstatt, in der Beiträge für den Bürgerfunk des Lokalradios produziert werden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
- Wittener Kinder und Jugendtheater - national renommierte Tourneetheatergruppe
- Theaterspiel - Tourneetheater mit Kinder- und Experimentalstücken
- Ruhrbühne Witten - Amateurtheater gegründet am 10. Januar 1926
- Theatergemeinschaft Frohsinn - Amateurtheater gegründet 1921
- Stockumer Theater Verein e.V. - Amateurtheater seit 1993
- Theatergruppe der Uni Witten/Herdecke
- Saalbau - Zwei Kulturringe organisieren regelmäßige klassische Theateraufführungen und Konzerte
- WERK°STADT - Jugend- und Kulturzentrum
- Burg Kino Witten GmbH - Kinobetrieb mit vier Kinosälen von 250, 145, 85 und 30 Sitzplätzen
Musik
- Wittener Tage für neue Kammermusik
- Wittener Bach-Chor - Amateur-Chor seit 1919
- Männerchor Witten-Bommern "Lyra" seit 1909
- Rhein-Ruhr-Philharmonie - Amateur-Sinfonieorchester seit 1989
- Wittener Mandolinen- und Gitarrenorchester - Amateur-Orchester seit 1929
- Gospelchor Singing-Alive der ev. Kirchengemeinde Witten-Bommern seit 2001
Museen
Witten Märkisches Museum.jpg
- Märkisches Museum für zeitgenössische Kunst - Im Museum befindet sich eine Sammlung der Stadt Witten über deutsche Kunst aus den Bereichen Malerei und Grafik von 1900 bis zur Gegenwart. Dem Museum angeschlossen ist auch das Heimatmuseum der Stadt. Das Museum befindet sich in der Innenstadt.
- Hebezeugmuseum/Windenschmiede - Das Museum ist eine private Ausstellung der Firma J.D. Neuhaus Hebezeuge GmbH & Co. Hier sind, neben der Windenschmiede, zahlreiche historische Maschinen ausgestellt. Das Museum befindet sich im Stadtteil Heven.
- Museum des Diakoniewerks Ruhr - Das Museum zeigt medizinische Geräte der letzten 100 Jahre.
- Zeche Theresia - Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Theresia befindet sich das Zechenbahnmuseum. Von April bis Oktober ist es jeden ersten und dritten Sonntag im Monat geöffnet. Es bietet neben der Besichtigung zahlreicher Exponate von Zechenbahnen auch die Möglichkeit, mit einer Feldbahn zu fahren. Die betriebene Strecke führt vom Wanderparkplatz an der Nachtigallstraße über das Gelände der Zeche Theresia zur Zeche Nachtigall. Das Museum befindet sich im Stadtteil Bommern.
- Zeche Nachtigall - Die ehemalige Zeche "Nachtigall" ist ein Standort des Westfälischen Industriemuseums. Hier hat man die Möglichkeit, die Zeche "Eimerweise", einen historischen Lastkahn, das Maschinenhaus der Zeche und eine Ringofen-Anlage (in der Backsteine bzw. Ziegel gebrannt wurden) zu besichtigen. Das Museum befindet sich im Stadtteil Bommern.
- Bethaus der Bergleute im Muttental - Im ehemaligen Bethaus dokunentiert die Dauerausstellung „Vom Bethaus zur Kohle“ das Alltagsleben der Bergleute. Der Bergbauwanderweg Muttental führt hier vorbei.
Sehenswürdigkeiten
Innenstadt
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- Haus Witten, ehem. Rittergut, heute: städtisches Kulturzentrum mit Szenelokal
Steinhausen.jpg
- Rathaus aus dem Jahr 1926 (Rathausturm zusammen mit dem Turm der benachbarten Johanniskirche bilden das Wahrzeichen der Stadt)
- Wittener Werkstadt, Das Kulturzentrum wurde dorfartig in einer ehem. Produktionshalle der Mannesmann Röhrenwerke erbaut.
- Helenenturm, Privatdenkmal des Justizrat Strohn zu Ehren seiner Frau aus dem Jahr 1858
- Schwesternpark, kleiner Park in der Nähe der Stadtmitte
- Gartenstadt Crengeldanz, weitgehend erhaltene Gartenstadt im bergischen Stil (Anfang 20. Jh.)
- Haus Crengeldanz, ehemalige Wasserburg
- Johanniskirche (ev.), älteste Kirche der Stadt aus dem Jahre 1752. Der Turm der Kirche wurde bereits 1715 als Ersatz für den durch Blitzschlang zerstörten Turm der Vorgängerkirche errichtet. Zwischen 1750 und 1752 wurde das Kirchenschiff gebaut.
- St. Marienkirche (kath.), die Kirche wurde zwischen 1846 und 1848 gebaut. Das neben der Kirche gelegene Marienhospital wurde 1857 eröffnet. Zwischen 1879 und 1891 wurde die Kirche durch die Alt-Katholische Kirche genutzt und erst anschließend an die Römisch-Katholische Kirche übergeben. Das heutige Aussehen erhielt das Gebäude durch zwischen 1894 und 1896 durchgeführte Umbauarbeiten.
- Trinkwasser-Lehrpfad der Stadtwerke Witten zwischen der Ruhr und dem Ruhrdeich. Der Lehrpfad befindet sich auf dem Gelände einer Wassergewinnungstation zeigt die Statione der Wasseraufbereitung. Besichtigungen können nur nach Anmeldung bei den Stadtwerken durchgeführt werden.
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- Haus Herbede, historisches Rittergut, heute Kunsthandwerkszentrum und Gastronomie
- Ehrenmal in Vormholz
- Hotel Georg, Die von Herbert Antweiler gestalteten Innenräume sind vollständig im Stil der Organischen Architektur gehalten. Die farbliche Gestaltung der Fassade und der Innenräume ist von Robert Kaller.
- St. Josefskirche (kath.). Die Kirche wurde zwischen 1903 und 1904 errichtet. Am 1. Januar 1913 erfolgte die Erhebung zur eigenen Pfarrei. Das Geläut der Kirche besteht aus drei Glocken aus der Glocken- und Metallgießerei Karl Munte. Die E-Ton-Glocke hat ein Gewicht von 920 kg und ist dem heiligen Josef geweiht. Die G-Ton-Glocke wiegt 525 kg und ist dem heiligen Bonifatius geweiht und die kleinste, die A-Ton-Glocke wiegt 386 kg und ist dem heiligen Liborius geweiht. Die beiden kleinen Glocken sind, da sie im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurden, nicht mehr im Original erhalten. Sie bestehen im Gegensatz zur großen Glocke auch nicht mehr aus Bronze sondern aus Gussstahl.
- Erlöserkirche (ev.) Baudenkmal, Glasfenster, Orgel (1968) mit 31 Registern auf 3 Manualen und Pedal
- Marktfrau Steinskulptur am Marktplatz in Annen
Umgebung
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- Berger-Denkmal auf dem Hohenstein
- Wasserkraftwerk Hohenstein, Flusskraftwerk unterhalb des Hohensteins
- Muttental, Hier führt der überregional bekannt Bergbauwanderweg Muttental vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Bergbaus. Auf zahlreichen Schautafeln werden die sichtbaren Relikte des Bergbaus und deren Geschichte dokumentiert. Der Wanderweg liegt im Stadtteil Bommern.
- Kemnader Stausee, Freizeitsee zwischen den Städten Witten, Bochum und Hattingen. Er ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Region und bietet vielfältige Möglichkeiten der Erholung. Auf ihm und der Ruhr verkehren auch Fahrgastschiffe. In Witten legt das Fahrgastschiff Schwalbe an folgenden Stellen an: Bommern Uferstraße, Zeche Nachtigall, Burgruine Hardenstein, Schleuse Herbede, Herbede Lakebrücke und Freizeitbad Heveney.
Historisches
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- Roburit-Sprengstoff-Fabrik Am 28. November 1906 machte ein trauriges Ereignis Witten für kurze Zeit weltbekannt. Um 20:00 Uhr brach im Maschienraum der Roburit-Sprengstoff-Fabrik ein Feuer aus. Da die Wasserleitungen aufgrund eines Wasserrohrbruches defekt waren, musste sich die Feuerwehr darauf beschränken die Habseligkeiten der Werksangehörigen zu bergen sowie die Pferde, welche auf dem Gelände der Fabrik untergebracht waren, zu retten. Um 21:15 Uhr explodierte das Lager auf welches das Feuer mittlerweile übergegriffen hatte. Bei der Explosion verloren 41 Menschen ihr Leben. Sie war so gewaltig, dass der Damm der Talsperre in Annen brach und die Wassermassen durch den Ort flossen. Im weiten Umkreis wurden durch die Explosion und den Dammbruch die Gebäude so stark beschädigt, dass mehr als 2.000 Menschen obdachlos wurden. Das Bild zeigt eine Häuserreihe, welche rund 150 m von der Fabrik entfernt war. (* Das Ereignis wird auch in zeitgenössischen Quellen oft mit Annen in Verbindung gebracht, die Fabrik lag jedoch nahe der Stadtgrenze auf Wittener Gebiet.)
- Gedächtniskirche: Bis 1967 stand westlich des Rathauses die Ruine der Gedächnisskirche. Diese wurde am 13. Dezember 1892 eingeweiht und beherrschte das Stadtbild bis sie im Zweiten Weltkrieg ein Opfer der Bomben wurde. Das Gebäude war 49,5 m lang, 24,1 m breit und 71,5 m hoch und wurde für 792.085,65 Mark errichtet, wovon 419.222,25 allein auf das Grundstück entfielen. 1923 musste sie vorübergehend aufgrund von Setzungen geschlossen werden. Nachdem sich der Untergrund beruhigt hatte begann man 1927 mit der Restaurierung.
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- Wasserschloss. Bis 1960 war der burgähnlich gestalltete Wasserbehälter auf der Egge in Witten eines der Wahrzeichen der Stadt. Da man im Gegensatz zu heute noch nicht den Begriff des Industiedenkmals definiert hatte, musste diese 1960 einem größeren Wasserbehälter weichen.
- Stadtbad Das von einer Bürgerinitiative in den 1950er realisierte Stadtbad in der Innenstadt ließ die Kommune teils aus Geldmangel, teils um dem nahen Freizeitbad des RVR keine Konkurrenz zu machen, soweit verfallen, dass es 2004 aus baupolizeilichen Gründen geschlossen werden musste. 2005 wurde es schließlich abgerissen. Das innerstädtische Filetgrundstück wird von einer stadtnahen privaten Investorengruppe mit Altenwohnungen bebaut.
Freizeitgestaltung
Nichtkommerzielle Angebote
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- Über 150 km markierte Wanderwege und fünf ausgeschilderte, thematische Radrundwege im Stadtgebiet bieten sportliche Freizeitgestaltung.
- Hohensteinwiesen, generationsübergreifender Treffpunkt auf dem Wiesengelände vor dem Bergerdenkmal mit aller Art von Outdooraktivitäten, großer Wasserspielplatz, angrenzendes Wildgehege. Auf Initiative von Konrad-Maria Krug war in den 1920ern war diese Wiese eine der größten Freilichtbühnen Deutschlands.
- Berliner Platz, Outdoortreffpunkt in der Innenstadt, aufgrund seiner Gestaltung besonders bei Kindern beliebt
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- Kemnader Stausee, rund um den See stehen Liegewiesen zur Verfügung. Das Wiesengelände zwischen See und Haus Kemnade hat sich aufgrund seiner hervorragenden Windverhältnisse zum Treffpunkt von Flugdrachenliebhabern entwickelt.
- Steinbruch Imberg, Jugendtreffpunkt in Witten-Annen, Outdoor mit kleiner Halle
Kommerzielle Angebote
- Museumszug im Ruhrtal
- Zwei Ausflugsboote auf der Ruhr und dem Kemnader See
- Bootsverleih am Kemnader See
- Fahrradverleih am Hauptbahnhof, Mountainbikeverleih am Schloss Steinhausen
Sportvereine und -einrichtungen
- 94 Sportvereine mit über 30.000 Mitgliedern
- 23 Turnhallen
- 14 Sportplätze, davon 1 Stadion (siehe Wullenstadion)
- 6 Sporthallen
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- 2 Reitschulen
- 3 Tanzsportvereine und 2 Tanzschulen
- 8 Schiess-Stände
- 6 Tennisanlagen
- 3 Gymnastikräume
- 2 FKK Vereine
- 1 Golfplatz
- 1 Klettergarten (Outdoor)
- 4 Minigolfanlagen
- 1 Beachvolleyballhalle
- 1 Mountainbikeschule
- 1 Segelhafen
- 1 Freizeitbad mit Innen- und Außenbecken und verschiedenen Saunen in Heven
- 2 Hallenbäder in den Ortsteilen Annen und Vormholz
- 5 Lehrschwimmbecken
- 1 Aikido-Schule
- 1 Kendo-Verein
- 1 Freibad in Annen. Ursprünglich eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Baden angelegte kleine Talsperre, welche im Winter zum Eislaufen genutzt wurde. Am 28. November 1906 wurde die Talsperre nach der Explosion der Roburit-Sprengstoff-Fabrik vollständig zerstört und wieder aufgebaut. Da allerdings zu viel Wasser in den alten Stollen der Zeche Vereinigte Hamburg versickerten beschloss man 1926 das heutige Freibad zu bauen. Am 19. August 1928 wurde es eröffnet und hatte ein 20x75 m großes Becken, welches durch eine Brücke mit Startblöcken in ein Schwimmen- und Nichtschwimmerbecken unterteilt war. Es hatte zudem einen rund 5 m hohen Sprungturm, welche bis 1974 in der ursprünglichen Form in Betrieb war. An die ursprüngliche Talsperre erinnert heute nur noch die oberhalb liegende Straße "Zur Talsperre", welche allerdings erst 2004 gebaut wurde. Zur Zeit wird das Freibad für 2,2 Millionen Euro saniert. Dabei wird das Nichtschwimmerbecken ebenso wie das Schwimmerbecken zuvor mit einer Edelstahlwanne ausgestattet, um Wasserverlust zu verhindern, und es werden die Liegemöglichkeiten verbessert.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Wittener Tage für Neue Kammermusik
- Kinderflohmarkt Semiprofessioneller Flohmarkt mit Schwerpunkt auf Kinderartikel jeder Art. Jeden Dienstag ab 6:00 Kemnader Stausee, Parkplatz Heveney, A43, Ausfahrt Witten-Heven
- Zwiebelkirmes: Traditioneller Jahrmarkt am 1. Septemberwochenende in der Innenstadt. Die Zwiebelkirmes fand ursprünglich am Rathaus statt, inzwischen musste sie jedoch in die Bereiche der Ruhrstraße und der unteren Husemannstraße verlegt werden. Der Grund dafür ist die unter dem Rathausplatz befindliche Tiefgarage, deren Dach große Belastungen nicht mehr standhalten würde.
- Himmelfahrtskirmes: mit Maitagen-Fest am 2. Maiwochenende
- Days of Thunder: jährlich stattfindende Drachenboot–Veranstaltung auf der Ruhr kurz vor dem Kemnader Stausee; mittleres Juni-Wochenende am Kanu-Club Witten e.V., In der Lake 7 (Witten-Heven)
- Flohmarkt Ostermann einmal monatlich, meistens am 1. Sonntag im Monat auf dem Parkplatz des Möbelhaus Ostermann A44, Ausfahrt Witten-Annen
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- 1794, Carl Ludwig Berger, † 1871, Industrieller
- 1829, 28. August, Louis Constans Berger, † 9. August 1891 in Horchheim, Industrieller und Politiker
- 1848, 30. August, Gustav Haarmann † 5. Mai 1911 in Berlin, Politiker
- 1851, 17. Dezember, Otto Schott, † 27. August 1935 in Jena, Hersteller optischer Gläser und Erfinder des hitzebeständigen "Jenaer Glases"
- 1855, 5. Januar, Eduard Kaiser,, † 27. Mai 1911, Geschäftsführer und Sanierer der Firma Buderus
- 1862, 4. April, Max Crone, † 19. Mai 1939 in Heidelberg, Theologe und Schriftsteller
- 1869, 20. August, Gustav Rockholtz, † 1938, Maler
- 1872, 12. November, Otto Schlüter, † 12. Oktober 1959 in Halle (Saale), Geograph
- 1876, Gustav Lohmann, † 1967 bei Aachen, Pfarrer und Dichter ("Hilf Herr meines Lebens")
- 1882, 25. Juni, Wilhelm Alef, † 11. November 1957, Politiker
- 1888, 27. Mai, Rosi Wolfstein, † 1987, Mitbegründerin der KPD
- 1890, 26. Juni, Fritz Uphoff, † 18. März 1966 in Worpswede, Maler
- 1905, Robert Ruthenfrantz, † 1970, Begründer der Wittener Tage für neue Kammermusik
- 1923, 11. November, Ernst Nolte, Historiker und Politikwissenschaftler
- 1923, 18. November, Robert Graf, Schauspieler
- 1924, Otto van de Loo, deutscher Galerist
- 1927, 13. Februar, Hugo Ernst Käufer, Bibliothekar und Schriftsteller
- 1930, 14. Juli, Herbert Dörner, † 26. März 1991, Fußballer
- 1930, 17. Oktober, Karl-Wilhelm Welwei, Historiker
- 1932, 25. Juni, Erich Schöppner, † 12. September 2005, Boxer
- 1932, 15. September, Charles Wilp, † 2. Januar 2005, Werber, Künstler, Fotograf und Kurzfilmregisseur
- 1936, 19. März, Martin Geck, Musikwissenschaftler
- 1940, 2. März, Klaus Rost, Ringer
- 1946, 26. Oktober, Stephan Remmler, Sänger, Mitglied der Musikband Trio
- Franz K., Rockgruppe
- 1956, Dr. Wolfgang Kramer, Redakteur, Mitarbeiter des ZDF ("Frontal21")
- 1956, Volker Grabow, zweifacher Ruderweltmeister, Bronze Medaille Olympische Sommerspiele 1988 in Seoul/Südkorea
- 1959, 10. April, Jochen Nickel, Schauspieler
- 1959, 7. Oktober, Guido Grabow, Ruderweltmeister, Bronze Medaille Olympische Sommerspiele 1988 in Seoul/Südkorea
- 1960, 22. April, Rolf Sethe, Jurist und Universitätsprofessor
- 1960, Dr. Detlef H. Mache, Wissenschaftler und Professor für Angewandte Mathematik
- 1961, 2. Juni, Bodo Lukowski, Weltmeister, mehrfacher Europameister und deutscher Meister im Ringen, Trainer des Ringer-Bundesligisten KSV Witten
- 1961, 12. Dezember, Wolf Codera, Saxophonist und Komponist
- 1966, 31. Januar, Matthias Lutz, Musiker
- 1966, 23. April, Michael Kraft, Torwart
- 1966, 28. Dezember, Thomas Jünger, Sänger (Duo Bella Vista) ("Die Stunde der Wahrheit")
- 1968, 1. Februar, Theo West, Entertainer und Reporter
- 1971, 14. Dezember, Tanja Wedhorn, Schauspielerin (Bianca - Wege zum Glück)
- 1976, 28. Februar, Philipp Geist, Maler, Fotograf und Videokünstler
- 1976, 19. November, Jan Hegenberg, Counterstrike-Sänger ("GPF suckt", "Cheater an die Wand") und einer der erfolgreichsten deutschen Künstler der freien Musikszene.
- 1982, 31. Juli, Dennis Eilhoff, Fußballer
- 1982, 3. September, Timo Achenbach, Fußballspieler
Prägende Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Witten hat folgenden Personen das
Ehrenbürgerrecht verliehen:
Literatur
- Westfälisches Städtebuch; Band III 2. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1954
- Frank Ahland/Matthias Dudde (Hrsg.): Wittener. Biografische Porträts; Band 1. Witten 2000, ISBN 3935382022
- Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 – 1945. Band 8: Westfalen. Marburg an der Lahn, 1980, ISBN 3879691835
- Klaus-Dieter Kraus: Vom Kaugummi und der Schulspeisung bis hin zum Brausepulver - Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit mit zeitgenössischen Bild- und Textdokumentationen aus Witten an der Ruhr. Bochum: Paragon-Verlag, 2001, ISBN 3-932872-08-8
- Michael Schenk (Hrsg.): Witten, Archivbilder, Sutton Verlag, 2004, ISBN 3897026546
- Wolfgang Zemter: Witten aus alter Zeit. Meinerzhagen, 1981
Weblinks
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Witten
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Witten (Duitsland)
Witten
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